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Torwart Schmidt wurde zum Sieggaranten
SpVgg Bayreuth nach hart erkämpftem 1:0 beim Vorletzten SC Fürstenfeldbruck an fünfter Position der Bayernliga
29.10.2006 15:56
Fussball
Von Andreas Bär
„Schleicht euch bitte wieder in die Regionalliga”, so lautete der Tenor der Macher des SC Fürstenfeldbruck nach dem 1:0 (1:0) der SpVgg Bayreuth vor den Toren Münchens: „Das ist ja wie ein Fluch gegen euch.” Wie wahr. In neun Aufeinandertreffen stehen mittlerweile sieben Altstädter Erfolge bei zwei Remis zu Buche. Einen Sieg durften die Oberbayern über die Wagnerstädter bisher noch nie feiern.
„Kurz gesagt. Wenn du schlechte Spiele gewinnst, gewinnst du gute erst recht”, brachte der Altstädter Trainer Norbert Schlegel die Leistung seiner Elf nach dem harterkämpften und glücklichen Erfolg beim aufstrebenden Tabellenvorletzten SC Fürstenfeldbruck auf den Punkt. Eines ist klar: Öfters sollte seine Elf das Glück nicht so überstrapazieren. Will man den Anschluss an die erneut schwächelnden Spitzenteams aus Regensburg (0:0 gegen Ismaning) und Fürth (1:1 gegen Heimstetten) schaffen, bedarf es einer gewaltigen Leistungssteigerung.
Starke Gastgeber
Wobei es nicht viele Gegner geben dürfte, die so stark auftreten, wie es die Fürstenfeldbrucker taten. Deren Leistung erinnerte weit mehr an die einst hohen Aufstiegsambitionen vor Saisonbeginn als an den tatsächlichen vorletzten Tabellenplatz. „Ich habe kein Mitleid mit FFB”, so Coach Schlegel „sondern vielmehr höchsten Respekt.”
Ein Treffer des Kroaten Hrovje Vlaovic sicherte letztlich den vielumjubelten Dreier. Nach dem vierten Sieg im fünften Spiel kletterte die SpVgg in der Bayernliga vor dem Spitzenspiel gegen den nächsten Lieblingsgegner SSV Jahn Regensburg auf den fünften Rang und kann mit einem Sieg an den Domstädtern vorbeiziehen.
Der Garant für den Bayreuther Dreier stand im Tor: Florian Schmidt. Der 28jährige, vor der Saison nur als Ersatzmann eingeplant, hatte mit einer bärenstarken Leistung die Fürstenfeldbrucker schier zur Verzweiflung getrieben. Und auch das Glück war ihm hold. Die Hausherren, von Beginn an druckvoll, zweikampfstärker und stets einen Tick schneller am Ball, schafften immer wieder Überzahlsituationen, die sehr oft brandgefährlich wurden.
Insbesondere Manndecker Daniel Brode und der auf Abstauber lauernde Sturmtank Florian Hönisch taten sich hervor. Und hatten das Pech an den Schuss-Stiefeln kleben. Hönisch und Staude (8./13.) verfehlten das Gehäuse nach einer der insgesamt zehn Ecken (der keine einzige Bayreuther gegenüberstand!) um Haaresbreite. Und nach einer herrlichen Lippert-Flanke bugsierte Staude das Leder an die Querlatte (23.), Hönisch stand beim verwandelten Nachschuss im Abseits.
Und so kam was kommen musste. Die bis dahin mit einigen abgeblockten Fernschüssen auffallenden Bayreuther (Stapelfeld, Kossmann) kamen erstmals strukturiert vor das Tor: Ein mitten in die Nahtstelle der Abwehrkette beförderter Arancino-Ball fand Hrovje Vlaovic, der mit einem trockenen Flachschuss ins kurze Eck Keeper Remlein keine Chance ließ (33.).
Das war es dann aber auch für lange Zeit. Das bis dahin praktizierte Direktspiel im defensiv zu nachlässigen Mittelfeld fand kaum mehr statt. Die Hausherren kamen über ihr perfekt aufgezogenes Überzahlspiel auf den Flügeln stets gefährlich auf, da Arancino und Wurster zu oft von ihren Mitspielern im Stich gelassen wurden. Die Abwehr hatte Schwerstarbeit gegen spielstarke Brucker zu verrichten.
Gehaltener Elfmeter
Und Keeper Schmidt sorgte für Verzweiflung bei den heimischen Akteuren, die seit der Systemumstellung auf ein klassisches 4-4-2 wesentlich druckvoller agieren. Erstmals in den Blickpunkt geriet er, als Sicenica Joker Dierich im Strafraum diskussionswürdig zu Fall brachte. Schmidt fischte den fälligen Strafstoß von Florian Hönisch in der ihm eigenen Ruhe allerdings aus dem unteren Eck (47.). Und spätestens als er Hönischs sehenswerten Kopfball reflexartig über die Latte boxte, erlahmte der Wiederstand der Hausherren langsam, zumal die Altstädter sich langsam aus der Umklammerung lösen konnten. Heckenbergers Freistoß, der abgefälscht an den Pfosten klatschte, hätte schon die Entscheidung sein können (71.).
Nachdem Staude (78.) und Hönisch mit ihren Versuchen übers Tor zielten, hätten Fuchs (91.) und Stapelfeld (92.) das Ergebnis sogar noch in die Höhe schrauben können. Das wäre aber wohl zuviel des Guten gewesen. Gut, dass sich Glücksgöttin Fortuna wenigstens da mit den Fürstenfeldbruckern verbündete - auf Altstädter Seite war sie vorher oft genau aktiv. Coach Norbert Schlegel freilich war es egal. Der wollte die Leistung seiner Elf aber auch gar nicht beschönigen: „Nach dem Regensburg-Spiel verrate ich, warum das so war”, meinte er und gönnte sich seine Siegerzigarette.
Statistik
SC Fürstenfeldbruck: Remlein - Lankes, Seitz, Brode, Reitmeier (64. Krovinovic) - Lippert, Hasanovic, Backer (75. Müller), Rehm (46. Dierich) - Staude, Hönisch.
SpVgg Bayreuth: Schmidt - Arancino, Demel, Mayr, Wurster - Stapelfeld, Seufert (78. Walther), Heckenberger, Sicenica - Kossmann (46. Calisir), Vlaovic (64. Fuchs).
SR: Stein (Homburg/Main); Zuschauer: 300.
Tor: 0:1 Vlaovic (33.).
Gelbe Karten: Dierich - Wurster, Heckenberger, Sicenica.
Quelle: schorschla@kurier
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.