Drei Klubs mit Finanzproblemen
Auftakt Die Fußball-Bayernliga startet in ihre 44. Saison. Es gibt vier Direktabsteiger. Regensburg ist unter den Favoriten, Bamberg eingespielt.
München - Am Samstag startet die Fußball-Bayernliga in ihre 44. Spielzeit seit ihrer Einführung 1963. Erstmals werden Ausschnitte vom Eröffnungsspiel SC Fürstenfeldbruck – Jahn Regensburg im Bayerischen Fernsehen am Samstag ab 16.05 Uhr gezeigt. Neu ist auch der Verbandsspielleiter. Jürgen Faltenbacher (37) aus Waldsassen hat voriges Wochenende beim BFV-Verbandstag Armin Klughammer (70) aus Augsburg abgelöst, der diesen Posten 16 Jahre inne hatte.
Mit 19 Mannschaften bei vier Direktabsteigern geht die Bayernliga ins Rennen. Mit dem sportlichen Regionalliga-Absteiger SSV Jahn 2000 Regensburg, mit dem Zwangsabsteiger SpVgg Bayreuth und dem SC Feucht gibt es bei drei Klubs Diskussionen um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Der Supergau wäre sicherlich das vorzeitige finanzielle Aus für einen, zwei oder alle drei dieser Vereine. Dann würde die Saison 2006/07 sicher die schlimmste seit Einführung der Bayernliga im Jahre 1963. „Das wollen wir mal nicht hoffen. Ich denke, dass die Liga mit vielen Traditionsvereinen sehr attraktiv besetzt ist und daher viele Zuschauer anlocken wird“, freut sich Liga-Boss Faltenbacher auf den Start.
Mit Bayreuth und Regensburg kehrten namhafte Vereine aus der dritten Liga zurück. Aber auch unter den Aufsteigern finden sich mit der SpVgg Bayern Hof, SpVgg Weiden und dem fusionierten 1. FC Eintracht Bamberg drei Klubs, die in der Bayernliga schon für Furore sorgten. Bamberg kehrt nach 20 Jahren Abwesenheit in die bayerische Königsklasse zurück. Einzig Aufsteiger SV Heimstetten, nur acht Kilometer von Ismaning am östlichen Rand von München entfernt, ist ein echter „Newcomer“.
Schlägt Bayreuth nochmals zu?
Favoriten sind schwer auszumachen. Es dürften die Regensburger dazu zählen, die aus Bad Kötzting das komplette Sturmtrio mit Petr Stoilov und den Dvorak-Brüder Petr und Antonin weggelotst haben. Bei den Bayreuthern – unter Trainer Norbert Schlegel – muss man abwarten, ob sie noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Ansonsten dürfte Altstadt eine Rolle im vorderen Mittelfeld spielen.
Nicht zu vergessen sind natürlich die zweiten Mannschaften der Profiklubs, wobei Nürnberg und Greuther Fürth schon traditionsgemäß ganz oben zu finden sein dürften. Ganz stark einzuschätzen ist der FC Ismaning und auch der SC Fürstenfeldbruck. Der Vorjahresdritte aus Würzburg hat indes einige seiner Stammkräfte verloren. Der WFV muss erst wieder zu einer Einheit reifen. Aber dafür ist Coach Michael Hochrein sicher der richtige Mann. Eine gute Rolle sollten die Aufsteiger aus Hof, Weiden und Bamberg spielen. Sie haben sich entweder gut verstärkt oder verfügen wie Bamberg schon über eine eingespielte Riege. Bei Heimstetten muss man abwarten, wie schnell sich die Truppe von Ex-Profi und Trainer Frank Schmöller zurechtfindet.
Schwierig wird die Saison sicher für den TSV Aindling, der kurz vor dem Start noch Stürmer Manuel Müller (Fürstenfeldbruck) und Mittelfeldmann Manuel Hiemer (Ingolstadt) verloren hat. Auch der FC Bad Kötzting hat einen großen Aderlass zu verkraften. So ging der komplette Angriff nach Regensburg, Abwehrchef Daniel Miethaner nach Ingolstadt und Torwart Stefan Riederer nach Unterhaching. Der SC Feucht, vorige Spielzeit schon im Keller, und der TSV Großbardorf werden wie der FC Memmingen und VfL Frohnlach sowie die „Zweite“ aus Burghausen zu kämpfen haben. Auch die Reserve der Unterhachinger wird ohne Anleihen von oben sicher nicht über die Runden kommen.
Es wird auch viele Derbys geben, wie gleich am ersten Spieltag Bayreuth – Hof. In Ober- und Mittelfranken sowie in Oberbayern und Schwaben stehen weitere Nachbarduelle auf dem Spielplan. Nur Niederbayern ist nur noch mit einem Klub (Bad Kötzting) vertreten.dme
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