Abenteuer Oberliga?
Auf geht´s: Unser Bild zeigt die Germania vor dem ersten Testspiel gegen Rot-Weiß Essen. Fotos (2): Ulla Michels, WAZDie Feuerprobe hat Gladbecks Trainer Guido Naumann bereits in der vergangenen Meisterschaftsrunde bestanden.
In sportlicher Hinsicht scheint Aufsteiger Germania für die höchste Spielklasse Westfalens gerüstet. Mannschaft geht allerdings mit dem Manko in die Saison, nicht eingespielt zu sein. Im Umfeld gibt es noch viele Baustellen
FUSSBALL OBERLIGAAm Sonntag um 15 Uhr ist es soweit. Die DJK Germania startet mit dem Heimspiel gegen Westfalia Herne in die Oberliga-Saison 2007/2008. Die Gladbecker möchten sich für die NRW-Liga qualifizieren, die am Ende der Spielzeit im Zuge der Neustrukturierung des deutschen Fußballs an die Stelle der Oberligen Nordrhein und Westfalen tritt. Können die Germanen dieses Ziel erreichen? Die WAZ hat Team und Klub im Hinblick auf diese Frage analysiert und kommt zu dem Schluss, dass sich die Gladbecker für die NRW-Liga sportlich durchaus qualifizieren können.
Der Kader: Die Germania gehen mit einer konkurrenzfähigen Mannschaft in die Saison. Bis auf zwei Ausnahmen (Nassirou Ouro-Akpo, Mesut Özkaya) sind die Leistungsträger geblieben, verpflichtet wurden einige vielversprechende junge Spieler sowie in Cetin Aydin und Ante Sicenica zwei Routiniers, die schon so manche Oberliga-Partie bestritten haben.
Als größter Schwachpunkt könnte sich zu Saisonbeginn erweisen, dass sich das Team nicht einspielen konnte. Die erst sehr spät verpflichteten Ante Sicenica und Stefan Kratofiel konnten nur zwei Partien bzw. gar keine in der Vorbereitung für die Germania bestreiten.
In den vergangenen Wochen war die Defensive die Achillesferse der Gladbecker. Abwehr und Mittelfeld agierten häufig zu offensiv und waren dadurch anfällig für schnell vorgetragene Gegenangriffe des Gegners. Ebenfalls noch verbesserungswürdig: das Umschalten von Abwehr auf Angriff nach der Balleroberung.
In den Tests hielten sich Achtungserfolge (2:2 gegen RW Essen, 2:1 gegen SpVgg Erkenschwick) und Enttäuschungen (0:2 gegen SW Südfeldmark, 1:3 gegen SpVgg Erkenschwick) die Waage.
Der Trainer: Guido Naumann ist zum ersten Mal für eine Oberliga-Mannschaft verantwortlich. Ungeachtet dessen hat der 39-Jährige, der als Spieler für die SG 09 Wattenscheid, Eintracht Braunschweig und Stahl Brandenburg in der Zweiten Liga aktiv war, seine Feuerprobe in der vergangenen Saison bereits bestanden. Trotz der Unruhe, mit der sich Team und Trainer immer wieder konfrontiert sahen, führte er die scheinbar bereits abgeschlagenen Gladbecker noch zum Aufstieg. Ein großes Plus: Bei den Spielern ist Naumann beliebt, obwohl er im Training und am Rand des Grüns alles andere als ein pflegeleichter Kumpeltyp ist.
Die Taktik: Die Germania wird wie in der vergangenen Saison ein 3-5-2-System favorisieren, mit Irfan Durdu als Libero und mit zwei defensiven Mittelfeldspielern.
Das Umfeld: Es hat sich einiges getan bei der Germania: Seine Heimspiele wird der Klub im Wittringer Stadion austragen, trainiert wird momentan u. a. auf dem Rasenplatz an der Roßheidestraße. Der Klub fand zudem in der Firma Goal einen Ausrüster, für die medizinische Betreuung der Spieler zeichnet seit kurzem das Gladbecker Institut für Gesundheit und Ausbildung (IFGA) verantwortlich.
Trotzdem gibt es im Umfeld noch sehr viele Baustellen. Nur zwei Beispiele: Die Germania spielte am vergangenen Samstag beim Endspiel um den Kirmes Cup in Sodingen nach wie vor "oben ohne", d. h. es ist noch kein Trikotsponsor gefunden worden. Und die bereits vor Wochen angekündigte Abteilungsversammlung, in der die Mannschaft hinter der Mannschaft aufgestellt und präsentiert werden sollte, hat noch nicht stattgefunden.
Thomas Dieckhoff