Regionalliga Süd

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Wopo
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Beitrag von Wopo »

Ist es nicht auch gewollte DFB-Politik, dass die kaum mehr kleine Stadien in höheren Ligen zulassen bzw. Auflagen machen, die Klubs wie Wehen gar nicht mehr erfüllen können? Irgendwann heißen sie dann eben Wehen-Wiesbaden oder Hoffenheim-Heidelberg.
sam
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Beitrag von sam »

... oder Bayreuth-Bindlach :!: :lol:
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martinez
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Beitrag von martinez »

Wopo hat geschrieben:Ist es nicht auch gewollte DFB-Politik, dass die kaum mehr kleine Stadien in höheren Ligen zulassen bzw. Auflagen machen, die Klubs wie Wehen gar nicht mehr erfüllen können? Irgendwann heißen sie dann eben Wehen-Wiesbaden oder Hoffenheim-Heidelberg.
ist es definitiv! die herren der liga schauen nur noch nach dem profit den sie in einer bestimmten region haben und den haben sie eben nur, wenn ein verein im zentrum (großstadt) einer region mit einer einzugsgröße von mindestens 300.000 menschen hat :?
einerseits ist es verwerflich, da man gefahr läuft den sinn des sportes zu verlieren. andererseits strebt eben auch der verband (dfb/dfl) in gewissem sinne nach gewinnmaximierung...
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"Beim Banküberfall besser keine blickdichte Strumpfhose verwenden."
DI STEFANO
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Beitrag von DI STEFANO »

Ich find das ganze bescheuert , da eben der "Verband" vollkommen die Kleinen dabei vergisst! zb. wir haben in Deutschland ca.6 Millionen organisierte Fußballer....denen jetzt schon regelmässig ins Ohr gekackt wird
durch Aktionen wie: Festgeschriebene Ablösesummen von Spielern der Amateurvereine nach oben ....damit mein ich: Den Amateurvereinen wird vorgeschrieben was sie für in Talent beim Verkauf nach "oben" verlangen dürfen. Während aber der gleiche Spieler nach "Nur einem Jahr" Profiidasein
von seinem neuem Verein für ein vielfaches verscherbelt werden kann , ohne das sein Stammverein noch irgend einen euro davon sieht. was ich damit meine: All die zigtausend kleinen Kreisklassen- oder Verbandsligisten machen bis zum Alter von 13-16 die Drecksarbeit , bis dann irgendwann mal die Erst und Zweitligisten kommen, diese ( in der Regel schon gut ausgebildeten Jugendspieler) für einen Appel und ein Ei zu sich holen und der Rest sich denkt: Aah...der Odonkor hat ja schon sein Leben lang für Dortmund gespielt...oder ... ja genau : Was ? Der Mehmet Scholl war in seiner Jugendzeit nicht bei den Bayern?

Was ich eigentlich damit sagen will ,ist die Tatsache , daß sich der DFB einen Glaspalast nach dem anderen hinstellt, 70% davon von seinen Mitgliedern aus den Vereinen bezahlen läßt (wohlgemerkt all den Tausenden von kleinen Clubs) aber den gleichen Vereinen vorschreibt , was sie für ihren Top-Stürmer , der vielleicht eben in der Landesliga zur Winterpause 25mal geknippst hat, verlangen dürfen , wenn ein Profiverein danach grapscht. :evil:

Genauso fände ich es nur gerecht, wenn der DFB einen Fond einrichten würde , für zb. angeschlagene "kleine Vereine" Wie zb. St. Pauli - Fortuna Köln - Fortuna Düsseldorf - Wattenscheid 09 - Bayern Hof - Stuttgarter Kickers- Waldhof Mannheim - SSV Ulm - FSV Frankfurt - und ja auch der Spvgg Bayreuth ! Damit meine ich auf keinen Fall das irgendeinen dieser genannten Vereine ( ausser uns) Kohle in den A.... gesteckt werden sollte , sonder lediglich ein Fond für solche clubs da sein sollte, der sie nach einem Abstieg nicht völlig in der bedeutungslosigkit verschwinden lässt. (Siehe Düsseldorf) Aber nein, der Deutsche Fußballverband reibt sich in Zukunft lieber die Hände an neuen " Reichen Clubs" wie der TSG Hoffenheim oder dem Sv Wehen etc.
Abschließend: Armes Deutschland! Oder: Was interessieren mich die Pfeifen die mir gestern noch die Bude gefüllt haben. :?
Thommy
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Beitrag von Thommy »

