Libero hat geschrieben:So, die Hinrunde ist gelaufen. Da ist doch mal eine Zwischenbilanz fällig. Und da kann man nur sagen: Hut ab! Wirklich mal wieder absolute klasse, was die Jungs geleistet haben. Sie sind genau in der Lauerstellung, von der man zu Saisonbeginn im Optimalfall träumen durfte.
Genau. Wirklich klasse. Ich bin (in sicherer Entfernung) jedenfalls sehr zufrieden. Das hätte man vor Saisonbeginn wirklich nicht unbedingt erwarten dürfen. Nicht viele Vereine haben sich nach einem Lizenzentzug sportlich so schnell erholt (gab's überhaupt welche?).
Locke hat geschrieben:
Was den "Aufstieg" angeht, muss man leider festhalten, dass die "notwendigen Veränderungen" nicht angegangen und auch nicht in Sicht sind.
Das fällt aus meiner Sicht immer noch unter dien Begriffe "Lern- und Konsolidierungsphase", wenn man bedenkt, wo der Verein herkommt. Das man nach einem Zwangsabstieg nicht die Traute hat in Vorleistung zu gehen, erscheint mir vernünftig. Erst jetzt ist die sportliche Perspektive da und deswegen sollte auch jetzt langsam was in der Richtung unternommen werden. Wobei ...
Locke hat geschrieben:
...dass Sponsoren einen Grund haben, mit dem Namen "SpVgg Bayreuth" zu werben und nicht schreiend davonrennen, wenn sie erfahren, in wessen "gute" Hände sie ihr Geld legen würden.
... das tatsächlich ein ernsthaftes Problem zu sein, denn das lese ich hier schon seit 3 oder 4 Jahren. Vielleicht hilft es da, dass die SpVgg nicht mehr (ganz so) wie in der Vergangenheit als 1-Mann-Betrieb rüber kommt. Das haben Sponsoren nicht so gern. Aber Strukturen müssen halt wachsen.
U 23 kompensiert in der Bayernliga gegen Bayreuth ein 0:2, verliert aber noch mit 2:3 - Doll und Bauernschuster treffen
Es bleibt dabei: Der SV Wacker Burghausen II (U 23) kann in der Fußball-Bayernliga einfach nicht gewinnen. Zum Abschluss der Vorrunde machte das Schlusslicht gegen die Spvgg Bayreuth in der Endpahse noch einen 0:2-Rückstand wett, kassierte aber postwendend den Treffer zur 2:3-Niederlage.
Bis auf die Spvgg Unterhaching II und die Spvgg Greuther Fürth II, gegen die es Klatschen setzte, konnten die Burghauser mit jedem Gegner recht gut mithalten, waren teilweise sogar überlegen. Auch gegen Bayreuth notierten sie ein Plus an klaren Chancen, aber es reichte einmal mehr nicht. "Jeder Gegner kennt unsere Schwäche bei Standards aufgrund unserer körperlichen Unterlegenheit. Wir haben schon vor Wochen angesprochen, dass wir wenigstens einen groß gewachsenen Spieler für die Abwehr bräuchten. Dass der Verein hier nicht reagiert oder reagieren kann, müssen wir akzeptieren, aber so werden wir im Grunde Woche für Woche für etwas bestraft, wofür wir nichts können", sagte Trainer Thomas Köster resigniert.
Vor nur 50 Zuschauern entwickelte sich vor der Pause eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste Möglichkeiten durch Benjamin Demel (16.) und Ante Sicenica (25.) hatten, während Burghausens Sebastian Kneißl das Außennetz traf (35.), Christian Doll den Ball direkt über die Querlatte jagte (38.) und Alex Deptalla nach Alleingang am langen Pfosten vorbei schoss (45.). Im Gegenzug fiel dann das 0:1 nach einem umstrittenen Foul von Dennis Dobry, wobei auch noch Keeper Dennis Kracker bei der Freistoßflanke behindert wurde und Marcel Mayr leichtes Spiel hatte.
Symptomatisch waren auch die beiden nächsten relevanten Szenen nach der Pause: In der 61. Minute setzte Deptalla einen Kopfball-Aufsetzer aus 2 m über das Tor und in der 69. Minute folgte der zweite Gegentreffer nach einem unnötigen Foul, als Markus Fuchs den Freistoß von Sandi Pavlovic auf Hrvoje Vlaovic ablegte, der aus kurzer Distanz Kracker keine Chance ließ. Danach kam Tim Bauernschuster für den blassen Kneißl und sofort herrschte Aufbruchstimmung. Die Bemühungen wurden in der 82. Minute belohnt, als Deptalla im Strafraum umgerissen wurde und Doll den Strafstoß sicher verwandelte. Nur 90 Sekunden später schlug Dobry einen weiten Ball auf Bauernschuster, der gewann das Laufduell und überhob Keeper Florian Schmidt aus 14 m zum Ausgleich. Ein herrlicher Treffer des Ex-Reischachers. Doch der Jubel war kaum verhallt, da trat die große Ernüchterung ein, weil die Burghauser Defensive pennte und Fuchs die Situation aus 10 m zur Entscheidung nutzte (86.). "Den Ball muss man nicht halten, aber es wäre halt auch mal schön, wenn uns einer unserer Torleute mal ein Spiel gewinnen würde", sinnierte Köster.
Nach Flanke von Philip Rodriguez hätte Deptalla frei stehend den erneuten Ausgleich köpfen können, auf der anderen Seite verhinderte Kracker noch gegen Michael Steinemann das 2:4 (91.). "Was soll man noch sagen, am besten nichts." Köster und sein Trainerkollege Wolfgang Riedl wirkten an diesem grauen und regnerischen Novembertag schlichtweg deprimiert. Kein Wunder, denn angesichts einer derart verfahrenen Situation wird selbst das sonnigste Gemüt ein Fall für den Seelenklempner.