Glücklicherweise hielten mich familiäre Verpflichtungen vom Besuch unseres bislang "überragendsten" Saisonheimspiels ab. Wahrscheinlich wäre ich dann auch nicht mehr so cool. Aber jetzt mal im Ernst: Wir haben eine Mannschaft, in der einiges an Potential steckt, aber auch etliche Schwachpunkte vorhanden sind. Damit ist klar, dass wir in dieser Saison für einen Spitzenplatz nicht in Frage kommen.
Den Trainer würde ich auch nach einer (zu erwartenden) Niederlage in Würzburg nicht in Frage stellen.
Fragen würde ich aber schon mal danach, warum es einfach nicht gelingen will, das "Potenzial" der Mannschaft langsam zu wecken. Nein, ich warte nicht auf den großen Knall, sondern auf eine langsame, kontinuierliche - aber sichtbare! - Entwicklung. Die sehe ich im Moment nicht - und da können auch die Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung des Kaders zu Saisonbeginn nicht als Ausrede herhalten. Denn seither sind einige Wochen vergangen. Hat jemand ernsthaft den Eindruck, dass während der letzten Punktspiele ein Fortschritt gegenüber dem Bayern-Freundschaftsspiel festzustellen war? Wir haben die ganze bisherige Saison über ein massives Problem in der Chancenverwertung und ich erkenne nicht, dass sich das auch nur ansatzweise ändert.
Ich widerspreche Manfred ganz entschieden, wenn er meint, dass hier eine Trainerentlassungsdiskussion betrieben wird. Genauso widerspreche ich ihm aber auch, dass man hier nur an das Gute im Menschen glauben soll, dann wird das alles schon von allein werden.
Was m. E. im Moment fehlt, ist der über 90 Minuten erkennbare WILLE der Mannschaft, besser zu sein, als der Gegner. Und in dieses Bild passt eben auch ein stiller Analytiker auf der Trainerbank. Als Zuschauer will ich keinen irre rumfuchtelnden Derwisch - aber ich möchte durchaus sehen, dass der Trainer den Glauben und die Begeisterung ausstrahlt, die auch uns Fans dazu bewegt, zu unserer Oldschdod zu gehen. Wenn dieses Gefühl rüberkommt, wenn man den Eindruck gewinnt, dass sich unsere Jungs zerreissen und kämpfen bis zum Umfallen, wenn man den Siegeswillen spüre kann - dann hätte ich auch kein Problem damit, wenn´s am Schluß nur gerade mal ein einstelliger Tabellenplatz wird (solange 6 Punkte gegen Hof eingefahren werden

).
Ich glaube, dass Präsident und Trainer mit dem Aufstiegsgefasel zu Saisonbeginn sehr viel zu der mentalen Verkrampfung der Mannschaft beigetragen haben. Und wenn wir schon beim Rückblick auf den Saisonstart sind: Dieses Verhalten des Präsidenten ist umso fahrlässiger, als wir damals gerade mal einen ersten Rumpfkader für die Bayernligasaison zusammen hatten. Da war doch überhaupt keine realistische Potenzialeinschätzung möglich.
Insofern sollte man durch eine ehrliche Zieldefinition den Druck von der Mannschaft nehmen und mit Engagement, Herzblut und Fleiß daran arbeiten, dass der Knoten platzt. Da ist mehr drin, als es eine 0:1-Heimpleite gegen Aindling vermuten läßt.