SV Darmstadt 98

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katinka
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Beitrag von katinka »

1-2 in Stuttgart gewonnen :D
durch Tore von Beigang und Beierle... :roll:
Sind wahrscheinlich beide dumm angeschossen worden und konnten nix dafür...

Jetzt wieder 2 Punkte (+1 wegen Torverhältnis) zum Nichtabstiegsplatz...
Die Hoffnung stirbt zuletzt bzw. in München...
Altstadt Geist
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Beitrag von Altstadt Geist »

weiter so lilien!!!
DI STEFANO
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Beitrag von DI STEFANO »

Den würde ich auch liebend gerne in BT sehen. Interview aus Transfermarkt .de

Quelle: Interview der Woche
Interview mit Stefan Leitl

Veröffentlicht: 22.05.2007 - 09:03 Uhr
Interview mit Stefan Leitl Stefan Leitl steckt mitten im Abstiegskampf der Regionalliga mit dem SV Darmstadt 98. Über die Perspektiven des Vereines, aber auch seine persönlichen, sprach er exklusiv mit Sven Bauer (Lapdog) in der letztlich entscheidenden Endrundenphase.

Transfermarkt.de: Herr Leitl, Sie haben die Spielerberaterin Mirjana Kovecev geheiratet. Haben Sie ihre Frau schon vorher gekannt oder ist das "Paarwerden" während Ihrer Zusammenarbeit "entstanden?

Stefan Leitl: Meine Frau habe ich bei einem Spiel kennen gelernt: SpVgg Unterhaching - VfR Aalen. Sie beobachtete damals einen Spieler: Das sie meine Beraterin dann wurde, ergab sich von alleine.

Transfermarkt.de: Sie haben nun den Berater gewechselt: Warum?

Stefan Leitl: Meine Frau konnte wegen Schwangerschaft ihrem Beruf nicht mehr nachgehen; sie arbeitet seither mit Hr. Kletke eng zusammen. Ich persönlich kenne Hr. Kletke schon sehr lange. Als es dann zu Vertragsgesprächen kam, habe ich ihn gebeten, mich zu vertreten, und darüber bin ich sehr froh.

Transfermarkt.de: Für den SV Darmstadt 98 sieht es schlecht aus: Auf einem Abstiegsplatz, dazu noch ein miserables Torverhältnis. Warum steht der SVD dort, wo er zurzeit steht?

Stefan Leitl: Wir haben vor dieser Saison einen extremen Spielerabgang zu verkraften gehabt - teilweise kamen die neuen Spieler erst mitten in der Vorbereitung oder noch später - so hatten wir von Anfang an Probleme. Dazu kam noch die Außendarstellung: Wir wollen oben mitspielen oder gar aufsteigen!!! Diesem Druck konnten wir leider nicht standhalten.

Transfermarkt.de: Warum hält der SV die Klasse?

Stefan Leitl: Wir können die Klasse nur noch halten, wenn wir alle Spiele gewinnen. Das wird sicher nicht einfach, aber wir werden alles geben, um die Sensation noch zu schaffen.
Transfermarkt.de: Ihr Vertrag läuft bis 2009: Würden Sie auch mit in die Oberliga gehen? Haben Sie schon Angebote anderer Clubs?

Stefan Leitl: Ich werde definitiv nicht mit Darmstadt in die Oberliga gehen. Es gibt verschiedene Anfragen, aber noch nichts Konkretes.

Transfermarkt.de: Ihr Mitspieler Stephan Hanke hat sich über zu hartes Training Ihres Trainers Kleppinger beschwert: Was sagen Sie dazu?

Stefan Leitl: Der Stephan ist ein sehr emotionaler Spieler, der sagt, was er denkt, doch in dieser Phase war es sicher nicht klug, so eine Aussage zu treffen.

Transfermarkt.de: Sie haben in Darmstadt unter den Trainern Lettieri, Labbadia und Kleppinger gespielt. Bitte vergleichen Sie alle 3 miteinander!

