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SV Darmstadt 98
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schorschla
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schorschla
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Kleppinger streicht die freien Tage
Darmstädter Spieler müssen sich nach peinlicher Schlappe im VIP-Raum stellen / "Kein Aufbäumen, kein Herzblut"
VON SEBASTIAN GEHRMANN
Für die Brandrede des fassungslosen Trainers, für viel Blut, Schweiß und Tränen, gab es aus den hinteren Reihen warmherzigen Applaus. Gerhard Kleppinger hatte den Vereinsoberen, die bei Pressekonferenzen hinten am Tisch sitzen, aus der Seele gesprochen. Sie nickten wohlwollend und klatschten zustimmend in die Hände. Jawohl, die Schuldigen waren gefunden. Erst galt der umstrittene Trainer Gino Lettieri als Wurzel allen Übels beim Regionalligisten und wurde beurlaubt. Dann überwarf sich der Sportliche Leiter Thomas Schmidt mit dem Präsidium des SV Darmstadt 98 und erklärte seinen Rücktritt. Doch weil der erhoffte Befreiungsschlag ausblieb und sich die akut abstiegsbedrohten Lilien am Samstag gegen die Reserve des Karlsruher SC bis auf die Knochen blamierte, wird nun den Darmstädter Akteuren ein eisiger Wind entgegen blasen. Die Vorstellung seiner Spieler, giftete Kleppinger, spotte jeder Beschreibung. "Das ist Wahnsinn. Da ist kein Aufbäumen, kein Herzblut und keine Leidenschaft." Wie ein Kartenhaus war das Gebilde, das zu Saisonbeginn ein ambitioniertes Fußballteam war, in sich zusammen gefallen. Die Nachwehen der 1:5-Klatsche, kündigte der Trainer an, ohne eine Miene zu verziehen, "werden die Jungs zu spüren bekommen."
Geschlossen musste sich der Kader auf Geheiß des Trainers nach dem Debakel den betuchten Anhängern im VIP-Raum stellen und anschließend in der Vereinskneipe "Lilienschänke" auflaufen. Alle freien Tage sind bis zur Winterpause ausnahmslos gestrichen. Kleppinger, ein Mann mit Stallgeruch, linientreu und Wunschkandidat des Präsidiums, wurde als kompromissloser Schleifer geholt und will die Linie konsequent durchziehen. Er wird in den nächsten Tagen und Wochen mit Argusaugen beobachten, auf welche Spieler er bauen kann, wer bereit ist, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und auf wessen Dienste er verzichten kann.
Eine verkehrte taktische Ausrichtung galt zunächst als Grund für den Sturz in den Tabellenkeller. Dann wurde versucht, die vielen Niederlagen und die Tatsache, dass die Lilien selten in der Lage waren, eine Führung zu verteidigen, durch mangelnde Fitness zu erklären. Spätestens seit Samstag weiß man, das die Wurzel allen Übels woanders liegt. Das 1:0 durch Andreas Fischer (15.) war bereits zur Pause durch die Treffer von Erich Strobel (22./ 38) und Ole Schröder (28.) Makulatur. "Das hat nichts mit mangelnder Fitness zu tun", fauchte Markus Beierle. "Die Mannschaft wird wohl noch 45 Minuten durchhalten", widersprach der Stürmer der Theorie, das Ausdauertraining sei in der Vorbereitung vernachlässigt worden. "Uns fehlende Kondition vorzuwerfen, ist völliger Schwachsinn", befand Alberto Mendez. "Da wird doch versucht, wieder irgendetwas ins Rollen zu bringen."
Nerven liegen blank
Dabei ist es schon längst nicht mehr notwendig, Unruhe in die Mannschaft zu tragen. Unruhig und völlig verunsichert ist sie ohnehin, und rund um das Böllenfalltor hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die kaum noch zu bremsen ist. Der Zuspruch ist verschwindend gering. Von der offiziellen Zuschauerzahl (2700) wird gut ein Drittel mit Freikarten gelockt. Und immer neue Aktionen von Sponsoren, die Gratistickets versprechen, helfen weder der Stimmung auf den Rängen noch dem angepeilten Schuldenabbau. Längst macht das Gerücht die Runde, im Abstiegsfall könnte der Verein die Anforderungen der Oberliga nicht stemmen und würde bis in die Landesliga durchgereicht. Die Nerven liegen blank. Bei Zuschauern, die sich von der Mannschaft abwenden, bei den Verantwortlichen, deren Reaktionen wirkungslos blieben und den Spielern, deren Auftreten teilweise an Arbeitsverweigerung grenzt. "Mir fehlen die Worte, wie stümperhaft wir reagieren", nörgelte Kleppinger. Von "jeglichem Zweikampfverhalten" könne keine Rede sein. "Wir geben da nicht mehr als Begleitschutz."
