Bayernliga
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altstadtandre
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http://www.fc-memmingen.de/index.php?op ... 0&Itemid=1
FC Memmingen bewirbt sich nicht für Regionalliga
Geschrieben von Andreas Schales
Mittwoch, 18. Februar 2009
Der Fußballclub Memmingen, derzeit Tabellenvierter in der Bayernliga, wird sich nicht für die kommende Saison für die Regionalliga bewerben und nicht am aufwändigen Lizenzierungsverfahren teilnehmen. Dieser Beschluss wurde am Dienstagabend vom FCM-Gesamtvorstand gefasst. Hier die umfangreiche Pressemitteilung, die im Anschluss an die Medien ging, im Wortlaut:
Presserklärung des FC Memmingen 1907 e.V., Bodenseestraße 44, 87700 Memmingen
Verzicht auf Lizenzantrag zur Regionalliga Süd
Der FC Memmingen sorgte für die Entscheidung, keinen Lizenzantrag zur Teilnahme der Regionalliga Süd, Saison 08/09 zu stellen, für großes öffentliches Interesse. Trotz sportlicher Qualifikation zur Regionalliga Süd, wurde aufgrund der hohen personellen, administrativen und sicherheitstechnischen Auflagen, das Risiko einer wirtschaftlichen Schieflage als viel zu hoch eingeschätzt. Aus diesem Grund, hat der FC Memmingen auf sein sportliches Aufstiegsrecht verzichtet.
Eine Entscheidung, die im Umfeld des Vereines und in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert wurde. Nun steht der FC Memmingen am gleichen Scheidepunkt, wie vor einem Jahr.
Die DFB-Statuten sehen vor, dass bis zum 16. März 2009, die technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit und bis 01. April 2009, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erbracht werden muss. Diese Leistungsfähigkeit wurde am Abend des 17.02.2009, mit den Vereinsgremien Präsidium, Finanzausschuss und Spielausschuss erörtert, diskutiert und per Akklamation protokolliert. Wie vor einem Jahr, sieht sich der FC Memmingen außerstande, wettbewerbsfähig und wirtschaftlich risikofrei einen Spielbetrieb in der Regionalliga Süd zu stemmen.
Aus diesem Grund, wird der FC Memmingen sich am aufwändigen Lizenzierungsverfahren nicht beteiligen und keinen Lizenzantrag zur Regionalliga Süd stellen.
Dieser Beschluss wurde vom Präsidium, dem Finanz- und Spielausschuss mehrheitlich (ohne Gegenstimme und Enthaltung) entschieden.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Verzichtserklärung zum Teil noch auf Einschätzungen und Mutmaßungen basierte, ist die diesjährige Entscheidung mit Fakten unterlegt, die die damaligen Einschätzungen nicht nur bestätigen , sondern um ein vielfaches übertreffen.
Beim ersten Bayernliga-Workshop in Gaimersheim bei Ingolstadt, wurden an 2 Tagen, am 06./07. Februar sehr umfangreich Themen wie Passabteilung, Reform des Toto-Pokals, eventuell neues Spielsystem der Bayernliga, Schiedsrichter- und Sicherheitswesen, BFV-TV und viele andere Themen behandelt und diskutiert. Eine Veranstaltung, die aus Sicht des FC Memmingen äußerst positiv bewertet wurde. An dieser Veranstaltung, wurden wirklich alle Probleme und Nöte der Vereine ernst genommen und diskutiert.
Hinzu kam das beide Seiten, also Verband und Vereine, die Sicht des Anderen wahrnahm und sich im Laufe des Wochenendes beide Seiten äußerst respektvoll begegneten. Hier kann man BFV- Verbandspräsident und DFB-Vizepräsident, Herrn Dr. Rainer Koch, in Vertretung seiner Abteilungen und Ausschüsse ein großes Lob aussprechen.
Selten zuvor, wurde allen Vereinsverantwortlichen besser vermittelt, welche Leistungsspitze die Bayernliga im deutschen Amateurfußball ausweist. Auch bei abendlichen Gesprächen, war der Info rmationsaustausch bedeutender Bestandteil für einen auch in Zukunft, respektvollen Umgang aller anwesenden Vereine.
Aus Memminger Sicht war natürlich der Besuch von DFB-Direktor Helmut Sandrock von besonderer Bedeutung. Auch hier wurde nach seinem hoch informativen Vortrag, den Vereinen entsprechendes Gehör geschenkt. Allein die Anwesenheit durch Herrn Sandrock, vermittelte im Vorfeld den Eindruck, dass der DFB das Interesse hat, die Probleme seiner Oberligisten zu erfahren. Grundlage der folgenden Diskussion waren sicherlich die Zahlen, die Herr Sandrock mit seinem Vortrag veröffentlichte.
Diese Zahlen dokumentieren auch, warum in Liga 3 und Liga 4 massenweise Vereine mit wirtschaftlichen Problemen behaftet sind und viele Vereine massiv von Insolvenzen bedroht sind.
Der kleinste Etat der Regionalliga beträgt rund 600.000 Euro und der höchste Etat der Regionalliga beträgt sagenhafte 5.000.000 Euro (5 Mio.). Der Durchschnittsetat der vierten Liga, beträgt 1.795.000 Euro (1,8 Millionen Euro).
Unsere beiden Vereinsvertreter beim Bayernliga-Workshop, Herr Armin Buchmann (1.Vors.) und Herr Thomas Reichart (2.Vors.) waren nach Bekanntgabe dieser Zahlen sprachlos. Diese Dimension des Kapitaleinsatzes in der Regionalliga ist nur noch als bizarr und unwirklich wahrzunehmen, entspricht aber der Realität, wie Sie jetzt vom DFB veröffentlicht wurde.
Zum Vergleich:
Der Etat des FC Memmingen beträgt 400.000 Euro. Und zwar für den gesamten Verein. Also Jugend, Frauen, Herren, Beiträge, Kapitaldienst, Platzabgaben, usw. usw. Zudem kalkuliert der FC Memmingen von diesen 400.000 Euro Umsatz eine Rendite von 5%. Also einen Gewinn von 20000,-- Euro nach Steuern und Abschreibungen. Ein optimistisches Ziel, dass trotz Finanz- und Wirtschaftskrise beim FCM für die aktuelle Saison 2008/2009 immer noch Bestand hat.