..

zählt doch nur die Kohle

Hopp bei Hoffenheim

und bei Wehen ein Millionär mit einem Patent auf Wasserfilter....
oldschdodd-fan
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Beitrag von oldschdodd-fan »

Ich hab viel Verständnis für die geäußerte Kritik. Insbesondere aus unserer Sicht muß man die ja haben.

Aber wer sagt denn, dass so ein Unterstützungsfonds "gerecht" arbeiten würde? Bekäme da auch jeder angeschlagene, abgestiegene Club den gleichen Bonus? Oder der finanziell besser Dastehende weniger? Und wer beurteilt das? Ich glaube, dass man hier sehr schnell ein Problem lösen und viele, viele neue schaffen würde. Gleiches gilt doch auch für die Ablösesummen im Amateurbereich. Mußte nicht auch bei uns der BFV tätig werden, bis Wicklein die Zahlungen an umliegende niederklassige Vereine geleistet hat? Zu hohe festgeschriebene Ablösen im Amateurbereich könnten auch wieder dem einen oder anderen jungen Spieler eine Chance auf den Einstieg ins Profigeschäft kosten. Neben der rein rechtlichen auch eine sportliche Problematik, die der DFB im Auge behalten muß.

Zum Thema Kohle: Ehrlicherweise muß man im Übrigen auch sagen, dass wir selbst auch keine Probleme hätten, wenn sich wie in Ingolstadt nach dem Aufstieg ein Herr Audi gemeldet hätte und gefragt hätte, wo er das Geld hinüberweisen soll.

Höherklassiger Fußball ist heutzutage einfach kommerzielle Unterhaltung, ob es einem nun gefällt oder nicht. Wenn ich da mit dabei sein will, muß ich mich nach den entsprechenden regeln verhalten, alles andere ist Sozialromantik und Nostalgie. Warum zum Beispiel sind denn Düsseldorf, 1860 und Pauli in Not geraten? Und warum hat es Bielefeld bislang in dieser Saison ganz gut gepackt? Weil die einen einfach gut gearbeitet haben, die anderen nicht. Und ich würde nicht einsehen, warum diejenigen, die gut arbeiten, das Versagen der anderen finanzieren sollen.

Klar geht´s auch mir nahe, wenn ich sehe, wie mit Wehen und Hoffenheim zwei Vereine oben stehen, die den StuKis und Darmstadt nicht das Wasser reichen können. Aber seien wir bitte mal so ehrlich, dass wir eingestehen, dass die dort zum einen Geld einnehmen und damit gut umgehen, und zum anderen eine kontinuierlich gute sportliche Arbeit abliefern.

Das Musterbeispiel Hoffenheim lassen wir mal außen vor. Seht Euch mal den Halberg in Wehen an. Haben wir solche Trainingsbedingungen? Nein, denn die halbe Jakobshöhe mußte verkauft werden, um nachträglich die Zweitligaschulden aus den Achtzigern zu tilgen.