Als Ergebnis der Vorkommnisse der vergangenen Wochen steht eine Mannschaft auf dem Platz, die nicht bereit ist, sich mit Händen und Füßen gegen die Talfahrt zu wehren. "Jeder hat eine gewisse Eigenverantwortung", befand Beierle. Ein Team, das sich seinem Schicksal fügt und zu Hause gegen einen Kontrahenten um den Klassenerhalt noch die Gegentreffer vier (Schröder, 48.) und fünf (Strobel, 69.) kassiert, wird sang- und klanglos absteigen. Personelle Konsequenzen sind spätestens in der Winterpause zu erwarten. Auch wenn Kleppinger nach Aussage von Präsident Karl-Heinz Wandrey den vakanten Posten des Sportlichen Leiters nicht in Personalunion übernehmen wird, sollen erste Gespräche über Neuverpflichtungen geführt werden. Gleichzeitig haben nach FR-Informationen sechs Spieler um die Auflösung ihres Vertrages gebeten
Darmstädter Spieler müssen sich nach peinlicher Schlappe im VIP-Raum stellen / "Kein Aufbäumen, kein Herzblut"
VON SEBASTIAN GEHRMANN
Für die Brandrede des fassungslosen Trainers, für viel Blut, Schweiß und Tränen, gab es aus den hinteren Reihen warmherzigen Applaus. Gerhard Kleppinger hatte den Vereinsoberen, die bei Pressekonferenzen hinten am Tisch sitzen, aus der Seele gesprochen. Sie nickten wohlwollend und klatschten zustimmend in die Hände. Jawohl, die Schuldigen waren gefunden. Erst galt der umstrittene Trainer Gino Lettieri als Wurzel allen Übels beim Regionalligisten und wurde beurlaubt. Dann überwarf sich der Sportliche Leiter Thomas Schmidt mit dem Präsidium des SV Darmstadt 98 und erklärte seinen Rücktritt. Doch weil der erhoffte Befreiungsschlag ausblieb und sich die akut abstiegsbedrohten Lilien am Samstag gegen die Reserve des Karlsruher SC bis auf die Knochen blamierte, wird nun den Darmstädter Akteuren ein eisiger Wind entgegen blasen. Die Vorstellung seiner Spieler, giftete Kleppinger, spotte jeder Beschreibung. "Das ist Wahnsinn. Da ist kein Aufbäumen, kein Herzblut und keine Leidenschaft." Wie ein Kartenhaus war das Gebilde, das zu Saisonbeginn ein ambitioniertes Fußballteam war, in sich zusammen gefallen. Die Nachwehen der 1:5-Klatsche, kündigte der Trainer an, ohne eine Miene zu verziehen, "werden die Jungs zu spüren bekommen."
Geschlossen musste sich der Kader auf Geheiß des Trainers nach dem Debakel den betuchten Anhängern im VIP-Raum stellen und anschließend in der Vereinskneipe "Lilienschänke" auflaufen. Alle freien Tage sind bis zur Winterpause ausnahmslos gestrichen. Kleppinger, ein Mann mit Stallgeruch, linientreu und Wunschkandidat des Präsidiums, wurde als kompromissloser Schleifer geholt und will die Linie konsequent durchziehen. Er wird in den nächsten Tagen und Wochen mit Argusaugen beobachten, auf welche Spieler er bauen kann, wer bereit ist, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und auf wessen Dienste er verzichten kann.
