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FEUCHT — Es bleibt dabei: Der SC Feucht kann in Bayreuth einfach nicht gewinnen. Nach dem 5:0 gegen Ismaning klappte es mit dem Toreschießen überhaupt nicht mehr. Die Elf von Trainer Norbert Winkler ging deshalb zum siebten Mal leer aus und bleibt nach dem 0:2 Vorletzter der Bayernliga. Trainer Norbert Winkler trauerte einmal mehr einer Vielzahl vergebener Chancen nach: „Wir waren denen doch in der ersten Viertelstunde und in der zweiten Halbzeit überlegen.“
Die Feuchter traten mit der jüngsten Mannschaft auf, die sie in dieser Saison zusammenbrachten. „Der älteste Spieler ist 22 Jahre“, rechnete Basti Händel vor, der selbst wegen einer Zerrung passen musste. Da auch Haushahn wegen einer Infektion seiner Wunde an der Lippe nicht einsatzfähig war, musste das Publikum auf das Wiedersehen mit beiden Ex-Bayreuthern verzichten. Wie angekündigt, fehlte auch Berber (Rippenprellung). Amtmann bekam bei dieser Konstellation eine defensive Rolle, womit das Duell gegen Ingo Walther ausfiel.
Der Oldie hatte es meist mit Wolf zu tun, wobei Walther-Kennern auffiel, dass er seine Torgefährlichkeit bei Rückgaben völlig eingebüßt hat und ein paar schöne Crossbälle in die Spitze schlug, die genau den Mann fanden. Walther: „Man lernt dazu.“
In der ersten Viertelstunde bekamen sämtliche Bayreuther Spieler erst einmal eine Lektion in Tempofußball verpasst. Feucht zwang die Gastgeber zu einer fast unglaublichen Abspielfehlerquote und erwischte sie damit natürlich immer wieder in der Vorwärtsbewegung.
Vier Großchancen ergaben sich in dieser Phase: Wolf bediente Oktay, aber der kam nicht mit dem Kopf ran und brachte mit dem Oberkörper zu wenig Druck hinter den Ball. Keeper Schmidt tauchte rechtzeitig nach unten (7.). Vier Minuten später kam Andi Meier vor Florian Wurster an die Kugel, visierte aber drüber. Lämmert schlenzte das Spielgerät aus 16 Metern dem Torwart genau in die Arme (13.) und Wolf köpfte eine Hereingabe von Pfann haarscharf vorbei (14.).
Sandi Pavlovic ließ die Einheimischen bei einem Angriff über links in der 19. Minute erstmals durchatmen. Danach erwischten die Bayreuther die Feuchter mit einem kleinen Hoch in der spielentscheidenden Phase. Kossmanns erster Versuch wurde noch erfolgreich abgewehrt, aber bei der nächsten Angriffswelle hatte der SC einen kollektiven Aussetzer. Pavlovic marschierte ungehindert bis zur Grundlinie durch, die Nummer 23 (Kossmann) brauchte in der 23. Minute nur noch den Fuß zum 1:0 hinhalten. Kossmann hätte gleich darauf das 2:0 nachlegen können, der Ball rutschte ihm aber über den Schlappen. Auch der SC hatte sein Pulver noch nicht verschossen, eher zuviel davon, denn Oktay drosch nach einem Fehlpass von Walther hoch drüber (33.).
Noch munterer wurde die Partie im zweiten Abschnitt, wobei Feucht zunächst wieder Vorteile hatte. Aus dem Gewühl heraus klappte es aber mit drei Versuchen nicht (50.). Der SC war so auf den Ausgleich aus, dass sich den Bayreuthern etliche Konterchancen eröffneten. Drei Mal rettete Torwart Übler in höchster Not, sein Gegenüber Schmidt brauchte zunächst nicht einzugreifen, weil Pfann — nach einem Abwehrfehler freistehend — überhastet drüber visierte (57.).
Mit der Einwechslung von Calisir hätte der Bayreuther Trainer Schlegel fast den Joker gezogen, doch der Neue scheiterte gleich in seiner ersten Szene ebenfalls an Übler (63.).
Nicht unbedingt spielentscheidend war die gelbrote Karte für den vorbelasteten SC-Libero Daniel Winkler, der gegen Calisir einen Schritt zu spät kam und nur noch den Fuß des Verteidigers traf. Während der Filius zerknirscht seinen dritten Platzverweis in dieser Saison quittierte, nahm ihn sein Vater in Schutz: „Ein schlechtes Abspiel hat ihn in diese Situation gebracht.“
Die restlichen Zehn, aufgefrischt durch zwei Auswechslungen, kompensierten die Unterzahl ganz gut. Nachdem Übler bei einem Hackentrick von Calisir aufgepasst hatte, bot sich Wolf die große Ausgleichschance. Nach einer neuen Eckballvariante zwang er Schmidt per Kopf zu einer Glanzparade (71.).
Eine Viertelstunde vor Schluss kam der Ex-Feuchter Roy Stapelfeld zu einem Kurzeinsatz, den Bayreuth mit zwei vergeblichen Versuchen gegen Übler einleitete. In der totalen Schlussoffensive des SC sprang als gefährliche Szene ein Eckball heraus, bei dem Wolf etwas zu schwach köpfte. Die Bayreuther hatten bei ihren Kontern weiter Mühe mit SC-Keeper Übler. Vlaovic scheiterte mit einem Flachschuss (89.). Aber schließlich brachte Seufert völlig freistehend kurz vor dem Abpfiff die Kugel doch noch am Feuchter Schlussmann vorbei zum schmeichelhaften 2:0.
Bayreuth: Schmidt, Mayr, Lempke, Seufert, Wurster, Vlaovic, Sicenica, Pavlovic (77. Stapelfeld), Pavlovic (46. Steinemann), Heckenberger, Kossmann (62. Calisir), Walther.
Feucht: Übler, Winkler, Amtmann (80. Rothaar), Meier (74. Ehrl), Wolf, Glaser, Scherb (58. Eger), Distler, Lämmert, Pfann, Oktay.
Tore: 1:0 Kossmann (23.), 2:0 Seufert (90.).
Schiedsrichter: Pongratz (Regen). Zuschauer: 1053. Gelbrot: Winkler (67.). Gelb: Sicenica – Rothaar.
keine handbreit den rassisten.