Außer Rand und Band
04.02.2007 19:14
Altstädter rutschten 0:6 bei Sachsen Leipzig aus / Schlegel: „Das war viel zu wenig”
fussball
Von Eberhard Schmiedel
Au weia! Kein Krümelchen Schnee oder Eis lag auf dem Rasen des traditionsreichen Kunze-Sportparkes in Leipzig. Im Gegenteil, bestes Fußball-Winterwetter bei Sonnenschein und leichten Plusgraden: Dennoch rutschten die Altstädter mächtig aus. Im dritten Testspiel setzte es für Bayernligist SpVgg Bayreuth beim NOFV-Oberligisten FC Sachsen Leipzig eine 0:6 (0:5)-Klatsche.
Die etwa 100 Anhänger der Gastgeber rieben sich verwundert die Augen, wie locker und leicht diesmal ihre Mannschaft aufspielen konnte. SpVgg-Trainer Norbert Schlegel war natürlich wenig angetan vom Auftritt seiner Mannschaft. „Das war anfangs viel zu wenig, um hier zu bestehen.” Nach 13 Minuten lag seine Elf bereits mit 0:3 zurück, nicht nur die Abwehr um Ingo Walther schien überfordert. Die gesamte SpVgg-Elf kam überhaupt nicht in die Gänge. „Das Zweikampfverhalten war anfangs katastrophal. So war hier nichts zu holen, meine Spieler hatten einfach Blei in den Füßen”, kommentierte der Coach den desolaten Auftritt, der mindestens eine Stunde lang anhielt.
Erst seine sehr laute Ansprache in der Pause und einige Einwechslungen bewirkten dann Besserung. Nach dem Wiederanpfiff war mehr Biss in den Aktionen der Oberfranken, sie nahmen die Zweikämpfe an, versuchten vor allem über die Flügel zu spielen. Es fehlte mitunter nicht viel und die Bayreuther hätten ein wesentlich freundlicheres Resultat erreicht. Stefan Seufert und Hrovje Vlaovic hatten drei große Chancen. Doch weder Seuferts Lupfer gegen den tschechischen Torwart Rene Twardzik im Kasten der Leipziger, noch die Schüsse von Vlaovic brachten Zählbares.
Als kleine Entschuldigung der hohen Niederlage kann die kurze Vorbereitungszeit dienen. Erst seit drei Wochen bereiten sich die Bayreuther auf ihren angestrebten Höhenflug Richtung Regionalliga vor. Gleiches wollen auch die Leipziger schaffen. Sie absolvieren allerdings bereits seit Jahresbeginn ein anspruchsvolles Trainingsprogramm, in dem sie schon einige Tests gegen hochkarätige Mannschaften bestritten.
„Ich bin mit meiner Mannschaft lange Zeit zufrieden gewesen, nur gegen Ende spielte sie etwas leger”, schätzte Eduard Geyer ein. Der ehemalige Coach von Bundesligist Energie Cottbus, jetzt in Leipziger Diensten, hat - wie gemeldet - mit Christian Reimann den Top-Torjäger vom VFC Plauen verpflichtet, außerdem mit Belag Virag einen Abwehrspieler aus Ungarn geholt. Beide spielten auch gegen Bayreuth eine herausragende Rolle. „Wir können es trotz des Ergebnisses besser”, so Gäste-Trainer Schlegel. „Es ist einfach eine Frage des Kopfes, der Einstellung gewesen. Diese Warnung hier in Leipzig kam sicher zur richtigen Zeit für uns.” FC Sachsen Leipzig: Twardzik (46. Süßner) - Rada, Virag (72. Kittler), Ivanovic, Ferl (72. Garbuschewski), Reimann (72. Fischer), Guie-Mien, Boltze, Racanel, Rozgonyi, Watzka (72. Kühne).
SpVgg Bayreuth: Schmidt - Demel, Lempke (65. Fuchs), Walther, Stapelfeld (60. Arancino), Seufert, Sicenica, Wurster, Pavlovic, Kossmann (60. Calisir), Vlaovic (79. Steinemann).
SR: Schößling (Leipzig); Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Virag (7.), 2:0 Boltze (9.), 3:0 Reimann (14.), 4:0 Watzka (26.), 5:0 Reimann (40.), 6:0 Jovanovic (67.).

Kein Durchkommen gab es nicht nur in dieser Szene für den Bayreuther Stürmer Markus Fuchs (Mitte). Foto: Schmidt
Quelle:
http://www.nordbayerischer-kurier.de/ne ... ls_136.htm