Eine verkehrte taktische Ausrichtung galt zunächst als Grund für den Sturz in den Tabellenkeller. Dann wurde versucht, die vielen Niederlagen und die Tatsache, dass die Lilien selten in der Lage waren, eine Führung zu verteidigen, durch mangelnde Fitness zu erklären. Spätestens seit Samstag weiß man, das die Wurzel allen Übels woanders liegt. Das 1:0 durch Andreas Fischer (15.) war bereits zur Pause durch die Treffer von Erich Strobel (22./ 38) und Ole Schröder (28.) Makulatur. "Das hat nichts mit mangelnder Fitness zu tun", fauchte Markus Beierle. "Die Mannschaft wird wohl noch 45 Minuten durchhalten", widersprach der Stürmer der Theorie, das Ausdauertraining sei in der Vorbereitung vernachlässigt worden. "Uns fehlende Kondition vorzuwerfen, ist völliger Schwachsinn", befand Alberto Mendez. "Da wird doch versucht, wieder irgendetwas ins Rollen zu bringen."
Nerven liegen blank
Dabei ist es schon längst nicht mehr notwendig, Unruhe in die Mannschaft zu tragen. Unruhig und völlig verunsichert ist sie ohnehin, und rund um das Böllenfalltor hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die kaum noch zu bremsen ist. Der Zuspruch ist verschwindend gering. Von der offiziellen Zuschauerzahl (2700) wird gut ein Drittel mit Freikarten gelockt. Und immer neue Aktionen von Sponsoren, die Gratistickets versprechen, helfen weder der Stimmung auf den Rängen noch dem angepeilten Schuldenabbau. Längst macht das Gerücht die Runde, im Abstiegsfall könnte der Verein die Anforderungen der Oberliga nicht stemmen und würde bis in die Landesliga durchgereicht. Die Nerven liegen blank. Bei Zuschauern, die sich von der Mannschaft abwenden, bei den Verantwortlichen, deren Reaktionen wirkungslos blieben und den Spielern, deren Auftreten teilweise an Arbeitsverweigerung grenzt. "Mir fehlen die Worte, wie stümperhaft wir reagieren", nörgelte Kleppinger. Von "jeglichem Zweikampfverhalten" könne keine Rede sein. "Wir geben da nicht mehr als Begleitschutz."
Als Ergebnis der Vorkommnisse der vergangenen Wochen steht eine Mannschaft auf dem Platz, die nicht bereit ist, sich mit Händen und Füßen gegen die Talfahrt zu wehren. "Jeder hat eine gewisse Eigenverantwortung", befand Beierle. Ein Team, das sich seinem Schicksal fügt und zu Hause gegen einen Kontrahenten um den Klassenerhalt noch die Gegentreffer vier (Schröder, 48.) und fünf (Strobel, 69.) kassiert, wird sang- und klanglos absteigen. Personelle Konsequenzen sind spätestens in der Winterpause zu erwarten. Auch wenn Kleppinger nach Aussage von Präsident Karl-Heinz Wandrey den vakanten Posten des Sportlichen Leiters nicht in Personalunion übernehmen wird, sollen erste Gespräche über Neuverpflichtungen geführt werden. Gleichzeitig haben nach FR-Informationen sechs Spieler um die Auflösung ihres Vertrages gebeten
keine handbreit den rassisten.
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Thommy
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motorhorst
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Ja, ich glaube daran (wenn das jetzt wirklich das einzige Pro/Contra-Argument ist).
Die Spieler, die nur unter einem Trainer spielen sind glücklicherweise dünn gesät und ich kann mir nicht vorstellen, dass bei irgendeinem der anderen der Trainer der ausschlaggebende Grund wäre, nicht hier her zu kommen.
Und das Lob für Norbert Schlegels Arbeit unterschreibe ich.
Die Spieler, die nur unter einem Trainer spielen sind glücklicherweise dünn gesät und ich kann mir nicht vorstellen, dass bei irgendeinem der anderen der Trainer der ausschlaggebende Grund wäre, nicht hier her zu kommen.
Und das Lob für Norbert Schlegels Arbeit unterschreibe ich.
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Ground Hopper
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Nein, ich glaube das nicht. Welcher Spieler wechselt denn aus der Oberliga in die Regionalliga, wo er einen viel besseren Vertrag hat als hier, um dann nach 6 Monaten wieder reumütig zurückzukommen?
Außerdem: Warum sollte der Verein diese Spieler zurücknehmen wollen? Sie haben in Darmstadt keine Leistung gebracht. Sie haben in Darmstadt keinen Charakter gezeigt. Diese Spieler sind uninteressant.
