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Großbardorf rechnet mit der Bayreuther Rache
Großbardorf (28.04.2005). Rachegelüste dürften nicht abzustreiten sein, wenn der TSV Großbardorf (7. Platz, 40 Punkte) an diesem Samstag eine an sich angenehme Fahrt vor sich hat. Gastgeber Spvgg Bayreuth (2., 50) ist nämlich eindeutiger Favorit und hat eine notwendige Wiedergutmachung vor. Denn nach dem 2:5 im Hinspiel am 9. Oktober letzten Jahres fanden sich die Oberfranken mit nur 17 Punkten aus 13 Partien im hinteren Mittelfeld wieder – und Trainer Gino Lettiere galt als nicht unumstritten.
Seitdem hat sich die Lage der bestens besetzten Altstädter eindeutig zu deren Vorteil entwickelt. In den 14 folgenden Begegnungen sammelten sie 33 Zähler, gewannen unter der letzten Woche erst mit 5:0 in Wolfratshausen und gelten nun als Aufstiegsfavorit Nummer eins. „Die haben mit Ingolstadt die besten Karten aufzusteigen", weiß Großbardorfs Coach Erwin Albert, „also wird das in Bayreuth eine ganz heiße Kiste für uns:"
Gegen zwei Vermutungen wehrt sich Albert indes ganz vehement. Nämlich einerseits gegen die Behauptung, die Grabfelder hätten den Klassenerhalt mit der geknackten 40-Punkte-Marke bereits sicher in der Tasche. „Noch haben wir gar nichts amtlich, so lange es rechnerisch möglich ist, dass wir noch absteigen können. Wir haben noch sieben Spiele, andere hinter uns noch sechs. Theoretisch können wir sogar noch Vorletzter werden", rechnet Albert hoch. Durch das sich eventuell noch androhende Aus der Regensburger hat der TSV zwar zusätzliche Luft nach unten, aber so ganz fix ist eben noch nix.
Was Albert ebenfalls zum Dementi zwingt: Die Vermutung, sein Team könnte es nun locker angehen lassen. „Wenn wir fröhlich nach Bayreuth fahren und einen Ausflug machen, dann haben wir von vorneherein verloren. Wenn keine Anspannung da ist, dann kann man auch nichts erreichen!" Also zog der Coach nach einem trainingsfreien Montag die Zügel ab Dienstag wieder straffer an, erzeugte die notwendige Spannung.
Klar allerdings: „Wir müssen nicht sagen, dass wir tief im Abstiegsstrudel stecken, wenn wir verlieren", mag Albert die Aufgabe schon als angenehm bezeichnen. Wenngleich „die das 5:2 sicher nicht vergessen haben", meint er die Gastgeber dieses Wochenendes, die damals von zwei krisengeschüttelten Mannschaften den übleren tag erwischten, während die Großbardorfer ihre Serie von sieben Partien ohne Sieg beenden konnten.
„Wir hatten damals sehr viel Glück, vor allem in der ersten Halbzeit", warnt der Coach, der gegen Ansbach „vieles, was mich nicht zufrieden gestellt hat", sah. „Wenn wir uns gegenüber letztem Wochenende nicht um 100 Prozent steigern, dann erben wir dort keinen Blumentopf. Aber wir wollen uns gut aus der Affäre ziehen und noch so viele Punkte wie möglich einfahren. Da hinfahren und fünf Dinger kassieren wie zuletzt Wolfratshausen will ich jedenfalls nicht. Und auch nicht 1:5 verlieren wie letztes Jahr, wo wir vorgeführt wurden. Da werde ich der Mannschaft schon sagen, was unter einem schönen Ausflug zu verstehen ist", sprudelt es aus Erwin Albert.
Sein Sohn Johannes und Roland Hau (Knie) fallen sicher aus, ansonsten sind wohl alle Mann an Bord. Auch Sebastian Knüttel, an dem die Bayreuther heftig interessiert sind. Der Torjäger hat zwar noch ein Jahr Vertrag im Grabfeld, aber von Erlangen aus, wo Knüttel studiert, ist es nach Bayreuth nicht weiter als nach Großbardorf. Die Spvgg hat großes Interesse, wäre sicher im Falle eines Aufstieges auch für den Stürmer interessant. Aber eben nur im Falle einer Niederlage. „Wir können Bayreuth da einen Strich durch die Rechnung machen", grinst Albert.
Sicher ein Abgang und neben Matthias Gerhardt der zweite feststehende: Benedikt Heim verlässt den TSV zum Saisonende. Der Fladunger, der in Bad Neustadt im Schichtdienst arbeitet, sieht anscheinend nicht mehr die große Chance auf einem festen Platz in der Formation. Zwei weitere, bereits feststehende Neuzugänge dürfte der TSV nächste Woche bekannt geben. „Bei unserer eigenen Jugend sind viele gute Leute dabei", weiß der Coach nicht erst seit letzter Woche und denkt darüber nach, das ein oder andere Eigengewächs nach oben zu ziehen.
Fußball-Bayernliga:
Spvgg Bayreuth - TSV Großbardorf (Samstag, 15 Uhr)
Großbardorf (Kader) Schunder, Dietz – Hammer, Herbert, Heim, Wirth, Krug, Heinisch, Th. Gerhardt, Mühlfeld, König, Heilmann, Holzheimer, Ma. Gerhardt, Dinudis, Mi. Gerhardt, Gergely, Büttner, Knüttel.
Es fehlen: Kulke (Trainingsrückstand), Dippert (langzeitverletzt), Eckert (Knie), Albert (Saisonende), Hau (Knie)