Stefan Leitl: Das ist schwer! Alle drei sind oder waren für mich sehr gute Trainer. Sie haben in etwa alle die gleiche art Fußball spielen zu lassen. Sie setzten sehr viel Wert auf Disziplin, Fleiß und mannschaftliche Geschlossenheit.

Transfermarkt.de: Sie haben im Profibereich für die Vereine Darmstadt, Nürnberg, Bayern München sowie Unterhaching gespielt: Bitte vergleichen Sie die Vereine miteinander und teilen uns positive sowie negative Erlebnisse mit.

Stefan Leitl: Das kann man nicht vergleichen. Der FC Bayern ist das Maß aller Dinge in Deutschland, einer der besten Klubs in Europa - da stimmt einfach alles von A-Z. Der 1.FC Nürnberg hat das Potential, da hin zu kommen, das Umfeld und die Fans sind sensationell. Die SpVgg Unterhaching ist ein sehr guter Verein, der professionell geführt wird. Leider fehlt dort mangels Tradition die nötige Unterstützung der Zuschauer. Der SV 98 lebt eigentlich nur von seinen Fans und seiner Tradition. Die Sehnsucht der Fans, wieder in den bezahlten Fußball zu kommen, ist extrem hoch. Leider ist die finanzielle Situation nicht gerade rosig - so kommt es immer wieder zu einer Flut von Abgängen. Es lässt sich so wenig aufbauen, zumal die finanzielle Unterstützung aus der Region nicht gegeben ist wie bei anderen vereinen.

Transfermarkt.de: Sie haben viele Trainer kennen gelernt. Mit wem konnten Sie gut, wer ging z.B. überhaupt nicht? Und warum?
Stefan Leitl: Dazu möchte ich nichts sagen...

Transfermarkt.de: In Ihrer Karriere sind Ihnen viele Menschen begegnet: Gab es viele "falsche" Freunde? Gibt es Freundschaften im Profisport untereinander?

Stefan Leitl: Umso größer dein persönlicher Erfolg ist, desto mehr "so genannte Freunde" hast du. Man muss vorsichtig sein und sich seine Freunde sehr genau anschauen. Neid und Missgunst steht in Deutschland ganz weit oben. Ich habe viele ehemalige Mitspieler als Freunde gewonnen, mit Dennis Grassow und Thomas Ollhoff habe ich aber wirklich zwei richtig gute Freunde.

Transfermarkt.de: Haben Sie in Ihrer Laufbahn Fehler gemacht oder falsche Entscheidungen getroffen?

Stefan Leitl: Ja, das habe ich mit Sicherheit. Zum Anfang meiner Karriere, das verfolgt mich leider noch bis heute, fast zehn Jahre später!!!!Eigentlich gilt da ja ein Spruch: Wie du es machst, ist es falsch..... Aber mal ganz ehrlich: Ich habe wirklich bei tollen Vereinen gespielt.

Transfermarkt.de: Sie haben für die U21 gespielt: Warum sind Sie nur zu 5 Einsätzen gekommen?

Stefan Leitl: Weil ich einfach in diesen 5 Spielen zu wenig überzeugt habe - mal gut, mal schlecht, das reicht dann einfach nicht. Hinzu kam mein Wechsel in die Bayernliga zum SV Lohhof.

Transfermarkt.de: Sie sind zwischen den Stationen Bayern München und 1.FC Nürnberg zum SV Lohhof gewechselt. Warum?

Stefan Leitl: Da gab es viele Gründe. Zum einen private, über die ich nicht sprechen möchte, zum anderen durch schlechte Beratung. Aber im Nachhinein war es das Beste, was ich machen konnte. Wir sind aufgestiegen und ich habe eine gute Saison gespielt.

Transfermarkt.de: Wie sind die Trainingszeiten in der RL?