Möchte nun der FC Memmingen in der Regionalliga einen durchschnittlichen Wettbewerbsetat von 1,8 Millionen erzielen, so müssten 1,4 Millionen Euro zusätzlich erwirtschaftet werden. Hiervon lassen sich bei optimistischer Betrachtung noch Einnahmen aus Werbung, Zuschauer und Fernsehgeld in Höhe von 200.000 Euro generieren. Somit würden immer noch 1,2 Millionen Euro fehlen, um einen Etat, der dem der diesjährigen Regionalliga entspricht, zu gewährleisten. Ein Fehlbetrag der aus Memminger Sicht utopisch wirkt.
Die reduzierten Fernsehgelder setzen hierbei einem Verein wie dem FC Memmingen besonders zu. Geplant waren für die aktuelle Saison 08/09, 134.300 Euro pro Verein. Durch den sehr hohen Anteil der Reserveteams von Erst- und Zweitligisten, die bei der Verteilung der Regionalligafernsehgelder nicht berücksichtigt sind, wurden jedoch 166.000 Euro an die eigenständigen Vereine ausgeschüttet. Diese werden nun auf 88000,-- Euro ab kommender Saison reduziert. Eventuell ist der DFB bereit noch übergangsweise einen finanziellen Beitrag aus eigenen Mitteln zu begleichen. Ob und in welcher Höhe dieser Beitrag geleistet wird, entzieht sich den Kenntnissen des FC Memmingen.
Bei allem Ärger um reduzierte Fernsehgelder, ist nach Bekanntgabe der Fernseh-Übertragungszeit zur Regionalliga Süd, diese Reduzierung erklärbar. Die Übertragungszeit der Regionalsender wie dem bayerischen Fernsehen liegt nämlich bei 0,0 Minuten. Keine einzige Minute wurde Live oder in Ausschnitten von der Regionalliga Süd gesendet. Die Interessen des Fernsehens sind somit gar nicht gegeben.
Was auch nicht verwundert. Wenn Vereine wie Eintracht Bamberg, die in der Bayernliga hinter dem FC Memmingen noch Zuschauerkrösus waren und jetzt zum Teil vor 160 Zuschauern, unter Ausschluss der Öffentlichkeit Fußball spielen. Da sind dann Fernsehgelder nur noch als Teilausgleich von Mehrkosten für den Regionalligaspielbetrieb zu sehen, die ausschließlich im Zusammenhang der DFB-Auflagen zu werten sind, ohne das hiervon auch nur ein einziger Euro für den Spielbetrieb zusätzlich zur Verfügung steht.
Die hohen Auflagen bleiben trotz halbierter Fernsehgelder erhalten. Das Lizenzierungsverfahren wurde noch um eine Stadionordnung erweitert und umfasst jetzt mehr als 400 DIN A4 Seiten, was einen 80er Ablageordner prall füllt. Der Einwand von Herrn Buchmann, dass er erst mal Urlaub benötigt, um das Lizenzierungsverfahren zu lesen, geschweige denn dieses zu bearbeiten, sorgte beim BFV- Workshop in Gaimersheim für allgemeine Erheiterung.
Alleine die Kosten fürs Lizenzierungsverfahren mit Wirtschaftsprüfer und Zulassungsgebühren (ca. 15000,-- Euro), Schiedsrichterkosten (20000,-- Euro), Verbandsabgabe (mind. 8500,-- Euro), Reisemehrkosten (ca. 30000,-- Euro) erhöhte Sicherheitsdienstleistung, Einstufung Berufsgenossenschaft usw. können durch die hinzukommenden Fernsehgelder nicht einmal ausgeglichen werden.
Die Auflagen des DFB sind aber hierbei noch gar nicht berücksichtigt. Ohne Sicherheitszaun, getrennte Zuschauerränge, Schleusen usw. wird definitiv kein Oberligist eine Zulassung erhalten. Hinzu kommen die personell-administrativen Auflagen. Trainer mit A-Lizenz, hauptamtlicher Geschäftsführer, Finanzverantwortlicher, Medienverantwortlicher sowie mindestens 12 deutsche spielberechtigte Vertragsspieler im Kader, erfordern einen Spielbetrieb, der ausschließlich Profifußball ausweist und erhebliches Geld erfordert.
Ohnehin ist es dem FC Memmingen unerklärlich, wie bei einem Durchschnittsetat von 1,8 Millionen Euro, die Regionalliga, von Verband und Medien noch als Amateurliga betitelt wird. Wenn 5 Millionen Euro aufgewendet werden um erfolgreich viertklassig Fußball zu spielen, dann krankt aus Memminger Sicht ein ganzes System.
Hierbei gilt festzuhalten, dass der DFB keine Etats festlegt. Diese Aufwendungen resultieren ausschließlich aus Angebot und Nachfrage. Ein Wetteifern von Vereinen hat Ausgaben für Spielergehälter in astronomische Höhen getrieben. Wenn Spieler und Funktionäre, fünfstellige Monatsgehälter in Liga 4 beziehen und ein Verein wie der FC Memmingen mit seinen ehrenamtlichen Strukturen einen Wettbewerb mit diesen Vereinen suchen will, dann muss man erkennen, dass dies die Machbarkeitsgrenze des FCM übersteigt.
Anderseits zeigt es aber auch die Leistungen, die von Spieler, Trainern und Funktionären, Jahr für Jahr in Memmingen erbracht werden. Der FC Memmingen steht bereits zum wiederholten Male an der Schwelle zum hoch bezahlten Profifußball. Und dies in einem Jahr, an dem ein gravierender Generationsumbruch stattfand. Leistungsträger wie Christian Braun, Matthias Jörg, Andi Maier, Michael Sprenghart und Martin Mutzel haben den Verein verlassen und junge Talente aus der eigenen Jugend haben diese Lücken geschlossen.