Außerdem: Warum sollte der Verein diese Spieler zurücknehmen wollen? Sie haben in Darmstadt keine Leistung gebracht. Sie haben in Darmstadt keinen Charakter gezeigt. Diese Spieler sind uninteressant.
R. Beckmann beim Spiel GER-ARG, vor dem 1-1: "Wann endlich trifft Klose mal in einem K.O.-Spiel?"
Nach dem 1-1: "Endlich hat Klose (schon mit 28 Jahren!) den Fluch besiegt, nicht gegen große Mannschaften zu treffen!"
Nach dem 1-1: "Endlich hat Klose (schon mit 28 Jahren!) den Fluch besiegt, nicht gegen große Mannschaften zu treffen!"
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Locke
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Noch ein bitterböser Spielbericht: 
Eine Leistung, die nur Mitleid verträgt
Fußball-Regionalliga
1:5-Niederlage des SV Darmstadt 98 gegen den Karlsruher SC II -Kleppinger: "Stümperhaft"
Am Ende hatte Schiedsrichter Markus Pflaum Mitleid mit dem SV Darmstadt 98. Nach 89 Minuten und 29 Sekunden pfiff er ab. Gnädig, trotz einiger Unterbrechungen in der zweiten Halbzeit. 1:5 prangte es mitleidlos, wie nur Statistisches sein kann, von der Anzeigetafel. 1:5 gegen den Karlsruher SC II, der dadurch in dieser Fußball-Regionalliga-Saison erstmals auswärts gewonnen hatte.
Was gibt es Schlimmeres für Fußballer als Mitleid? Absolut nichts. Der KSC hatte keine Galavorstellung geboten, er hatte nur über die komplette Spielzeit etwas getan, was dem SV 98 allenfalls 20 Minuten gelang: Fußball gespielt. Was die Darmstädter danach boten, hatte damit nichts zu tun. So zementiert man nur seinen Tabellenplatz: Rang 17.
Nach 15 Minuten stand es 1:0 für die Darmstädter. Der kantige Stürmer Andreas Fischer brachte seinen Körper hinter den Ball und traf aus gut acht Metern. Doch schon sieben Minuten später stand es 1:1, weil die Abwehr des SV 98 nur zuschaute, wie KSC-Angreifer Erich Strobel seinen ersten von insgesamt drei Treffern an diesem Nachmittag erzielte.
Es war Karlsruhes erster Torschuss. Damit war schon die Niederlage des SV 98 perfekt. Paradox? Nein, wie die Körpersprache der meisten Darmstädter Spieler verriet.
Die weiteren KSC-Tore fielen deshalb nahezu zwangsläufig: Bei Ole Schröders 2:1, einem Distanzschuss, fand sich keiner, der sich dem entgegenwarf (28.), Strobels 3:1 (38.) nach Freistoßlupfer von Schröder passiert ansonsten nur im freundschaftlichen Altherrenkick, das 4:1 (48.) durch Christian Wiesners herrlichen Kopfball ins eigene Tor unterstrich Qualitätsprobleme sowie die Zerfahrenheit im Darmstädter Spiel.
Das 5:1 von Strobel, der bislang in dieser Saison noch gar nicht getroffen hatte, setzte in der 70. Minute den Schlusspunkt unter eine Darmstädter Leistung, die so noch nicht einmal unteres Landesliga-Niveau hat.
Nach der höchsten Regionalliga-Heimniederlage (sie löst das 0:4 gegen den FC Augsburg vom 3. Dezember 1995 ab) war Trainer Gerhard Kleppinger "relativ sprachlos", um dann doch deutliche Worte zu sagen.
Er vermisste "jegliches Zweikampfverhalten" bei seiner Mannschaft: "Wir machen Begleitschutz. Da war kein Aufbäumen, kein Herzblut, keine Leidenschaft zu erkennen." Und dann fiel auch noch das Wort "stümperhaft". Auf jeden Fall "sind bis zur Winterpause die freien Tage gestrichen. Wir haben viel Arbeit vor uns" (Kleppinger).
Bezeichnend war, dass mit Mergim Mavraj und Christian Remmers (der sein Regionalliga-Debüt gab) zwei junge Spieler noch am ehesten gefallen konnten. Auch wenn beide nicht wirklich gut gespielt haben.