Stefan Leitl: Wir trainieren wie eine Bundesligamannschaft: Ein- oder zweimal am Tag, 10.00 oder 15.00 Uhr. Einen Tag vor dem Spiel geht es ins Mannschaftshotel.

Transfermarkt.de: Welche Hobbies haben Sie?

Stefan Leitl: Hobbies, ja, meine Kinder. Und wenn dann noch Zeit bleibt, ein bisschen Tennis.

Transfermarkt.de: Gibt es spezielle Rituale vor einem Spiel?

Stefan Leitl: Mittlerweile gibt es nur noch ein: Zuerst der linke Schuh, dann der rechte.

Transfermarkt.de: Als Profi: Nennen Sie doch mal bitte die Vorzüge im Leben als solcher bzw. die Schattenseiten. Wie geht Ihre Familie damit um?

Stefan Leitl: Fußball ist der schönste Sport bzw. Beruf der Welt. Das wird immer so sein, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann, ist das einfach das Größte: Das sollte man sehr schätzen und pflegen. Für unsere Familie gibt es momentan keine Nachteile. Das wird sich sicher ändern, wenn meine Kinder schulpflichtig sind. Aber das ist auch das Einzige, was nicht optimal ist.

Transfermarkt.de: Was möchten Sie nach Ihrer Karriere machen? Gibt es schon Pläne?

Stefan Leitl: Es gibt noch keine festen Pläne. Erstmal noch ein paar Jahre kicken, und dann vielleicht den Trainerschein machen.
Aber solange die Idee von der Oldschdod nicht aufhört zu begeistern und die Menschen das leben wird auch die Tradition bestehenbleiben.
Prost!
Locke
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Beitrag von Locke »

DA spielt nur 2:2 gegen Ingolstadt und hat damit am letzten Spieltag kaum mehr eine Chance, den Klassenerhalt zu schaffen.

Leider sieht es auch für 1860 II nicht besonders gut aus, was den Klassenerhalt angeht (1:1 gegen FCB II) - "leider" (nur) deshalb, weil wir wohl eine weitere Mannschaft vor die Nase gesetzt bekommen werden, die alles versuchen wird, sich für die neue Regionalliga zu qualifizieren. :?
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.
katinka
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Beitrag von katinka »

Leider hat Locke recht :cry:

Wir haben in der 88. Minute noch den Ausgleich gefangen.
Umso ärgerlicher, dass alle anderen eigentlich für uns gespielt haben und wir es am letzten Spieltag aus eigener Kraft hätten schaffen können, nicht abzusteigen.

Aber: ein Spiel dauert 90 Minuten...
Leider...
schorschla
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Beitrag von schorschla »

gepostet vom user groundhopper in fussballstammtisch.de

wäre es nicht so traurig, wäre es richtig lustig...
Kleine Anekdote von gestern an der Kasse:

Kassiererin: "Sorry, ohne Karte kann ich sie nicht reinlassen".
Besucher: "Ich bins, Stefan Leitl".
Kassiererin:" Ja, und ?"
Besucher: "Ich bin Spieler hier"
K: "im Ernst?"
keine handbreit den rassisten.
Hecke4Life
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Beitrag von Hecke4Life »

:roll: Soll er ma lieber uns!!
katinka
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Beitrag von katinka »

schorschla hat geschrieben:gepostet vom user groundhopper in fussballstammtisch.de

wäre es nicht so traurig, wäre es richtig lustig...
Kleine Anekdote von gestern an der Kasse:

Kassiererin: "Sorry, ohne Karte kann ich sie nicht reinlassen".
Besucher: "Ich bins, Stefan Leitl".
Kassiererin:" Ja, und ?"
Besucher: "Ich bin Spieler hier"
K: "im Ernst?"
Bestätigt mal wieder meine Vermutung, dass bei dem Verein nur Amateure arbeiten... 8O
katinka
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Beitrag von katinka »

Vollständigkeitshalber der Bericht zum Spiel gegen Ingolstadt:

Ende aller Träumerei am Böllenfalltor
Fußball-Regionalliga: Nach dem 2:2 gegen Ingolstadt hat der SV 98 nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt

Hat eine Handbreit den SV Darmstadt 98 die weitere Zugehörigkeit zur Fußball-Regionalliga Süd gekostet? Als ein Freistoß von Marcus Mann Sekunden vor dem Abpfiff hörbar an die Querlatte prallte, ging ein kollektives Stöhnen durchs Stadionrund am Böllenfalltor. Ingolstadts Torhüter Michael Lutz wäre vergeblich geflogen, um den 3:2-Siegtreffer der Darmstädter zu verhindern. So aber blieb es beim 2:2 (2:1) – dem SV 98 fehlen wie schon oft in dieser Saison zwei entscheidende Punkte, um die Abstiegszone zu verlassen.
Eine Minute vorher hatten die Ingolstädter vor zuvor 4800 hoffnungsfrohen Zuschauern den Ausgleich erzielt. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es ein Eigentor von Richard Hasa war oder ein Treffer des eingewechselten Tobias Fink, die beide in die Freistoß-Flanke von Ralf Keidel hineinrutschten. Denn der Freistoß durfte erstens nicht geschehen (dämliches Foul von Christian Wiesner) und zweitens niemals ungehindert durch den Fünfmeterraum fliegen. Aber irgendwie passte das 2:2 zum Verlauf der zweiten Halbzeit, in der die Darmstädter paralysiert wie das Kaninchen vor der Schlange sich den Angriffen der Ingolstädter erwehrten und nur selten zu konstruktiven Angriffszügen kamen. Besonders hier machte sich das Fehlen des gelbgesperrten Kapitäns Stefan Leitl brutal bemerkbar.

Die erste Halbzeit hatte dem SV 98 gehört, der sich gegen den drohenden Abstieg trotz hoher Temperaturen mit intensivem Laufspiel, gelungenen Kombinationen und herzhaftem Offensivspiel wehrte. Die Führung durch Nico Beigangs zwölften Saisontreffer nach Flanke von Sebastiao (15.) – hochverdient. Der 1:1-Ausgleich durch Keidel (32.) – unglücklich, aber intelligent herausgespielt. Die 2:1-Führung (35.) durch den achten Saisontreffer des glänzend Regie führenden Alberto Mendez nach Doppelpass mit Beigang – verdienter Lohn eines engagierten Darmstädter Auftritts. Die Pausenführung hätte durchaus höher ausfallen und viel zur allgemeinen Beruhigung beigetragen können.

Doch nach der Pause war es weitestgehend vorbei mit aller Darmstädter Herrlichkeit. Bestenfalls bei einigen wenigen Kontervorstößen – etwa durch Sebastiao, der an seinem Übereifer scheiterte (65.) – war der SV 98 auf dem Weg zum entscheidenden 3:1. Ansonsten bestimmten die Ingolstädter, die nicht wirklich noch ein Ziel hatten (Trainer Jürgen Press: „Wir wollten die 50-Punkte-Marke knacken, das ist uns gelungen“), die Begegnung. Der SV 98 verteidigte und verwaltete, nicht mehr. Das 2:1 über die Zeit zu retten, es ging schief.

„Bei uns herrscht höchste Niedergeschlagenheit in der Kabine.“ Trainer Gerhard Kleppingers Mienenspiel verkörperte genau diese Niedergeschlagenheit. Denn nur Träumer und ewige Optimisten können noch daran glauben (oder hoffen), dass der SV 98 nach einer total verkorksten Saison die Drittklassigkeit im letzten Saisonspiel erhalten kann. Selbst mit einem alles andere als einfachen Sieg am kommenden Samstag beim ebenfalls noch nicht sorglosen FC Bayern München II. Dazu müssten vor allem die Konkurrenten um den Klassenerhalt mitspielen: SF Siegen (beim sieglosen 1. FC Kaiserslautern II) muss verlieren, TSV 1860 München II (bei Hessen Kassel) darf nicht gewinnen.