Obwohl der fliesende Übergang von Amateur- zum Profifußball bereits in der Oberliga, der 5. Spielklasse stattfindet ist es wieder gelungen eine Spitzenposition im bayerischen Fußball einzunehmen.
Mit dem aktuell 4. Platz in der Bayernliga, belegt der FC Memmingen im Freistaat Bayern Rang 15 von 4546 Vereinen, was einer Leistungsdichte von 3 Promille entspricht. Hinzu kommen die jüngsten schwäbischen und bayerischen Hallentitel, die sowohl die Frauen als auch die Herren als schwäbischer und bayerischer Hallenmeister ausweist. Ein Gesamterfolg, wie es kein Fußballverein jemals zuvor, dem FC Memmingen gleichtat.
Erfolge die in Liga 5 „noch“ finanzierbar sind und ausschließlich den Strukturen des FC Memmingen entspringen. Geographischer Standort, hervorragende Trainer und Betreuer bei den Frauen, den Herren und der Jugendabteilung. Motivierte Spieler/innen, engagierte Eltern, kompetente und erfahrene Ausschüsse sowie ehrenamtliche Helfer, Gönner und Sponsoren mit sozialen Bindungen zum Verein. All dies ist wohl das Erfolgsrezept des FC Memmingen.
Ein Erfolgsrezept, das bei der Erfüllung aller DFB-Auflagen und einem gleich gestellten Wettbewerb in der Regionalliga Süd in Frage gestellt werden muss. Eine Liga, in der ausschließlich Profifußball vorgesehen ist, ist für einen Verein, bei dem Spieler und Funktionäre, einer geregelten Arbeit nachgehen nicht zu stemmen.
Einer Regionalliga Süd, die vom Fernsehen eigentlich nicht wahrgenommen wird, deren Schnitt mit 1321 Zuschauern gegenüber dem Zuschauerschnitt des FC Memmingen (1155) nur 166 Zuschauer mehr ausweist. Den FC Memmingen hierbei einer möglichen Insolvenz zu opfern, wäre keinem Menschen dieser Welt zu erklären. Im übertragenen Sinn müsste der FC Memmingen für diese 166 Zuschauer jährlich 1,4 Millionen Euro pro Jahr investieren um nur durchschnittlich zu sein. Es ist anzunehmen, dass anfänglich mehr Zuschauer in Memmingen anzutreffen sind, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass bei den ganzen unattraktiven zweiten Mannschaften, einem sportlichen Misserfolg, eventuell auch wesentlich weniger Zuschauer in der Memminger Arena anzutreffen sind.
Im Fall Eintracht Bamberg sind es nur noch durchschnittlich 551 Zuschauer. Die fehlende Kulisse ist das eine, das fehlende Geld das andere. Würden zum Beispiel die Zuschauerzahlen des FC Memmingen der vergangenen Saison zur Kalkulation der diesjährigen Regionalliga Süd dienen, wäre als Grundlage eine Zuschauerkulisse in Memmingen von 2500 im Schnitt, als absolut realistisch angesetzt worden.
Kämen dann „nur“ 1000 Zuschauer, wie es vielleicht passiert wäre, dann würden jetzt dem FC Memmingen 1500 zahlende Zuschauer fehlen.
Beispielrechnung:
1500 fehlende Zuschauer x durchschnittlich 7,-- Euro x 17 Heimspiele ergäbe ein Minus von 178500,-- Euro. Hinzu kämen die Verluste aus dem Kiosk- und Warenverkauf. Insgesamt entstünde nur durch diese Fehleinschätzung der Zuschauerzahlen ein Minus von weit über 200.000,-- Euro.
Dieses Minus müsste jetzt durch Gönner und Sponsoren ausgeglichen werden. Was anhand der Finanz- und Wirtschaftskrise ein unmögliches Unterfangen wäre. Als freies Unternehmen käme dann der Kostenhauptteil, die Lohnkosten ins Visier. Kurzarbeit würde im Fußball etwas schwierig werden und Entlassungen sind bei Vertragsspielern erst ab Vertragsende möglich. Zwölf Vertragsspieler sind aber mindestens erforderlich und binden sich mindestens vom 01.07. bis 30.06. des Folgejahres, der vertraglichen Zusicherung Ihrer Gehälter.
Hinzu kommen Trainer, Hauptämter usw. die ein Arbeitsverhältnis von mindestens einer Spielsaison vorsehen. Sind nun Einnahmen aus Fehlkalkulationen oder nicht erbrachten Sponsorenleistungen gegeben, so bleiben anhand der DFB-Auflagen die vertraglich geforderten Hauptausgaben für Löhne und Gehälter erhalten. Wenn Spieler und Funktionäre sich nun nicht solidarisch erklären, bleibt nur der Gang zum Amtsgericht. Der Verein stellt einen Antrag auf Insolvenz und die Funktionäre und Spieler erhalten Ihr Geld in den nächsten Monaten von der Bundesagentur für Arbeit.
Der FC Memmingen möchte anhand von diesem Beispiel darauf hinweisen, wieso sich viele Vereine der 3. und 4. Liga im freien Fall befinden. Da sich viele Etats ausschließlich auf Liebhaberei von Unternehmen und Mäzenen stützen, ist davon auszugehen, dass viele Mäzene in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise andere Sorgen haben, als das ein paar völlig überbezahlte Spieler und Funktionäre, pünktlich Ihr Gehalt erhalten.
Ähnlich der Finanzkrise ist hier zu erwarten, dass demnächst die Seifenblase Regionalliga platzen wird. Weder kaufmännisch noch betriebswirtschaftlich, ist es einem Sponsor zu vermitteln, Millionenbeträge für die Regionalliga in einen Verein anhand marketingtechnischer Gesichtspunkte zu investieren.
In dieser Seifenblase will und kann der FC Memmingen keinen Weg suchen. Nach einer entsprechenden Marktbereinigung wird jedoch ein maßvolles Wirtschaften unterhalb der 2. Bundesliga einkehren. Wann dies genau sein wird, ist im Moment nicht abzusehen. Bis dahin jedoch, wird der FC Memmingen versuchen weiterhin wirtschaftliche und sportliche Erfolge zu erzielen um nach gegebener Zeit den Allgäuer Fußball, auch im gesamten süddeutschen Raum, einmal präsentieren zu können.