Doch von den Etablierten, den vermeintlichen Führungskräften, war gar nichts zu sehen. Alberto Mendez zum Beispiel trug nach seiner Einwechslung nur sein Trikot spazieren. Zwei Freistöße als Arbeitsnachweis sind für den technisch versierten Mittelfeldspieler ein Armutszeugnis. Oder Stephan Hanke, der als Organisator im Mittelfeld völlig versagte.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Quelle: echo-online.de
Eine Leistung, die nur Mitleid verträgt
Fußball-Regionalliga
1:5-Niederlage des SV Darmstadt 98 gegen den Karlsruher SC II -Kleppinger: "Stümperhaft"
Am Ende hatte Schiedsrichter Markus Pflaum Mitleid mit dem SV Darmstadt 98. Nach 89 Minuten und 29 Sekunden pfiff er ab. Gnädig, trotz einiger Unterbrechungen in der zweiten Halbzeit. 1:5 prangte es mitleidlos, wie nur Statistisches sein kann, von der Anzeigetafel. 1:5 gegen den Karlsruher SC II, der dadurch in dieser Fußball-Regionalliga-Saison erstmals auswärts gewonnen hatte.
Was gibt es Schlimmeres für Fußballer als Mitleid? Absolut nichts. Der KSC hatte keine Galavorstellung geboten, er hatte nur über die komplette Spielzeit etwas getan, was dem SV 98 allenfalls 20 Minuten gelang: Fußball gespielt. Was die Darmstädter danach boten, hatte damit nichts zu tun. So zementiert man nur seinen Tabellenplatz: Rang 17.
Nach 15 Minuten stand es 1:0 für die Darmstädter. Der kantige Stürmer Andreas Fischer brachte seinen Körper hinter den Ball und traf aus gut acht Metern. Doch schon sieben Minuten später stand es 1:1, weil die Abwehr des SV 98 nur zuschaute, wie KSC-Angreifer Erich Strobel seinen ersten von insgesamt drei Treffern an diesem Nachmittag erzielte.
Es war Karlsruhes erster Torschuss. Damit war schon die Niederlage des SV 98 perfekt. Paradox? Nein, wie die Körpersprache der meisten Darmstädter Spieler verriet.
Die weiteren KSC-Tore fielen deshalb nahezu zwangsläufig: Bei Ole Schröders 2:1, einem Distanzschuss, fand sich keiner, der sich dem entgegenwarf (28.), Strobels 3:1 (38.) nach Freistoßlupfer von Schröder passiert ansonsten nur im freundschaftlichen Altherrenkick, das 4:1 (48.) durch Christian Wiesners herrlichen Kopfball ins eigene Tor unterstrich Qualitätsprobleme sowie die Zerfahrenheit im Darmstädter Spiel.
Das 5:1 von Strobel, der bislang in dieser Saison noch gar nicht getroffen hatte, setzte in der 70. Minute den Schlusspunkt unter eine Darmstädter Leistung, die so noch nicht einmal unteres Landesliga-Niveau hat.
Nach der höchsten Regionalliga-Heimniederlage (sie löst das 0:4 gegen den FC Augsburg vom 3. Dezember 1995 ab) war Trainer Gerhard Kleppinger "relativ sprachlos", um dann doch deutliche Worte zu sagen.
Er vermisste "jegliches Zweikampfverhalten" bei seiner Mannschaft: "Wir machen Begleitschutz. Da war kein Aufbäumen, kein Herzblut, keine Leidenschaft zu erkennen." Und dann fiel auch noch das Wort "stümperhaft". Auf jeden Fall "sind bis zur Winterpause die freien Tage gestrichen. Wir haben viel Arbeit vor uns" (Kleppinger).
Bezeichnend war, dass mit Mergim Mavraj und Christian Remmers (der sein Regionalliga-Debüt gab) zwei junge Spieler noch am ehesten gefallen konnten. Auch wenn beide nicht wirklich gut gespielt haben.
Doch von den Etablierten, den vermeintlichen Führungskräften, war gar nichts zu sehen. Alberto Mendez zum Beispiel trug nach seiner Einwechslung nur sein Trikot spazieren. Zwei Freistöße als Arbeitsnachweis sind für den technisch versierten Mittelfeldspieler ein Armutszeugnis. Oder Stephan Hanke, der als Organisator im Mittelfeld völlig versagte.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Quelle: echo-online.de
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.
