Neue Regeln gelten ab der kommenden Saison / Spielverzögerungen werden bestraft
Von Herbert Steininger
Die vor kurzem zu Ende gegangene Weltmeisterschaft gab schon einen kleinen Vorgeschmack: Wie schon nach den letzten internationalen Großereignissen auf dem grünen Rasen wurden vom FIFA-Board auch für diese kommende Saison neue Regeln für die schönste Nebensache der Welt beschlossen.
Auffällig dabei: Die gelbe Gefahr in Form einer Verwarnungskarte droht den Aktiven dabei öfter. Besonders dann, wenn die Begegnung offensichtlich verzögert wird. „Die FIFA hat alles dafür getan, dass der schnellen Spielfortsetzung nichts im Wege steht”, ließ der Lehrwart der Schiedsrichter-Vereiningung Bayreuth, Martin Pröhl (TSV St. Johannis), wissen. So muss ein Spieler vom Unparteiischen zwingend mit der Gelben Karte belegt werden, wenn
V ein Spieler einen Freistoß absichtlich an der falschen Stelle ausführt, um damit den Unparteiischen zu zwingen, die Ausführung wiederholen zu lassen,
V ein Spieler einen Einwurf vorbereitet, dann den Ball aber plötzlich einem Mitspieler überlässt,
V ein Spieler die Ausführung eines Einwurfs oder Freistoßes übermäßig verzögert,
V ein Spieler das Spielfeld absichtlich langsam verlässt oder eine Konfrontation provoziert, indem er den Ball absichtlich in die Hand nimmt, nachdem der Schiri die Begegnung unterbrochen hat.
Auch die Einwechselspieler, bzw. bereits ausgewechselte Akteure müssen sich vorsehen. Auch für sie gibt es Gelb bei unsportlichem Verhalten, bei Spielverzögerung oder wenn sie - wie es im neu gefassten Regelwerk heißt - „durch Worte oder Handlungen ihre Ablehnung zu erkennen geben”. „Damit ist das ständige Rummosern an Schiedsrichterentscheidungen und das ewige Reklamieren gemeint”, erklärt Pröhl.
Wird ein Spieler mit der Roten Karte des Feldes verwiesen, muss er die Umgebung des Spielfelds und die „technische Zone” verlassen. „Diese Regelung gilt nur für die Bundesligen und die Regionalliga. Im Amateurbereich gibt es ja noch keine derartige Zone”, meinte Pröhl.
Neue Strafstoßbestimmungen
Auch bei der Ausführung eines Elfmeters wird ein Umdenkprozess eingeleitet. Sollte der Schütze dabei gegen die Regeln verstoßen - z.B. seinen Anlauf unterbrechen, auf die Reaktion des Torwarts warten und dann erst schießen („unsportliches Täuschen”) - und der Ball nicht das Tor trifft, wird die Begegnung unterbrochen und mit einem indirekten Freistoß zu Gunsten der verteidigenden Mannschaft an der Stelle fortgesetzt, wo sich der Verstoß ereignet hat. Das gilt sowohl, wenn der Ball vom Torwart abgewehrt wird, an den Pfosten oder neben das Tor geht.
Gleiches wird bei einem Regelverstoß eines Mitspielers des Schützen angewandt, soll heißen, bei einem zu frühen Eindringen in den Strafraum. Dann wird der Freistoß da ausgeführt, wo der Angreifer den Strafraum betrat.
Rot für Ellbogenchecks
Der Unart, bei Kopfballduellen den Ellbogen einzusetzen, um dadurch seinen Gegner zu verletzen, wollen die Regel-Gurus ebenfalls einen Riegel vorschieben. „Das wird künftig auch im Amateurbereich als rohes Spiel ausgelegt und mit der Roten Karte bestraft”, warnte Pröhl. „Schon bei der WM wurden derartige Attacken mit einem Feldverweis geahndet.” Wir erinnern uns: Im Duell zwischen Italien und den USA (1:1) erwischte es nach einem Foul an Brian McBride den Italiener Daniele de Rossi - völlig zurecht.
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