Der FC Memmingen bedankt sich bei seinen Gönnern und Sponsoren, die uns für die Entscheidung, keinen Lizenzantrag zur Regionalliga Süd zu stellen, Ihre volle Unterstützung zugesichert haben. Der gleiche Dank gilt unseren Fans und Anhängern die auch diese Saison so zahlreich unsere Heimspiele besuchen. Ebenso der Dank an unsere Spieler, die diese Entscheidung in vollem Umfang mittragen und unterstützen und mit vollem Tatendrang versuchen werden die Erfolge des FC Memmingen auszubauen.
Im Namen der FCM- Abteilungen / Präsidium, Finanzausschuss und Spielausschuss
Armin Buchmann (1.Vorsitzender)
Memmingen, 18.02.2009
FC Memmingen bewirbt sich nicht für Regionalliga
Geschrieben von Andreas Schales
Mittwoch, 18. Februar 2009
Der Fußballclub Memmingen, derzeit Tabellenvierter in der Bayernliga, wird sich nicht für die kommende Saison für die Regionalliga bewerben und nicht am aufwändigen Lizenzierungsverfahren teilnehmen. Dieser Beschluss wurde am Dienstagabend vom FCM-Gesamtvorstand gefasst. Hier die umfangreiche Pressemitteilung, die im Anschluss an die Medien ging, im Wortlaut:
Presserklärung des FC Memmingen 1907 e.V., Bodenseestraße 44, 87700 Memmingen
Verzicht auf Lizenzantrag zur Regionalliga Süd
Der FC Memmingen sorgte für die Entscheidung, keinen Lizenzantrag zur Teilnahme der Regionalliga Süd, Saison 08/09 zu stellen, für großes öffentliches Interesse. Trotz sportlicher Qualifikation zur Regionalliga Süd, wurde aufgrund der hohen personellen, administrativen und sicherheitstechnischen Auflagen, das Risiko einer wirtschaftlichen Schieflage als viel zu hoch eingeschätzt. Aus diesem Grund, hat der FC Memmingen auf sein sportliches Aufstiegsrecht verzichtet.
Eine Entscheidung, die im Umfeld des Vereines und in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert wurde. Nun steht der FC Memmingen am gleichen Scheidepunkt, wie vor einem Jahr.
Die DFB-Statuten sehen vor, dass bis zum 16. März 2009, die technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit und bis 01. April 2009, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erbracht werden muss. Diese Leistungsfähigkeit wurde am Abend des 17.02.2009, mit den Vereinsgremien Präsidium, Finanzausschuss und Spielausschuss erörtert, diskutiert und per Akklamation protokolliert. Wie vor einem Jahr, sieht sich der FC Memmingen außerstande, wettbewerbsfähig und wirtschaftlich risikofrei einen Spielbetrieb in der Regionalliga Süd zu stemmen.
Aus diesem Grund, wird der FC Memmingen sich am aufwändigen Lizenzierungsverfahren nicht beteiligen und keinen Lizenzantrag zur Regionalliga Süd stellen.
Dieser Beschluss wurde vom Präsidium, dem Finanz- und Spielausschuss mehrheitlich (ohne Gegenstimme und Enthaltung) entschieden.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Verzichtserklärung zum Teil noch auf Einschätzungen und Mutmaßungen basierte, ist die diesjährige Entscheidung mit Fakten unterlegt, die die damaligen Einschätzungen nicht nur bestätigen , sondern um ein vielfaches übertreffen.
Beim ersten Bayernliga-Workshop in Gaimersheim bei Ingolstadt, wurden an 2 Tagen, am 06./07. Februar sehr umfangreich Themen wie Passabteilung, Reform des Toto-Pokals, eventuell neues Spielsystem der Bayernliga, Schiedsrichter- und Sicherheitswesen, BFV-TV und viele andere Themen behandelt und diskutiert. Eine Veranstaltung, die aus Sicht des FC Memmingen äußerst positiv bewertet wurde. An dieser Veranstaltung, wurden wirklich alle Probleme und Nöte der Vereine ernst genommen und diskutiert.
Hinzu kam das beide Seiten, also Verband und Vereine, die Sicht des Anderen wahrnahm und sich im Laufe des Wochenendes beide Seiten äußerst respektvoll begegneten. Hier kann man BFV- Verbandspräsident und DFB-Vizepräsident, Herrn Dr. Rainer Koch, in Vertretung seiner Abteilungen und Ausschüsse ein großes Lob aussprechen.
Selten zuvor, wurde allen Vereinsverantwortlichen besser vermittelt, welche Leistungsspitze die Bayernliga im deutschen Amateurfußball ausweist. Auch bei abendlichen Gesprächen, war der Info rmationsaustausch bedeutender Bestandteil für einen auch in Zukunft, respektvollen Umgang aller anwesenden Vereine.
Aus Memminger Sicht war natürlich der Besuch von DFB-Direktor Helmut Sandrock von besonderer Bedeutung. Auch hier wurde nach seinem hoch informativen Vortrag, den Vereinen entsprechendes Gehör geschenkt. Allein die Anwesenheit durch Herrn Sandrock, vermittelte im Vorfeld den Eindruck, dass der DFB das Interesse hat, die Probleme seiner Oberligisten zu erfahren. Grundlage der folgenden Diskussion waren sicherlich die Zahlen, die Herr Sandrock mit seinem Vortrag veröffentlichte.
Diese Zahlen dokumentieren auch, warum in Liga 3 und Liga 4 massenweise Vereine mit wirtschaftlichen Problemen behaftet sind und viele Vereine massiv von Insolvenzen bedroht sind.
Der kleinste Etat der Regionalliga beträgt rund 600.000 Euro und der höchste Etat der Regionalliga beträgt sagenhafte 5.000.000 Euro (5 Mio.). Der Durchschnittsetat der vierten Liga, beträgt 1.795.000 Euro (1,8 Millionen Euro).