Underdogs wie Aue oder Cottbus, die beileibe auch nicht aus reichen Regionen kommen, machen vor, dass auch kleine Traditionsclubs mit guter Führung im Profifußball bestehen können. Ich wehre mich einfach dagegen, dass man die Gleichung "abgestiegener Traditionsclub = arm und erfolglos" als gottgegeben hinnimmt. Kaufmännisches Geschick, ein überzeugendes Marketingkonzept, Verwurzelung in der region, sportliche Attraktivität, ein stabiles Umfeld - das alles ergibt den Nährboden, den ein aufstrebender Verein braucht. Unfair ist, dass Wehen und Hoffenheim einiges davon hat, was wir nicht haben. Anderes dafür haben wir. Und eines steht fest: Unsere Defizite lassen sich - wenn man will - leichter beseitigen als die von Hoffenheim und Wehen. Bis die Proficlubs Heidelberg und Wiesbaden in den Herzen der Fußballöffentlichkeit angekommen sind, wird noch viel Wasser den roten Main hinuntergeflossen sein.
Libero
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Beitrag von Libero »

100% Zustimmung zu oldschdod-fan. Ich denke auch, dass es genügend Gegenbeispiele gibt, die zeigen, dass man auch aus begrenzten Möglichkeiten sehr viel herausholen kann. Clubs wie Wehen oder Hoffenheim wird es immer geben und HAT es auch schon immer gegeben, wenn natürlich auch in anderen Dimensionen. Andere kennen sich da noch besser aus, aber früher lebte auch ein Club wie Wattenscheid oder Fortuna Köln nur von der Kohle eines Mäzens. Und wenn man ganz ehrlich ist: wovon lebt heute eigentlich die SpVgg? Das ist es ja, was mir so auf den Zeiger geht!
Was mich an dieser Wehen-Geschichte jetzt schon wieder viel mehr auf die Palme bringt: in Wiesbaden spricht man von Erstliga-Fußball! Man könnte ja darüber lachen, wenn es nicht um Steuer-Millionen ginge, die da wieder ein paar Kommunal-Politiker verpulvern, um ein paar Träume zu verwirklichen. Wenn Wehen nach oben will, sollen sie sich (ohne Tradition und Umfeld) ihr Stadion eben selbst finanzieren. Man kann nur hoffen, dass dieses Stadion irgendwie noch gestoppt wird. Immer öfter wird in deutschen Städten nach dem Motto verfahren: wir schaffen mal die Infrastruktur und die Stadien, dann ziehen die Vereine nach. Was für ein Witz! Vielleicht hat der Herr SV Wehen in einem Jahr gar keine Lust mehr auf Fußball! Dann steht da irgendwo ein Stadion, das keiner braucht. Aber sieht halt schön aus und "muss man einfach haben, als moderne Stadt heutzutage". Es tut richtig weh, das mit ansehen zu müssen.
Wopo
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Beitrag von Wopo »

Libero hat geschrieben: Dann steht da irgendwo ein Stadion, das keiner braucht.
Paradebeispiele dafür sind Düsseldorf, Leipzig oder Magdeburg... lustigerweise ja alles so genannte "Traditionsvereine" mit Monster-Stadien in unteren Klassen; in Düsseldorf übrigens mit der Begründung gebaut, man brauche noch ein WM-Stadion in NRW (oder Schorschla?).

In Mainz heißt es jetzt, sie brauchen ein Stadion, um langfristig in der BuLi mithalten zu können. Wenn's dumm läuft, sind sie nur längst wieder unten, ehe die ersten Bagger loslegen... und hätten sich mit Wehen das Wiesbadener Stadion teilen können (was übrigens mal so angedacht war). Aber es will halt jeder Klub sein eigenes "Schmuckkästchen" haben, gerne auch von Steuergeldern.
schorschla
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Beitrag von schorschla »

korrekt.

war aber nicht absehbar, dass sie verarscht werden...

und die politik sich gleich mitverarschen lässt. aber n geiles stadion isses schon....
keine handbreit den rassisten.
Wopo
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Beitrag von Wopo »

schorschla hat geschrieben:war aber nicht absehbar, dass sie verarscht werden...