Zu viele Unbekannte in der Rechnung, auch wenn die theoretische Chance noch da ist. Aber realistisch ist sie nicht wirklich. Die bittere Wahrheit heißt ab der neuen Saison Oberliga Hessen. Diesmal ein noch gewaltigerer Rückschritt, drei Jahre nach dem sofortigen Wiederaufstieg. Zumindest für zwei, drei Jahre kann dann Darmstadt von professionellem Fußball nur träumen.

Termin und Anstoßzeit für das Hessenpokal-Finale stehen mittlerweile fest. Am Mittwoch, 6. Juni, um 18.30 Uhr trifft Cup-Verteidiger SV 98 im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion auf den Oberligisten KSV Klein-Karben. Der Sieger ist für die erste DFB-Pokalrunde im August qualifiziert.

SV Darmstadt 98: Becker – Wiesner, Adiele (46. Konjevic), Mavraj, Hasa – Hanke, Juskic – Sebastiao (67. Kröh), Mann, Mendez – Beigang (73. Beierle).

FC Ingolstadt: Lutz – Miethaner, Schmidt, Wenczel (62. Fink) – Sbordone (46. Klarer), Kroll – Mbwando (74. Buchner), Keidel, Jungwirth, Obele – Wohlfarth.

Schiedsrichter: Wingenbach (Diez). Tore: 1:0 Beigang (16.), 1:1 Keidel (32.), 2:1 Mendez (35.), 2:2 Hasa (89., Eigentor). Zuschauer: 4800. Gelbe Karte: Obele (8).


Hans-Jürgen Kalweit
29.5.2007
katinka
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Beitrag von katinka »

Wie immer bringt es die FAZ auf den Punkt: :!:


FAZ (29.Mai 2007)

Sanierungsfall

Jürgen Müller steht als Führungskraft des Immobiliendienstleisters „Bauverein“ in der Darmstädter Öffentlichkeit, so als Projektleiter der Großbaustelle Kongresszentrum. Er hat einen Ruf zu verlieren. Wohl auch deswegen ist Müller am Samstag als Erneuerer aufgetreten und hat als Präsidiumsmitglied des SV Darmstadt 98 unverblümt Verbesserungsbedarf für diesen Verein angemahnt: „Wir wollen den Neuaufbau“, schrieb Müller im Stadionheft und sieht den Klub an einer Wegschneide: „Immer nur von der Hand in Mund leben und kurzfristig Zielen hinterherhecheln oder konsequenter, mittelfristiger und nachhaltiger Aufbau für den Profifussball.“ Müller fordert verbessertes Marketing, ein klares Konzept für den Sport und „endlich eine sachlich-produktive Diskussionskultur auf allen Ebenen“. Der Mann ist der erste Funktionär der „Lilien“, der es vermeidet, den Niedergang des Vereins anderen in die Schuhe zu schieben, wie es Präsident Karl-Heinz Wandrey und dessen Stellvertreter Karlheinz Hahn beim ehemaligen Sportlichen Leiter Thomas Schmidt versuchen.

Der SV Darmstadt 98 ist reif für die Totalsanierung. Der nach 2003 nächste Abstieg in die Oberliga wäre schlimmer denn je – für die 2008 startende neue dritte Liga könnten sich die „Lilien“ erst einmal nicht qualifizieren. Gewiss, die aktuelle, viel zu dünn besetzte Mannschaft blieb unter ihren Möglichkeiten. Aber erst nach dem Verkauf des Talents Ivo Ilicevic an den VfL Bochum (350 000 Euro) nach der vorigen Saison und dem Einzug in den DFB-Pokal war Geld vorhanden, um notgedrungen ein komplett neues Team zusammenstellen zu können. Der Markt für gute Spieler war zu diesem Zeitpunkt längst leer. Zudem wurde der kauzige ehemalige Trainer Gino Lettieri in Darmstadt schlechtgeredet und –geschrieben. Daraus entstand im Stadion eine vergiftete Stimmung und als Folge eine Entfremdung zwischen Verein und Mannschaft.

