Auch ohne Dirigent spielt TSG im Konzert der Großen mit
Von Alois Thoma
Stefan Selig, der Dirigent im Mittelfeld fehlte zwar kurzfristig wegen einer Zerrung im Oberschenkel, Bayernliga-Aufsteiger TSG Thannhausen unterstrich dennoch erneut, dass er im Konzert der "Großen" mitspielen kann. Gestern Abend erreichten die Mindelstädter im Nachholspiel gegen den Tabellenführer Bayreuth ein 0:0 und bauten damit ihre Serie auf fünf Spiele ohne Niederlage (vier Siege, ein Remis) aus.
Hinter 0:0-Spielen vermutet man in der Regel langatmige 90 Minuten. Doch es gibt auch Ausnahmen. So wie gestern Abend im Mindelstadion. 600 Zuschauer erlebten eine recht interessante Partie, in der zunächst der Gast aus der Festspielstadt den Ton angab. Quirlig in der Bewegung, schnell im Kombinieren - so versuchten die Bayreuther die TSG-Abwehr auszuhebeln. In der 11. Minute schien das auch bereits erfolgreich zu gelingen, doch Aleksander Pupovac setzte einen Kopfball, obwohl völlig unbedrängt, aus fünf Metern neben das Thannhauser Tor. Die größte Chance der ersten Halbzeit hatten die Gäste damit kläglich vergeben und SpVgg-Trainer Klaus Scheer mag sich wohl im Stillen geärgert haben, dass er seinen Torjäger Markus Fuchs (9 Treffer) nicht in die Anfangsformation genommen hat.
Diesen "Luxus" leistete sich sein Trainerkollege Oliver Schmid nicht und er tat gut daran. Denn seine Offensivleute Mijo Stijepic und Bayram Sadrijaj waren stets bemüht, für Entlastung der Abwehr und Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu sorgen, wenngleich es noch nicht zu ganz dicken Möglichkeiten reichte.
Diese ergaben sich dann aber gegen Ende der zweiten Halbzeit. Als Benjamin Demel bei einem Abwehrversuch (67.) Stijepic anschoss, schrammte der Ball nur wenige Zentimeter am langen Eck vorbei. Sechs Minuten vor dem Ende zwang dann Stijepic den Bayreuther Schlussmann Berchthold mit seinem Kunstschuss zu einer Glanzparade. Als Martin Wiesmüller den nach oben abgewehrten Ball einköpfen wollte, wurde er regelwidrig zu Fall gebracht. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Kruppe blieb stumm. Ausgleichende Gerechtigkeit, denn in der ersten Halbzeit hatte der Schieri bei einer keineswegs astreinen Aktion von TSG-Kapitän Marian Dischl im Strafraum ebenfalls beide Augen zugedrückt.
Quelle:
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