Unsere beiden Vereinsvertreter beim Bayernliga-Workshop, Herr Armin Buchmann (1.Vors.) und Herr Thomas Reichart (2.Vors.) waren nach Bekanntgabe dieser Zahlen sprachlos. Diese Dimension des Kapitaleinsatzes in der Regionalliga ist nur noch als bizarr und unwirklich wahrzunehmen, entspricht aber der Realität, wie Sie jetzt vom DFB veröffentlicht wurde.
Zum Vergleich:
Der Etat des FC Memmingen beträgt 400.000 Euro. Und zwar für den gesamten Verein. Also Jugend, Frauen, Herren, Beiträge, Kapitaldienst, Platzabgaben, usw. usw. Zudem kalkuliert der FC Memmingen von diesen 400.000 Euro Umsatz eine Rendite von 5%. Also einen Gewinn von 20000,-- Euro nach Steuern und Abschreibungen. Ein optimistisches Ziel, dass trotz Finanz- und Wirtschaftskrise beim FCM für die aktuelle Saison 2008/2009 immer noch Bestand hat.
Möchte nun der FC Memmingen in der Regionalliga einen durchschnittlichen Wettbewerbsetat von 1,8 Millionen erzielen, so müssten 1,4 Millionen Euro zusätzlich erwirtschaftet werden. Hiervon lassen sich bei optimistischer Betrachtung noch Einnahmen aus Werbung, Zuschauer und Fernsehgeld in Höhe von 200.000 Euro generieren. Somit würden immer noch 1,2 Millionen Euro fehlen, um einen Etat, der dem der diesjährigen Regionalliga entspricht, zu gewährleisten. Ein Fehlbetrag der aus Memminger Sicht utopisch wirkt.
Die reduzierten Fernsehgelder setzen hierbei einem Verein wie dem FC Memmingen besonders zu. Geplant waren für die aktuelle Saison 08/09, 134.300 Euro pro Verein. Durch den sehr hohen Anteil der Reserveteams von Erst- und Zweitligisten, die bei der Verteilung der Regionalligafernsehgelder nicht berücksichtigt sind, wurden jedoch 166.000 Euro an die eigenständigen Vereine ausgeschüttet. Diese werden nun auf 88000,-- Euro ab kommender Saison reduziert. Eventuell ist der DFB bereit noch übergangsweise einen finanziellen Beitrag aus eigenen Mitteln zu begleichen. Ob und in welcher Höhe dieser Beitrag geleistet wird, entzieht sich den Kenntnissen des FC Memmingen.
Bei allem Ärger um reduzierte Fernsehgelder, ist nach Bekanntgabe der Fernseh-Übertragungszeit zur Regionalliga Süd, diese Reduzierung erklärbar. Die Übertragungszeit der Regionalsender wie dem bayerischen Fernsehen liegt nämlich bei 0,0 Minuten. Keine einzige Minute wurde Live oder in Ausschnitten von der Regionalliga Süd gesendet. Die Interessen des Fernsehens sind somit gar nicht gegeben.
Was auch nicht verwundert. Wenn Vereine wie Eintracht Bamberg, die in der Bayernliga hinter dem FC Memmingen noch Zuschauerkrösus waren und jetzt zum Teil vor 160 Zuschauern, unter Ausschluss der Öffentlichkeit Fußball spielen. Da sind dann Fernsehgelder nur noch als Teilausgleich von Mehrkosten für den Regionalligaspielbetrieb zu sehen, die ausschließlich im Zusammenhang der DFB-Auflagen zu werten sind, ohne das hiervon auch nur ein einziger Euro für den Spielbetrieb zusätzlich zur Verfügung steht.
Die hohen Auflagen bleiben trotz halbierter Fernsehgelder erhalten. Das Lizenzierungsverfahren wurde noch um eine Stadionordnung erweitert und umfasst jetzt mehr als 400 DIN A4 Seiten, was einen 80er Ablageordner prall füllt. Der Einwand von Herrn Buchmann, dass er erst mal Urlaub benötigt, um das Lizenzierungsverfahren zu lesen, geschweige denn dieses zu bearbeiten, sorgte beim BFV- Workshop in Gaimersheim für allgemeine Erheiterung.
Alleine die Kosten fürs Lizenzierungsverfahren mit Wirtschaftsprüfer und Zulassungsgebühren (ca. 15000,-- Euro), Schiedsrichterkosten (20000,-- Euro), Verbandsabgabe (mind. 8500,-- Euro), Reisemehrkosten (ca. 30000,-- Euro) erhöhte Sicherheitsdienstleistung, Einstufung Berufsgenossenschaft usw. können durch die hinzukommenden Fernsehgelder nicht einmal ausgeglichen werden.
Die Auflagen des DFB sind aber hierbei noch gar nicht berücksichtigt. Ohne Sicherheitszaun, getrennte Zuschauerränge, Schleusen usw. wird definitiv kein Oberligist eine Zulassung erhalten. Hinzu kommen die personell-administrativen Auflagen. Trainer mit A-Lizenz, hauptamtlicher Geschäftsführer, Finanzverantwortlicher, Medienverantwortlicher sowie mindestens 12 deutsche spielberechtigte Vertragsspieler im Kader, erfordern einen Spielbetrieb, der ausschließlich Profifußball ausweist und erhebliches Geld erfordert.
Ohnehin ist es dem FC Memmingen unerklärlich, wie bei einem Durchschnittsetat von 1,8 Millionen Euro, die Regionalliga, von Verband und Medien noch als Amateurliga betitelt wird. Wenn 5 Millionen Euro aufgewendet werden um erfolgreich viertklassig Fußball zu spielen, dann krankt aus Memminger Sicht ein ganzes System.
Hierbei gilt festzuhalten, dass der DFB keine Etats festlegt. Diese Aufwendungen resultieren ausschließlich aus Angebot und Nachfrage. Ein Wetteifern von Vereinen hat Ausgaben für Spielergehälter in astronomische Höhen getrieben. Wenn Spieler und Funktionäre, fünfstellige Monatsgehälter in Liga 4 beziehen und ein Verein wie der FC Memmingen mit seinen ehrenamtlichen Strukturen einen Wettbewerb mit diesen Vereinen suchen will, dann muss man erkennen, dass dies die Machbarkeitsgrenze des FCM übersteigt.
