Kein Chaos nach Wicklein-Rücktritt
von Herbert Steininger
FUSSBALL. Die Ära Heinz Wicklein an der Spitze der SpVgg Bayreuth gehört seit dem Wochenende der Vergangenheit. Der 65-Jährige erklärte am Tag nach einer kurzfristig anberaumten Vorstandsitzung seinen Rücktritt als Präsident des Bayernligisten.

Für Klaus Scheer und seinen Kapitän Marcel Mayr (links) steht morgen Nachmittag das erste Training auf dem Programm. Foto: Archiv/nk
Wicklein zog damit die Konsequenz aus der Lizenzverweigerung und der Grabenkämpfe der letzten Wochen. „Der Wirtschaftsrat hat mich ein ganzes Jahr lang nicht unterstützt. Ich stand alleine im Regen, und ich will so nicht weitermachen“, sagte Wicklein noch am Samstag gegenüber der KURIER ONLINE.
Zu seinem Schritt bewogen haben ihn die Äußerungen des Vorsitzenden des Wirtschaftsbeirates, Dr. Walter Hilgert, und Christian Wedlich, der bekanntlich dem Fördererkreis vorsteht. Beide hatten angedeutet, dass es Sponsoren gäbe, die sich bei den Altstädtern engagieren würden, wenn Wicklein nicht mehr den Verein führen würde (wir berichteten). Wicklein kündigte an, auch sein finanzielles Engagement für die Altstädter einzustellen. Am Sonntag war trotz intensiver Bemühungen keine Aussage des Funktionärs zu bekommen.
Versammlung am 29. Juli
Bis zu einer außerordentlichen Hauptversammlung mit Neuwahlen, die für Dienstag, den 29. Juli, um 19 Uhr vorgesehen ist, führt Vizepräsident Volker Eller kommissarisch den Verein. Auf seine künftigen Aufgaben angesprochen, wollte sich Eller gegenüber dem KURIER nicht äußern.
Gesprächsbereit indes zeigten sich Hilgert und Wedlich, der gestern fast den ganzen Tag zusammen mit den verbliebenen Mannschaftsteilen das weitere Prozedere besprach.
„Toller Charakter“
„Tatsache ist, dass am Montag das erste Training für die Bayernliga stattfinden wird“, freute sich Hilgert, der sich in seinem „Bauchgefühl“ bestätigt sah. Ausdrücklich betonte der Vorsitzende des Wirtschaftsbeirats: „Vor dieser Mannschaft und Trainer Klaus Scheer muss ich den Hut ziehen. Sie hat einen tollen Charakter.“ Ebenso optimistisch geht Hilgert an die Angelegenheit „zweite Mannschaft“ heran. „Ich gehe felsenfest davon aus, dass es eine Reservemannschaft geben wird. So etwas ist unbedingt nötig.“
Morgen um 17 Uhr bittet Coach Klaus Scheer den Rest seiner Schützlinge zum ersten Training auf die Jakobshöhe und erwartet dazu Markus Goller, Florian Wurster, Benjamin Demel, Stefan Seufert, Roy Stapelfeld, Bartosz Partyka, Christian Berchthold sowie Kapitän Marcel Mayr und Sebastian Brand. Die beiden Letzteren sind dabei übrigens die einzigen, die noch einen gültigen Vertrag haben.
Tendenz zum Bleiben
„Wir sind alle bereit, dem Verein zu helfen. Doch noch liegen keine gültigen Verträge vor, und es gibt, soweit ich weiß, momentan auch niemanden, der diese Verträge für den Verein unterzeichnen könnte“, so der 56-Jährige, der nach Gesprächen mit der Mannschaft den Eindruck gewann, dass die Tendenz bei allen in die Richtung geht, dem Verein weiter die Treue zu halten.
Neuzugänge nötig
Scheer ist freilich auch klar, dass man die neue Saison nur angehen kann, wenn neue Spieler geholt werden. Da hat der Übungsleiter seine Fühler schon ausgestreckt.
Es gibt momentan nur ein Problem: „Ich muss den Spielern doch Perspektiven aufzeigen. Es wurde zwar ein Konzept vorgestellt, doch fehlt es noch an handelnden Personen. Dass die Versammlung erst am 29. Juli stattfindet, kommt uns nicht gerade entgegen.“ Zumal bereits am 26. Juli um 15 Uhr im Hans-Walter-Wild-Stadion das erste Saison-Heimspiel gegen die TSG Thannhausen auf dem Spielplan steht.
Quelle:
http://www.nordbayerischer-kurier.de/na ... ils_13.htm