Erschienen am 10.11.2010 00:00
SPVGG WEIDEN HOFFT AUF EINIGUNG
Zitterpartie am Wasserwerk
Von Peter Perzl
Der finanziell schwer angeschlagene Regionalligist SpVgg Weiden hofft auf eine Einigung ohne Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Nur dann könnte der Zwangsabstieg vermieden werden.
In den letzten Stunden sei es vordringlich darum gegangen, dass die Mannschaft am Samstag gegen Pfullendorf und eine Woche später in Freiburg überhaupt auflaufen kann. "Das ist nun sichergestellt", versprach Waldherr, der bemüht ist, alles zu versuchen, um den Verein "wirtschaftlich zu konsolidieren" und "auf eigene Beine" zu stellen.
Seine Aktivitäten bezögen sich aber nicht allein auf die Regionalligamannschaft, sondern in gleichem Maße auch auf die anderen Abteilungen des Vereins, "insbesondere die starke Jugendarbeit", die genau so schlimm betroffen ist. "Das ist ein Gesamtpaket." Als sein großes Ziel nannte es Waldherr, "eine Einigung mit allen Gläubigern ohne Insolvenzverfahren" herbeizuführen, um so den Spielbetrieb bis 30. Juni aufrecht zu erhalten - so wie es vor einiger Zeit auch der SpVgg Bayreuth gelungen ist. Was allerdings nur funktioniere, wenn zeitnah Liquididät aufzutreiben ist und das Finanzamt und die Berufsgenossenschaft mitspielen.
Die Außenstände dort, die vor allem aus "Altlasten" stammen, bezifferte Hannes Beer auf "weit unter einer halben Million", wollte aber trotz Nachfrage eine genaue Summe nicht nennen. "Ich hoffe, die Anhänger stehen uns in dieser schweren Stunde zur Seite", erklärte Waldherr, der bereits mit den Aktiven gesprochen hat, bei denen ein Monatsgehalt aussteht. Die hätten versprochen, für den Verein alles zu geben und ließen bereits am Wochenende gegen Ulm (2:0) den Worten Taten folgen. Übrigens: Die Gesamtzahl der (auch geringfügig) Beschäftigten beim Weidener Traditionsklub bezifferte Hannes Beer auf 65, den Jahresetat auf 1,2 Millionen.
Ohne das Engagement neuer Sponsoren sowie dem Zuspruch und der Unterstützung der Fans werde eine Lösung nicht zu erreichen sein, meint Waldherr, der vor übertriebenem Optimismus warnt. Alle Beteiligten müssten Abstriche machen, um die Kostenseite zu entlasten.
Die Konsequenz, falls seine Mission nicht oder nur teilweise gelingt, sei der Zwangsabstieg. Der droht, wenn im Laufe der Saison ein Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgelehnt wird. Dann bliebe aber noch die Möglichkeit, sich von Teilen des Vereins zu verabschieden oder sie auszugliedern. Einen möglichen Neuanfang bezeichnet Waldherr nur als "zweitbeste Lösung". Unmittelbar nach der Pressekonferenz standen Gespräche mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß an, am Montag geht es zum Deutschen Fußballbund nach Frankfurt. Bis Ende November soll ein Plan stehen.
http://www.frankenpost.de/sport/sport-f ... 54,1371511