U23 beendet beim 2:1-Sieg in Bayreuth Negativserie
Zwölf Mal hintereinander konnten die U23-Löwen in der Regionalliga Süd nicht mehr gewinnen. Im letzten Spiel vor der Winterpause beendeten sie beim 2:1 (1:0) in Bayreuth diese Negativserie – und das mit einer halbstündigen Unterzahl. Andreas Brysch hatte die Sechziger in Führung gebracht (30.). Nach dem Ausgleich durch Mikheil Sajaia (68.) gelang Mischa Welm mit einem Traumtor der Siegtreffer (81.).
Personal: Trainer Alfons Higl musste auf Stürmer Lance Davids wegen einer Oberschenkelzerrung verzichten. Außerdem standen Angreifer Alban Ramay und Mittelfeldspieler Matthias Jörg (beide Leisten-Operation) nicht zur Verfügung. Der Innenbandabriss im Knöchel von Kapitän Christian Holzer war soweit verheilt, dass er in Bayreuth auflaufen konnte.
Spielverlauf: Die Gastgeber besaßen die erste Chance des Spiels in der 4. Minute. Nach einem Freistoss aus halbrechter Position – etwa 22 Meter vom Tor entfernt – touchierte Mikheil Sajaia den Ball leicht mit dem Kopf, doch das Leder strich knapp am Löwen-Tor vorbei. In der 17. Minute steuerte Nicky Adler nach herrlichem Pass von Mischa Welm auf Bayreuths Keeper Christian Berchthold zu, aber im letzten Moment konnte ihm ein Abwehrspieler den Ball vom Fuß spitzeln. Besser machte es Andreas Brysch. Nach einem abgewehrten Freistoss von Christian Holzer kam das Leder zu Björn Ziegenbein. Der 19-Jährige hielt einfach drauf. Durch Freund und Feind fand der Ball seinen Weg zu Brysch, der nach einem Stellungsfehler der Bayreuther Abwehr völlig frei stand und aus sieben Meter zum 1:0 für die Löwen traf (30.). Drei Minuten später war Brysch indirekt an einer gefährlichen Situation der Spielvereinigung beteiligt. Nach einer Rangelei mit Martin Driller vorm Strafraum entschied Schiedsrichter Marcel Bartsch auf Freistoss. Alexander Contala hämmerte das Leder aufs Münchner Tor, doch Christian Horn, der erneut den Vorzug gegenüber Philipp Pentke erhielt, entschärfte das Geschoss sicher. Das war die letzte Möglichkeit einer insgesamt chancenarmen ersten Halbzeit.
Richtig rund ging’s nach der Pause. Nicht ganz unschuldig daran war Schiri Bartsch, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Zunächst musste 1860-Torhüter Horn Hals und Kragen gegen den allein auf ihn zulaufenden Alberto Mendez riskieren. Sieben Meter vor seinem Kasten rettete er mit einer Glanztat (51.). In der 64. Minute dann sah Michael Kokocinski Rot. Was war geschehen? In der Rückwärtsbewegung in der gegnerischen Hälfte brachte Kokocinski einen Bayreuther Spieler zu Fall. Dessen Theatralik bewog den Referee zur roten Karte. „Ein Allerweltsfoul“, echauffierte sich Ernst Tanner, Leiter des Nachwuchsleistungszentrum der Löwen, „Kokocinski hatte zuvor noch nicht mal Gelb gesehen.“ Dagegen drückte zwei Minuten später Schiedsrichter Bartsch beide Augen zu, nachdem Adler drei Bayreuther Spieler aussteigen ließ und der Letzte ihn von den Beinen holte. Tanner: „Eine klare Notbremse. Klarer geht es eigentlich nicht.“ Aber im Gegensatz zu der Aktion von Kokocinski zeigte der Unparteiische nur die gelbe Karte. Den anschließende Freistoß aus 17 Meter setzte Holzer knapp links am Bayreuther Tor vorbei. Bereits in der 68. Minute konnten die Franken ihre numerische Überlegenheit zum Ausgleich nutzen. Der eingewechselte Matthias Heckenberger hatte scharf nach innen gezogen, Torjäger Sajaia spritzte in die Flanke und verwandelte aus acht Metern unhaltbar für Horn zum 1:1. Glück für die Löwen, als Mendez mit einem 18-Meter-Schuss die Unterkante der Latte traf, der Ball aber ins Feld zurück sprang (74.). In der 76. Minute hielt Nikolas Ledgerwood einfach aus 20 Metern drauf, SpVgg-Torhüter Berchthold fischte mit der linken Hand den Ball aus dem Eck.
Trotz einem Spieler weniger zeigten die U23-Löwen Moral und Kampfgeist. Dies wurde in der 81. Minute belohnt. Ledgerwood hatte einen langen Pass auf Welm gespielt. In halbrechter Position zog der 21-Jährige aus der Drehung 14 Meter vorm Bayreuther Tor ab und setzte das Leder aus spitzem Winkel genau ins Kreuzeck zum 2:1. Ein Traumtor! Was folgte war eine hitzige Schlussphase, in der der indisponierte Schiedsrichter aus unerfindlichen Gründen fünf Minuten nachspielen ließ. Die Gastgeber versuchten es mit der Brechstange. Immer wieder segelten hohe, lange Bälle Richtung dezimierte Sechziger. Aber das Team von Trainer Alfons Higl hielt dem Druck stand und holte im letzten Spiel vor der Winterpause nach zwölf sieglosen Partien endlich wieder einmal drei Punkte.
Bayreuth: 1 Berchthold – 25 Wiesner, 19 A. Konjevic, 3 M. Mayr, 16 Endler – 6 Seufert, 17 Contala, 35 Walther, 7 Mendez – 20 Driller, 10 Sajaia.
Ersatz: 22 Gebauer (Tor) – 2 Demel, 5 Matiasovits, 14 Bock, 15 Fuchs, 21 Heckenberger, 23 Haushahn.
1860 II: 1 Horn – 5 Janker, 7 Brysch, 4 Polak – 10 Welm, 3 Kokocinski – 2 Burkhard 8 Holzer, 6 Ledgerwood – 9 Adler, 11 Ziegenbein.
Ersatz: 18 Pentke (Tor) – 12 Maurer, 13 Pickel, 14 Galuschka, 15 Schmid, 16 Johnson, 17 Deptalla
Wechsel: Fuchs für Seufert (46.), Demel für Wiesner (46.), Heckenberger für Endler (62.) – Galuschka für Ziegenbein (56.), Johnson für Janker (90.), Deptalla für Adler (90.).
Tore: 0:1 Brysch (30.), 1:1 Sajaia (68.), 1:2 Welm (81.).
Rote Karte: Kokocinski (64.).
Gelbe Karten: Contala, Driller, Demel, Heckenberger – Horn, Galuschka.
Zuschauer: 1954 Zuschauer im Hans-Walter-Wild-Stadion (Bayreuth).
Schiedsrichter: Marcel Bartsch (Ludwigslust), Assistenten: Matthias Lämmchen (Meuselwitz), Inka Müller (Stendal).
(jm)
Quelle:
www.tsv1860.de