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Ground Hopper
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Nachdem Hristo Stoichkov seinen eigenen Club gegründet hat, sollte Gino diesem Beispiel folgen und einfach den 1. FC Gino Lettieri ins Leben rufen und sogleich seine treue Gefolgschaft aus Darmstadt wieder um sich sammeln. Das wäre ja schon mal ein Grundgerüst, mit dem der beschwerliche Weg von der Kreisliga in höhere Gefilde angetreten werden kann.
R. Beckmann beim Spiel GER-ARG, vor dem 1-1: "Wann endlich trifft Klose mal in einem K.O.-Spiel?"
Nach dem 1-1: "Endlich hat Klose (schon mit 28 Jahren!) den Fluch besiegt, nicht gegen große Mannschaften zu treffen!"
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Libero
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Charakter haben all diese Spieler in der vergangenen Saison in sensationeller Weise gezeigt. Qualität ebenfalls. Ich weiss nicht, was in Darmstadt jetzt los ist und es interessiert mich auch nur sehr eingeschränkt. Aber jeder dieser Spieler wäre eine große Verstärkung, daran kann man nun wirklich nicht zweifeln. Es ist aber Zeitverschwendung, davon auch nur zu träumen, weil eh keine Kohle vorhanden sein wird, um noch ein oder zwei Leute zu holen.[/b]Ground Hopper hat geschrieben: Außerdem: Warum sollte der Verein diese Spieler zurücknehmen wollen? Sie haben in Darmstadt keine Leistung gebracht. Sie haben in Darmstadt keinen Charakter gezeigt. Diese Spieler sind uninteressant.
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Ground Hopper
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Weißt Du, warum diese Spieler letztes Jahr Charakter und Qualität gezeigt haben? Weil sie sich empfehlen wollten, für bessere Vereine, für bessere Verträge. Das war ihre Motivation. Das ist auch nicht verwerflich. Aber jetzt, wo sie sicher gute Verträge bei Darmstadt haben, haben sie auf einmal nichts mehr gezeigt. Deshalb möchte ich diese Spieler, die durch miserable Leistungen für die katastrophale Lage der Lilien mitverantwortlich sind, auf keinen Fall mehr hier sehen.Libero hat geschrieben:Charakter haben all diese Spieler in der vergangenen Saison in sensationeller Weise gezeigt. Qualität ebenfalls.
R. Beckmann beim Spiel GER-ARG, vor dem 1-1: "Wann endlich trifft Klose mal in einem K.O.-Spiel?"
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DI STEFANO
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da muß ich ( um mal an einer anständigen diskussion teilzunehmen) aber schon mal widersprechen...( zumindest zum teil) da ich alle von den 6 ex-altstädtern persönlich kenne , ( vorbereitung - trainingsbetrieb -persönlichen gesprächen) muß ich das in 5 von sechs fällen vehement bestreiten. einzig und allein einen sajaia könnte ich mangelnden einsatz, als auch defizite bei seinem charakter vorwerfen. so sehr ich ihn als fußballer ,wenn er denn mal lust drauf hat auch schätze. bei allen anderen finde ich es nicht ok ,wenn sie jetzt in einen topf mit besagtem herrn geworfen werden , da sie sicherlich schon weit vor dem letzten spiel ( regensburg -pokal) ihre neuen verträge in der tasche hatten und trotzdem beispiellosen einsatz für den verein gezeigt hatten. auch in der pokalrunde zuvor in nürnberg war ein großer einsatz eines herrn mendez - geiger - sebastiao als auch wiesners und konjevic zu sehen. ich jedenfalls würde buße tun und 1jahr lang jeden sonntag eine kerze anzünden , wenn wir nur 3 von den 5 genannten wieder bei uns begrüßen könnten.
jedoch seh ich ähnlich wie libero, kaum eine möglichkeit so was finanziell wieder gebacken zu kriegen. aber vielleicht gehts ja, wenn der neue sponsor einsteigt.