und die politik sich gleich mitverarschen lässt. aber n geiles stadion isses schon....
Nicht absehbar? Na ja. Gerade hatten Köln, Schalke und Gladbach (die ja auch nicht zum Zuge kamen) neue Stadien geplant oder gebaut; dass in Dortmund gespielt wird, war eh klar und auch, dass die WM nicht nur in NRW stattfinden würde. Denke eher, sie haben sich da auch ein Stück weit ganz gern verarschen lassen.
Wopo
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Beitrag von Wopo »

Gundolf
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Beitrag von Gundolf »

Und was das schlimmste an der ganzen Sache ist: das Stadion in Hoffenheim plant ein OLDSCHDÄDDER mit.
it´s nice to be a bayer, it´s nicer to be a frang, but the highest is to be an OLDSCHDÄDDER
DI STEFANO
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Beitrag von DI STEFANO »

1860 München II : Hessen Kassel 3:0
SSV Reutlingen : Karlsruher SC II 3:1
SF Siegen : 1 FC Kaiserslautern II 2:1
Saarbrücken : VFB Stuttgart II 3:2
Thommy
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Beitrag von Thommy »

Faki ist nur:

Die Großstadtvereine haben Potenzial durch Fans und Sponsoren

solche Mittel- oder Kleinstadtvereine wie Wehen (Britta) oder Hoffenheim
(Hopp - SAP) haben Sponsoren.

Von was zehren Traditionsvereine der mittleren und kleineren Kategorie wie wir, Trier, Pirmasens usw. ??

Von der Tradition ??? Nur eine Verbindung aus dem und Geld bringt die Vereine wieder voran, aber ohne Sponsoren geht nichts voran.
Locke
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Beitrag von Locke »

Dietmar Hopp braucht keine Sponsoren, er ist in der Liste der reichsten Deutschen die Nummer 6 mit einem geschätzten Privatvermögen von 5,3 Milliarden Euro.

Es bringt wenig, zu diskutieren, ob es "toll" ist, dass er sich für seinen Heimatverein, für den sein Herz schlägt und für den er selbst auf Torejagd ging, finanziell enorm einsetzt - mit sicherlich sehr großen Visionen und Plänen, was die erste Mannschaft angeht, aber auch mit einer Jugendarbeit, die erste Sahne zu sein scheint (A- bis C-Jugend jeweils in der höchsten Spielklasse). Ich wäre jedenfalls froh, wenn wir einen "echten Oldschdädder" hätten, der diese finanziellen Möglichkeiten hätte.

An der "Dorfverein ohne Tradition"-Kritik beteilige ich mich jedenfalls nicht. Ich kann mich z.B. noch erinnern, dass auch wir damals in der 2. Liga von anderen Clubs (z.B. Bundesliga-Absteigern) belächelt wurden (sinngemäß: es sei eine Schande, jetzt in Meppen oder Bayreuth spielen zu müssen).

Überhaupt: Wer sollte denn entscheiden, ob ein Club ein "Traditionsverein" sei und das "Recht" haben solle, in einer höheren Liga zu spielen?

In der Realität sieht es nun mal so aus, dass die Berechtigung, höherklassig spielen zu können, hat nun mal herzlich wenig mit Dingen wie "Tradition" oder Ortsgröße und auch nur bedingt mit Zuschauerzahlen zu tun hat, sondern fast ausschließlich von den eingesetzten Mitteln der (oder des) Sponsoren abhängt. Man mag das bedauern, aber wenn man heutzutage nicht in Niederungen der 5. Ligen sein "Traditionsdasein" fristen will, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich den Gesetzen des (Fußball-) Marktes zu unterwerfen.

Das gilt auch für die Oldschdod (außer vielleicht, es reicht einem schon, einer reichlich skurrilen Landesliga-Nostalgie zu frönen). Für unsere "Tradition" allein können wir uns auf Dauer nichts kaufen - und das meine ich durchaus wörtlich. Die vierte Liga (neue Regionalligen) werden wir nicht erreichen können, wenn die aktuellen Verhältnisse weiterhin Bestand haben.
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.
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