Anderseits zeigt es aber auch die Leistungen, die von Spieler, Trainern und Funktionären, Jahr für Jahr in Memmingen erbracht werden. Der FC Memmingen steht bereits zum wiederholten Male an der Schwelle zum hoch bezahlten Profifußball. Und dies in einem Jahr, an dem ein gravierender Generationsumbruch stattfand. Leistungsträger wie Christian Braun, Matthias Jörg, Andi Maier, Michael Sprenghart und Martin Mutzel haben den Verein verlassen und junge Talente aus der eigenen Jugend haben diese Lücken geschlossen.
Obwohl der fliesende Übergang von Amateur- zum Profifußball bereits in der Oberliga, der 5. Spielklasse stattfindet ist es wieder gelungen eine Spitzenposition im bayerischen Fußball einzunehmen.
Mit dem aktuell 4. Platz in der Bayernliga, belegt der FC Memmingen im Freistaat Bayern Rang 15 von 4546 Vereinen, was einer Leistungsdichte von 3 Promille entspricht. Hinzu kommen die jüngsten schwäbischen und bayerischen Hallentitel, die sowohl die Frauen als auch die Herren als schwäbischer und bayerischer Hallenmeister ausweist. Ein Gesamterfolg, wie es kein Fußballverein jemals zuvor, dem FC Memmingen gleichtat.
Erfolge die in Liga 5 „noch“ finanzierbar sind und ausschließlich den Strukturen des FC Memmingen entspringen. Geographischer Standort, hervorragende Trainer und Betreuer bei den Frauen, den Herren und der Jugendabteilung. Motivierte Spieler/innen, engagierte Eltern, kompetente und erfahrene Ausschüsse sowie ehrenamtliche Helfer, Gönner und Sponsoren mit sozialen Bindungen zum Verein. All dies ist wohl das Erfolgsrezept des FC Memmingen.
Ein Erfolgsrezept, das bei der Erfüllung aller DFB-Auflagen und einem gleich gestellten Wettbewerb in der Regionalliga Süd in Frage gestellt werden muss. Eine Liga, in der ausschließlich Profifußball vorgesehen ist, ist für einen Verein, bei dem Spieler und Funktionäre, einer geregelten Arbeit nachgehen nicht zu stemmen.
Einer Regionalliga Süd, die vom Fernsehen eigentlich nicht wahrgenommen wird, deren Schnitt mit 1321 Zuschauern gegenüber dem Zuschauerschnitt des FC Memmingen (1155) nur 166 Zuschauer mehr ausweist. Den FC Memmingen hierbei einer möglichen Insolvenz zu opfern, wäre keinem Menschen dieser Welt zu erklären. Im übertragenen Sinn müsste der FC Memmingen für diese 166 Zuschauer jährlich 1,4 Millionen Euro pro Jahr investieren um nur durchschnittlich zu sein. Es ist anzunehmen, dass anfänglich mehr Zuschauer in Memmingen anzutreffen sind, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass bei den ganzen unattraktiven zweiten Mannschaften, einem sportlichen Misserfolg, eventuell auch wesentlich weniger Zuschauer in der Memminger Arena anzutreffen sind.
Im Fall Eintracht Bamberg sind es nur noch durchschnittlich 551 Zuschauer. Die fehlende Kulisse ist das eine, das fehlende Geld das andere. Würden zum Beispiel die Zuschauerzahlen des FC Memmingen der vergangenen Saison zur Kalkulation der diesjährigen Regionalliga Süd dienen, wäre als Grundlage eine Zuschauerkulisse in Memmingen von 2500 im Schnitt, als absolut realistisch angesetzt worden.
Kämen dann „nur“ 1000 Zuschauer, wie es vielleicht passiert wäre, dann würden jetzt dem FC Memmingen 1500 zahlende Zuschauer fehlen.
Beispielrechnung:
1500 fehlende Zuschauer x durchschnittlich 7,-- Euro x 17 Heimspiele ergäbe ein Minus von 178500,-- Euro. Hinzu kämen die Verluste aus dem Kiosk- und Warenverkauf. Insgesamt entstünde nur durch diese Fehleinschätzung der Zuschauerzahlen ein Minus von weit über 200.000,-- Euro.
Dieses Minus müsste jetzt durch Gönner und Sponsoren ausgeglichen werden. Was anhand der Finanz- und Wirtschaftskrise ein unmögliches Unterfangen wäre. Als freies Unternehmen käme dann der Kostenhauptteil, die Lohnkosten ins Visier. Kurzarbeit würde im Fußball etwas schwierig werden und Entlassungen sind bei Vertragsspielern erst ab Vertragsende möglich. Zwölf Vertragsspieler sind aber mindestens erforderlich und binden sich mindestens vom 01.07. bis 30.06. des Folgejahres, der vertraglichen Zusicherung Ihrer Gehälter.
Hinzu kommen Trainer, Hauptämter usw. die ein Arbeitsverhältnis von mindestens einer Spielsaison vorsehen. Sind nun Einnahmen aus Fehlkalkulationen oder nicht erbrachten Sponsorenleistungen gegeben, so bleiben anhand der DFB-Auflagen die vertraglich geforderten Hauptausgaben für Löhne und Gehälter erhalten. Wenn Spieler und Funktionäre sich nun nicht solidarisch erklären, bleibt nur der Gang zum Amtsgericht. Der Verein stellt einen Antrag auf Insolvenz und die Funktionäre und Spieler erhalten Ihr Geld in den nächsten Monaten von der Bundesagentur für Arbeit.
Der FC Memmingen möchte anhand von diesem Beispiel darauf hinweisen, wieso sich viele Vereine der 3. und 4. Liga im freien Fall befinden. Da sich viele Etats ausschließlich auf Liebhaberei von Unternehmen und Mäzenen stützen, ist davon auszugehen, dass viele Mäzene in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise andere Sorgen haben, als das ein paar völlig überbezahlte Spieler und Funktionäre, pünktlich Ihr Gehalt erhalten.