Ach ja, ebenfalls monsterrespekt an norbert schlegels arbeit , mit so einer trümmer mannschaft und so einer katastrophalen vorbereitung (wochenlang nur mit 9-11 mann) mittlerweile wieder unter den besten 5 bayrischen amateurteams zu stehen. wohlwissend das längst noch nicht alles gold ist was glänzt , glaube ich trotzdem, das wir bis zum ende der saison gewaltig um platz 1 mitsprechen werden. auch wenn es dann finanziell wieder nicht reichen sollte , kann man ja wohl schlecht jetzt schon aufhören zu kämpfen.
jedoch seh ich ähnlich wie libero, kaum eine möglichkeit so was finanziell wieder gebacken zu kriegen. aber vielleicht gehts ja, wenn der neue sponsor einsteigt.
Ach ja, ebenfalls monsterrespekt an norbert schlegels arbeit , mit so einer trümmer mannschaft und so einer katastrophalen vorbereitung (wochenlang nur mit 9-11 mann) mittlerweile wieder unter den besten 5 bayrischen amateurteams zu stehen. wohlwissend das längst noch nicht alles gold ist was glänzt , glaube ich trotzdem, das wir bis zum ende der saison gewaltig um platz 1 mitsprechen werden. auch wenn es dann finanziell wieder nicht reichen sollte , kann man ja wohl schlecht jetzt schon aufhören zu kämpfen.
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Locke
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Volle Zustimmung, DI STEFANO!
Dass sechs Spieler aus DA weg wollen, heißt noch lange nicht, dass diese nach BT wollen. Wir haben eine Mannschaft, die bisher in meinen Augen mehr als das, was nach dem Lizenz-Disaster realistisch betrachtet zu erwarten war, erreicht hat. Wir haben auch, nur so nebenbei, einen Trainer.
Ich wüsste nicht, welcher Sinn darin liegen sollte, nicht vorhandenes Geld auszugeben und in der Winterpause neue Spieler zu verpflichten - egal ob aus DA oder sonstwo her. Wenn es dieser Mannschaft gelingen sollte, bis zum Ende ganz vorne mitzuspielen, hätte ich sicher nichts dagegen. Aber "auf Teufel komm raus" zu versuchen, Platz 1 zu erreichen, wäre absoluter Käse. Eine Lizenz für die RL wäre wegen der unveränderten Finanz- (und Führungs-) Misere allenfalls ein schöner Wunschtraum.
Auch was unseren Ex-Spieler S. angeht, stimme ich absolut zu. Spieler, die behaupten, nur unter einem ganz bestimmten Trainer ihr Leistungspotential abrufen können, möchte ich im gelb-schwarzen Mini nicht (mehr) sehen.
Aber eine Formulierung finde ich trotzdem bemerkenswert:
Ist aber hoffentlich nicht "der", von dem Wicklein gesagt hat, er würde erst nächste Saison einsteigen wollen...
Dass sechs Spieler aus DA weg wollen, heißt noch lange nicht, dass diese nach BT wollen. Wir haben eine Mannschaft, die bisher in meinen Augen mehr als das, was nach dem Lizenz-Disaster realistisch betrachtet zu erwarten war, erreicht hat. Wir haben auch, nur so nebenbei, einen Trainer.
Ich wüsste nicht, welcher Sinn darin liegen sollte, nicht vorhandenes Geld auszugeben und in der Winterpause neue Spieler zu verpflichten - egal ob aus DA oder sonstwo her. Wenn es dieser Mannschaft gelingen sollte, bis zum Ende ganz vorne mitzuspielen, hätte ich sicher nichts dagegen. Aber "auf Teufel komm raus" zu versuchen, Platz 1 zu erreichen, wäre absoluter Käse. Eine Lizenz für die RL wäre wegen der unveränderten Finanz- (und Führungs-) Misere allenfalls ein schöner Wunschtraum.
Auch was unseren Ex-Spieler S. angeht, stimme ich absolut zu. Spieler, die behaupten, nur unter einem ganz bestimmten Trainer ihr Leistungspotential abrufen können, möchte ich im gelb-schwarzen Mini nicht (mehr) sehen.
Aber eine Formulierung finde ich trotzdem bemerkenswert:
DI STEFANO hat geschrieben:aber vielleicht gehts ja, wenn der neue sponsor einsteigt.