Die Darmstädter Finanzlage wird jährlich schlimmer, Marketing und Sponsorensuche sind auch unter dem zuständigen Hahn defizitär. Und dass Wandrey sich als Chef des Vereins nicht eignet, beweist der wortkarge Bauingenieur seit vielen Wochen. In Darmstadt müssen sie sich überlegen, ob sie einen Traditionsklub retten wollen – in einer Zeit, in der Profifussball auch für das Stadtmarketing immer wichtiger wird. Im Südhessischen positioniert man sich erfolgreich als Wissenschaftsstadt, nur bei den „Lilien“ regiert Provinzialität.Der allmächtige Präsidiumsberater Uwe Wiesinger hält seit Jahren den Laden zusammen, Qualitätsmitarbeiter hat er in dieser Zeit selten gewinnen können – oder wollen. Aber für Profifussball brauchen die „Lilien“ Profis auf allen Ebenen, kein Gewurschtel, keine von Wiesinger kreierten Spielerverträge, die wirre Steuersparmodelle sind. Beim SV Darmstadt 98 gibt es viel zu tun – auch der fast unmögliche Klassenverbleib, sollte er in letzter Minute doch noch gelingen, würde daran nichts ändern. stg.
Mitch BT
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Beitrag von Mitch BT »

Wochen. In Darmstadt müssen sie sich überlegen, ob sie einen Traditionsklub retten wollen – in einer Zeit, in der Profifussball auch für das Stadtmarketing immer wichtiger wird.


Das sollten auch mal unsere Stadtoberen zu lesen bekommen. Die wissen das auch noch nicht.
"Und Gott schuf Tony Iommi nach seinem Ebenbilde und führte ihn zusammen mit Terry Butler, Bill Ward und John Michael Osbourne" (Deaf Forever)
katinka
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Beitrag von katinka »

Mitch BT hat geschrieben:
Wochen. In Darmstadt müssen sie sich überlegen, ob sie einen Traditionsklub retten wollen – in einer Zeit, in der Profifussball auch für das Stadtmarketing immer wichtiger wird.


Das sollten auch mal unsere Stadtoberen zu lesen bekommen. Die wissen das auch noch nicht.


Habe mir bei dem Bericht auch gedacht:
"Ups, der könnte auch auf Bayreuth passen!" :wink:

Da bin ich ja vom Regen in die Traufe gezogen.
Oder um es positiv zu formulieren:
zumindest was das Fußballgeschehen betrifft, muss ich mich kaum umstellen / umgewöhnen :wink:
katinka
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Beitrag von katinka »

Ich habe Zeugen: ich war auf n Oldschdodspiel :wink:
Was für ein Chaos, das da momentan bei den "Lilien" abgeht...

frankfurter rundschau

Zum Abschied fliegen Steine

Darmstadt 98 verliert und steigt aus der Regionalliga ab / Fans randalieren nach Ankunft am Böllenfalltor

VON SEBASTIAN GEHRMANN



In diesen Tagen, da die Krawalle vermummter G 8-Gegner zum Dauerthema wird und ein fliegender Pflasterstein ein gebräuchliches Synonym für gewalttätigen Protest ist, bedarf es nicht besonderer Phantasie, um ein recht anschauliches Bild von der nächtlichen Randale auf dem Parkplatz vor dem altehrwürdigen Stadion am Böllenfalltor zu zeichnen.