Ähnlich der Finanzkrise ist hier zu erwarten, dass demnächst die Seifenblase Regionalliga platzen wird. Weder kaufmännisch noch betriebswirtschaftlich, ist es einem Sponsor zu vermitteln, Millionenbeträge für die Regionalliga in einen Verein anhand marketingtechnischer Gesichtspunkte zu investieren.
In dieser Seifenblase will und kann der FC Memmingen keinen Weg suchen. Nach einer entsprechenden Marktbereinigung wird jedoch ein maßvolles Wirtschaften unterhalb der 2. Bundesliga einkehren. Wann dies genau sein wird, ist im Moment nicht abzusehen. Bis dahin jedoch, wird der FC Memmingen versuchen weiterhin wirtschaftliche und sportliche Erfolge zu erzielen um nach gegebener Zeit den Allgäuer Fußball, auch im gesamten süddeutschen Raum, einmal präsentieren zu können.
Der FC Memmingen bedankt sich bei seinen Gönnern und Sponsoren, die uns für die Entscheidung, keinen Lizenzantrag zur Regionalliga Süd zu stellen, Ihre volle Unterstützung zugesichert haben. Der gleiche Dank gilt unseren Fans und Anhängern die auch diese Saison so zahlreich unsere Heimspiele besuchen. Ebenso der Dank an unsere Spieler, die diese Entscheidung in vollem Umfang mittragen und unterstützen und mit vollem Tatendrang versuchen werden die Erfolge des FC Memmingen auszubauen.
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Die Lektüre lohnt sich aber! Das sind mal klare Worte und nicht das übliche Blabla nach dem Motto: Wir wollen ohnehin so schnell wie möglich in die Dritte Liga. Leider haben das fast alle Vereine vor und verschließen die Augen vor der Realität. Ich bin Fan der Oldschdod, ich weiß wovon ich rede...
Martin Driller (über Marek Mintal): "Er ist leider skandalfrei. Eigentlich schade für jeden Fußballer, einen Skandal sollte man schon mal haben, denn sonst gibt's ja nix zu erzählen."
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Ziege1
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Eine erschreckend realistische Darstellung, wie sich der Übergang vom Amateur- zum Profifußball darstellt.
Ist der DFB blind?!? Da müssen Regularien festgesetzt werden, welche nach oben strebende Vereine mit weniger Risiko ermöglicht wird, dies auch zu realisieren.
Weg mit der 3. Liga! Weg mit den 2ten Mannschaften! Weg mit geldverschlingenden Forderungen. Her mit den Fernsehgeldern! Und, und, und....
Ist der DFB blind?!? Da müssen Regularien festgesetzt werden, welche nach oben strebende Vereine mit weniger Risiko ermöglicht wird, dies auch zu realisieren.
Weg mit der 3. Liga! Weg mit den 2ten Mannschaften! Weg mit geldverschlingenden Forderungen. Her mit den Fernsehgeldern! Und, und, und....
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Eckes
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Leider wahr. Der DFB wird es aber erst dann merken, wenn sich von den Spitzenvereinen der Oberligen keiner für die Lizenzunterlagen bewirbt und man ggf. nur einen oder zwei Aufsteiger hätte und zwangläufig der DFB ein, zwei Absteiger drin lassen müsste, um die Ligenstärke gewähren zu können. Nur wenn dieses Groteskum endlich medial Aufmerksamkeit erregt, besteht eine Chance, dass sich was ändert.
Klasse wäre natürlich, wenn einer dieser ursprünglich sportlich abgestiegenen Vereine sein "Recht auf Abstieg" einklagen würde oder wenn ein Verein, dem sonst das finanzielle Aus droht, die Stadionvoraussetzungen (Zäune, abgetrennte Blöcke etc.) niederreißen lassen würde, um keine neuerliche Lizenz mehr zu erhalten. Gut, man könnte ja auch freiwillig zurückziehen, aber das wär doch viel spektakulärer
Klasse wäre natürlich, wenn einer dieser ursprünglich sportlich abgestiegenen Vereine sein "Recht auf Abstieg" einklagen würde oder wenn ein Verein, dem sonst das finanzielle Aus droht, die Stadionvoraussetzungen (Zäune, abgetrennte Blöcke etc.) niederreißen lassen würde, um keine neuerliche Lizenz mehr zu erhalten. Gut, man könnte ja auch freiwillig zurückziehen, aber das wär doch viel spektakulärer
Junge Junge Junge - 3.Liga
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sam
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Wahnsinn!!
Respekt an FC Memmingen zu dieser Entscheidung und sich mal die Mühe zu machen das ganze Dilemma aufzuzeigen. Beim Lesen ist mir schlecht geworden ...
... und ich wünsche Weiden innigst, dass sie in diesem Jahr aufsteigen!!!
Respekt an FC Memmingen zu dieser Entscheidung und sich mal die Mühe zu machen das ganze Dilemma aufzuzeigen. Beim Lesen ist mir schlecht geworden ...
... und ich wünsche Weiden innigst, dass sie in diesem Jahr aufsteigen!!!
Seele: "Ich bin viel zu übergewichtig, und des merk ich aa an mir selber."
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Jean S.
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DI STEFANO
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Und das schrieb ich vor dem Bekanntwerden dieser Memminger Auflistung....DI STEFANO hat geschrieben:Konsequent und ehrlich nenn ich das. Normalerweise sollte wirklich jeder darauf verzichten...entweder solange bis die jetzt in der RL ansässigen Mannschaften Pleite sind, oder der DFB seine Forderungen gravierend herunter und die Fernsehgelder (oder aus anderen Quellen ...evtl. Ligasponsor) hinaufschraubt.
damit meine ich auch uns, wenn wir in die Lage kämen in diese Liga aufzusteigen....sofern natürlich genug Geld da wäre, um einen Durchmarsch machen zu können.
Könnte Kotzen, wenn ich daran denke was der DFB schon alles falsch gemacht hat....anstatt sie die Regionalligen gelassen hätten, wie sie vor 2 Jahren noch waren, erfinden sie so eine "Geisterliga".