Ist aber hoffentlich nicht "der", von dem Wicklein gesagt hat, er würde erst nächste Saison einsteigen wollen...
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.
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DI STEFANO
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Ground Hopper
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Noch einmal zu den 6 Spielern. Es sind mit Sicherheit 3 aus der SpVgg-Fraktion dabei. Ich tippe mal: Ganz sicher, klar, der Mika. Dann Konjevic, der sich dort ja wohl nicht so wohl fühlt und der ja auch ein besonderes Ziehkind vom Gino ist. Zuletzt Wiesner, der bisher total enttäuscht hat. Bei den anderen dreien kann ich es mir nicht vorstellen.
Aber daß die 3 aus dem Rhein-Main-Gebiet rauskommen, bezweifle ich sehr. Der Normalfall ist im südhessischen Fußball doch ein anderer: Es herrscht ein munteres Bäumchen-wechsel-Dich-Spielchen. Man spielt mal bei Darmstadt, dann geht man mal zum FSV Frankfurt, dann, wenn dort mal wieder Geld da ist, spielt man auch ganz gerne mal in Eschborn, wenn man gut ist, geht man vielleicht mal zu Offenbach, wenn man unter Ausschluß der Öffentlichkeit kicken will oder vom FSV Mainz entdeckt werden will, wechselt man nach Wehen. Umziehen ist nicht nötig. Sehr bequem zumal. Daher bleiben die meisten Spieler da in Südhessen hängen. Klar, es gibt Ausnahmen, aber regelmäßig läuft es wie beschrieben.
Aber daß die 3 aus dem Rhein-Main-Gebiet rauskommen, bezweifle ich sehr. Der Normalfall ist im südhessischen Fußball doch ein anderer: Es herrscht ein munteres Bäumchen-wechsel-Dich-Spielchen. Man spielt mal bei Darmstadt, dann geht man mal zum FSV Frankfurt, dann, wenn dort mal wieder Geld da ist, spielt man auch ganz gerne mal in Eschborn, wenn man gut ist, geht man vielleicht mal zu Offenbach, wenn man unter Ausschluß der Öffentlichkeit kicken will oder vom FSV Mainz entdeckt werden will, wechselt man nach Wehen. Umziehen ist nicht nötig. Sehr bequem zumal. Daher bleiben die meisten Spieler da in Südhessen hängen. Klar, es gibt Ausnahmen, aber regelmäßig läuft es wie beschrieben.
R. Beckmann beim Spiel GER-ARG, vor dem 1-1: "Wann endlich trifft Klose mal in einem K.O.-Spiel?"
Nach dem 1-1: "Endlich hat Klose (schon mit 28 Jahren!) den Fluch besiegt, nicht gegen große Mannschaften zu treffen!"
Nach dem 1-1: "Endlich hat Klose (schon mit 28 Jahren!) den Fluch besiegt, nicht gegen große Mannschaften zu treffen!"
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DI STEFANO
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Ich persönlich träume ja ein bißchen von einer rückkehr geigers. konjevic und wiesner. auf die anderen 3 würd ich verzichten, da nicht so familiär strukturiert. am ende wirds vielleicht der fischer ...am ehesten aber wohl gar keiner
will mir trotzdem mal ne minute vorstellen was das für ne geile abwehr wäre.
auf links : wiesner-rechts arrancino, innenverteidiger mayr und konjevic..davor benny und ingo. mittelfeld seufert und hecke und im sturm vlaovic in der mitte und je nach angriff, kossmann entweder mal über links oder rechts je nachdem von wo aus seufert oder hecke grad kommt. Ein absolut geniales 4-4-2 meiner meinung nach. wobei die schwächen wohl alleinig im sturm zu suchen wären...zumindest in der momentanen verfassung.
will mir trotzdem mal ne minute vorstellen was das für ne geile abwehr wäre.
auf links : wiesner-rechts arrancino, innenverteidiger mayr und konjevic..davor benny und ingo. mittelfeld seufert und hecke und im sturm vlaovic in der mitte und je nach angriff, kossmann entweder mal über links oder rechts je nachdem von wo aus seufert oder hecke grad kommt. Ein absolut geniales 4-4-2 meiner meinung nach. wobei die schwächen wohl alleinig im sturm zu suchen wären...zumindest in der momentanen verfassung.