Spät Abends hatte der Reisebus mit der Entourage des Fußball-Regionalligisten SV Darmstadt 98 an Bord vor dem verbarrikadierten Eingangstor gehalten. Im Internet hatten Anhänger nach dem endgültigen Abstieg der Lilien dazu aufgerufen, nach der 0:2-Niederlage (Tore: Kokocinski 65., Görlitz 90.) beim FC Bayern München II auf die Mannschaft zu warten. Gestern Morgen war von 30 bis 40, zum Teil maskierten und auf jeden Fall gewaltbereiten Personen die Rede, die der Darmstädter Ultra-Szene, aber auch dem Umfeld des Fanprojekt angehören sollen. Erst flogen den Spielern allerlei wüste Beschimpfungen, dann Steine entgegen. Die Heckscheibe splitterte, Spieler wurden von Scherben getroffen. Verletzt wurde niemand. Der Fahrer wendete und hielt erst wieder vor dem nahegelegenen Polizeipräsidium an.


Spieler denken an Boykott

Zu den "heftigen Aktionen aus Fankreisen", wie es offiziell heißt, will sich der Verein heute in einer Stellungsnahme äußern. Hinter den Kulissen muss noch abschließend über mögliche Konsequenzen diskutiert werden. Spieler hatten, wie Stürmer Nico Beigang der FR bestätigte, einzelne Gewalttäter erkannt. "Ich werde es nicht zulassen, dass irgendwelches Gesindel aus dem Umfeld Menschen im seelischen und körperlichen Bereich angreift", blaffte Vizepräsident Karl-Heinz Hahn. Noch in der Nacht hatte es eine Sitzung der Mannschaft gegeben. "Einige haben überlegt, ob sie Mittwoch überhaupt noch spielen sollen", sagt Beigang. Dann steigt in Hanau das Hessenpokal-Finale gegen den Oberligisten KSV Klein-Karben. Die Spieler fordern für diese Partie vom Vorstand eine Sicherheitsgarantie. Ein Boykott wäre fatal. Denn ein Sieg und der Einzug in den DFB-Pokal würden dem klammen Verein 55 000 Euro in die Kasse spülen. Gegen ein Team wie Paderborn würde sich die Summe auf 70 000 Euro erhöhen. "Gegen die Bayern", sagt Hahn, "ist es entsprechend mehr".

Der Verein kann jeden Cent gut gebrauchen. Dazu passt die Aussage, dass nach Mergim Mavraj (VfL Bochum) auch Kapitän Stefan Leitl den Verein nur gegen eine gewisse Ablösesumme verlassen soll. "Wir haben im Abstiegsfall eine Einigung getroffen", sagt Sportmanager Tom Eilers. "Wir werden hier niemanden verschenken."

So oder so steht die Mannschaft, von der Spielmacher Alberto Mendez sagt, ihr Gefüge sei intakt gewesen, "aber die Vereinsführung hat immer wieder dazwischen geschossen", vor einem radikalen Umbruch. Eilers geht davon aus, "dass wir sie neu gestalten". Der künftige Kader, so Eilers und Hahn unisono, "soll einen anderen Charakter haben". Und das sei wörtlich zu nehmen. Ob sich die tiefen Risse innerhalb des Vereins, die am Samstag ihren traurigen Höhepunkt erreichten, so kitten lassen, bleibt fraglich."Natürlich stellt sich in so einem Moment die Sinnfrage", sagt ein Präsidiumsmitglied, das nicht genannt werden will. "Wenn wir den Laden nun aufgeben, versinkt alles im Chaos." Als erste Maßnahme sollen die Randalierer zur Rechenschaft gezogen werden.


http://www.fr-online.de/frankfurt_und_h … nt=1148331
DI STEFANO
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Beitrag von DI STEFANO »

Normalerweise sollte als erste Maßnahme die Vorstandschaft zur Rechenschaft gezogen werden.
Aber solange die Idee von der Oldschdod nicht aufhört zu begeistern und die Menschen das leben wird auch die Tradition bestehenbleiben.
Prost!
katinka
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Beitrag von katinka »

DI STEFANO hat geschrieben:Normalerweise sollte als erste Maßnahme die Vorstandschaft zur Rechenschaft gezogen werden.
Schön wär´s.
Aber die bleiben fest an ihren Stühlen kleben!
Zum Kotzen...
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