Aber solange die Idee von der Oldschdod nicht aufhört zu begeistern und die Menschen das leben wird auch die Tradition bestehenbleiben.
Prost!
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0zeit
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Ein wunderbares Szenario, Eckes !Eckes hat geschrieben:...und zwangläufig der DFB ein, zwei Absteiger drin lassen müsste, um die Ligenstärke gewähren zu können. Nur wenn dieses Groteskum endlich medial Aufmerksamkeit erregt, besteht eine Chance, dass sich was ändert.
Klasse wäre natürlich, wenn einer dieser ursprünglich sportlich abgestiegenen Vereine sein "Recht auf Abstieg" einklagen würde oder wenn ein Verein, dem sonst das finanzielle Aus droht, die Stadionvoraussetzungen (Zäune, abgetrennte Blöcke etc.) niederreißen lassen würde, um keine neuerliche Lizenz mehr zu erhalten. Gut, man könnte ja auch freiwillig zurückziehen, aber das wär doch viel spektakulärer 8O
Hat der DFB nicht irgendwann einmal geäußert, dass die drei Profiligen sowieso eine Welt für sich werden sollen, ohne Austausch mit unten ?
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DI STEFANO
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Na dann kann ich nur sagen "Scheiß auf den DFB" her mit einer ´Frankenliga ! Nach der Saison , kann ja dann der Meister von Franken gegen den Meister der " Bazi-Liga" kicken.
Als Ligasponsor/ren, Die Kulmbacher Bierbrauerei und einen eigenen Fränkischen Fernsehsender, welcher ausführliche Ausschnitte so einer Liga zeigt.
Hierzu nur nochmal zur erinnerung auf welche Anzahl von Bevölkerung Franken zugreifen könnte:
Regierungsbezirk Regierungssitz AGS Abk. Fläche Einwohner
(Sep 2005) E./km²
Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,00 km² 1.103.239 153
Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,85 km² 1.708.841 236
Unterfranken Würzburg 096 Ufr. 8.530,99 km² 1.342.308 157
Franken in Bayern 23.006,84 km² 4.154.388 Einwohner /181 Einwohner pro km²
Vielleicht findet ja auch nóch jemand was über die Wirtschaftskraft Frankens, um zu verdeutlichen dass Franken eigentlich gleichzusetzen ist mit Ländern wie zb. Wales und noch weit vor anderen selbstständigen Mitteleuropäischen Ländern liegt.
Als Ligasponsor/ren, Die Kulmbacher Bierbrauerei und einen eigenen Fränkischen Fernsehsender, welcher ausführliche Ausschnitte so einer Liga zeigt.
Hierzu nur nochmal zur erinnerung auf welche Anzahl von Bevölkerung Franken zugreifen könnte:
Regierungsbezirk Regierungssitz AGS Abk. Fläche Einwohner
(Sep 2005) E./km²
Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,00 km² 1.103.239 153
Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,85 km² 1.708.841 236
Unterfranken Würzburg 096 Ufr. 8.530,99 km² 1.342.308 157
Franken in Bayern 23.006,84 km² 4.154.388 Einwohner /181 Einwohner pro km²
Vielleicht findet ja auch nóch jemand was über die Wirtschaftskraft Frankens, um zu verdeutlichen dass Franken eigentlich gleichzusetzen ist mit Ländern wie zb. Wales und noch weit vor anderen selbstständigen Mitteleuropäischen Ländern liegt.
Aber solange die Idee von der Oldschdod nicht aufhört zu begeistern und die Menschen das leben wird auch die Tradition bestehenbleiben.
Prost!
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schorschla
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Altstadt Tempo
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Wirklich eine sehr gelungene Auflistung der Problematiken. Als Folgerung kann man festhalten, dass ein Aufstieg vermutlich nur dann Sinn macht, wenn man in der RL sofort oben mitspielt (zieht Zuschauer). Länger als 2 Jahre kann man in dieser Liga dann trotzdem nicht verweilen, d.h. spätestens im zweiten Jahr muss der Aufstieg her, was aber angesichts von nur einem Aufsteiger und den finanziell nicht vergleichbaren zweiten Mannschaften (eine davon spielt immer vorne mit) und verschiedenen anderen Mannschaften mit der gleichen Zielsetzung (z.B. die Absteiger aus der dritten Liga) nur sehr schwer zu schaffen ist.
Die andere Möglichkeit wäre mit günstigen Talenten aus der Region einen Weg wie Großbardorf zu gehen und am unteren Ende der Etatliste zu stehen. Damit wäre es sicherlich möglich einige Jahre in der RL zu bestehen, sportlich kann ein Abstieg von einer jungen, ambitionierten Mannschaft im Vergleich zu Vereinen mit Zahlungsschwierigkeiten durchaus verhindert werden. Aber würde dies mittelfristig eine sinnvolle Perspektive ergeben? Ich weiss es nicht, aber meine Unterstützung hätte dieser Weg.
Auch den Weidenern würde ich den Tip geben, die "Memminger Zusammenfassung" zu lesen, insbesondere auch:
Die andere Möglichkeit wäre mit günstigen Talenten aus der Region einen Weg wie Großbardorf zu gehen und am unteren Ende der Etatliste zu stehen. Damit wäre es sicherlich möglich einige Jahre in der RL zu bestehen, sportlich kann ein Abstieg von einer jungen, ambitionierten Mannschaft im Vergleich zu Vereinen mit Zahlungsschwierigkeiten durchaus verhindert werden. Aber würde dies mittelfristig eine sinnvolle Perspektive ergeben? Ich weiss es nicht, aber meine Unterstützung hätte dieser Weg.
Auch den Weidenern würde ich den Tip geben, die "Memminger Zusammenfassung" zu lesen, insbesondere auch:
Ich habe aber zugegebenerweise keine Ahnung, ob da in Weiden jetzt bereits gebaut wird oder nicht.altstadtandre hat geschrieben: Die Auflagen des DFB sind aber hierbei noch gar nicht berücksichtigt. Ohne Sicherheitszaun, getrennte Zuschauerränge, Schleusen usw. wird definitiv kein Oberligist eine Zulassung erhalten.
Wolle Stark aber isse net.