FC Bayern und Club Nr. 12
08.08.2003 | Am Mittwoch, den 30.07.2003, hat ein Gespräch zwischen dem Vorstand und dem Fanbeauftragten der FC Bayern München AG und den Fanorganisationen Club Nr. 12, Red Sharks und Schickeria stattgefunden.
Anlass des Gesprächs waren die gegen die drei Fanorganisationen von Seiten der FC Bayern München AG erhobenen Vorwürfe und die daraufhin vom Club Nr. 12 e. V. erfolgte Ankündigung, sich gemeinsam von gewaltbereiten Personen zu distanzieren und konstruktiv mit der FC Bayern München AG zusammenzuarbeiten.
Im Verlauf des Gesprächs wurden die Äußerungen der FC Bayern München AG über die genannten Fangruppen diskutiert. Insoweit haben die Vertreter der FC Bayern München AG klargestellt, dass sich die Erklärungen, die auf Informationen der Münchner Polizei beruhen, nicht auf die genannten Gruppierungen insgesamt, vielmehr auf einzelne Personen beziehen.
Wegen der in diesem Zusammenhang noch laufenden polizeilichen Ermittlungen liegen insbesondere anlässlich der Meisterfeier im Mai 2003 begangenen Straftaten sowie bezüglich der Morddrohungen gegen Verantwortliche sowie Angestellte der FC Bayern München AG noch keine endgültigen Ergebnisse vor.
Unabhängig hiervon distanzieren sich der Club Nr. 12 e. V., Schickeria München sowie Red Sharks ausdrücklich von jeder Form der Gewalt und werden aktiv daran mitwirken, gewaltbereite Personen festzustellen und diese als Mitglieder ausschließen.
Die genannten Organisationen verurteilen die Straftaten. Sie hoffen auf eine schnelle Aufklärung und werden hierzu bestmöglich beitragen.
Bezüglich des Vorwurfs, die betroffenen Fanorganisationen hätten mit einer Sitzblockade im Rahmen der Meisterfeier im Mai 2003 eine Umleitung des geplanten Autocorsos verursacht, bleibt die FC Bayern München AG bei ihrer Auffassung, dass es sich hierbei um ein rechtswidriges Verhalten der hieran beteiligten Personen handelt, nimmt aber die Aussage der Fanorganisationen zur Kenntnis, dass diese mit der Absicht auf die Leopoldstraße gekommen sind, den vorbeifahrenden Spielern zuzujubeln und die Straße verlassen hätten, wenn sich der Autocorso genähert hätte. Die Fangruppierungen bedauern, dass die Fans die Umleitung des Autocorsos verursacht haben.
Zu der Ursache der späteren Eskalationen der Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans, die zu einer schweren Verletzung eines Polizeibeamten geführt haben, gibt es Differenzen zwischen der Sichtweise der Fans sowie der Beschreibung im Pressebericht der Polizei. Ebenso wie die FC Bayern München AG verurteilen auch die Fanorganisationen Gewalt auf das Schärfste. Sollte sich im Zuge der Ermittlungen herausstellen, dass es sich bei den gewalttätigen Personen um Mitglieder der betroffenen Fanorganisationen handelt, werden sich diese umgehend von diesen trennen.
Unabhängig hiervon handelt es sich nach derzeitigem Kenntnisstand um die Taten von Einzelnen, die nicht auf die Fanorganisationen als solche übertragbar sind. Die Vorstandsmitglieder der betroffenen Fanorganisationen haben sich bereits in der Vergangenheit gegen Gewalt beim Fußball engagiert und werden diese Bemühungen künftig noch intensivieren.
Bezüglich der Morddrohungen gegen Verantwortliche sowie Angestellte der FC Bayern München AG handelt es sich um zwei verschiedene Vorgänge:
In einem ersten Vorgang ist eine anonyme Drohung in das offen im Internet zugängliche Gästebuch des Fanclubs Red Sharks eingetragen worden. Dieser Eintrag wurde nicht gelöscht. Dies bedauern die betroffenen Fanorganisationen ausdrücklich. Der Fanclub Red Sharks hat angekündigt, sein Gästebuch in Zukunft streng zu überwachen und beleidigende oder drohende Inhalte schnellstmöglich zu entfernen. Der Vorsitzende des Fanclubs Red Sharks hat ihm vorliegende Informationen den Ermittlungsbehörden zugänglich gemacht, damit der Täter ermittelt werden kann.
In einem zweiten Vorgang wurde eine Morddrohung per E-Mail verschickt. Auch in diesem Fall laufen derzeit noch die Ermittlungen.
In beiden Fällen dürfte es sich um Einzeltäter handeln. Die Straftaten sind auch insoweit nicht auf die Fanorganisationen als solche übertragbar.
Die drei Fangruppierungen verurteilen die feigen und hinterhältigen Drohungen und hoffen auf eine kurzfristige Ergreifung der Täter.
Sollten sich im Übrigen einzelne Mitglieder der Fanorganisationen zu irgendeinem Zeitpunkt vereinsschädigend verhalten haben, so ist ein solches Verhalten nicht auf die genannten Gruppierungen übertragbar. Anhaltspunkte dafür, dass die drei Fanorganisationen für eine bestimmte, insbesondere rechtsextreme, politische Einstellung stehen, sind nicht vorhanden.
Der Vorstand der FC Bayern München AG sowie die betroffenen Fanorganisationen beabsichtigen künftig einen regelmäßigen Informations- und Meinungsaustausch. Dadurch sollen Irritationen und Missverständnisse in der Zukunft vermieden werden. Außerdem sollen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, damit Vorfälle, wie sie sich im Zusammenhang mit der Meisterfeier abgespielt haben, bereits im Vorfeld verhindert werden.
Auf Grundlage der oben dargelegten Gesprächsergebnisse sieht die FC Bayern München AG auch künftig die Möglichkeit, mit den betroffenen Fangruppierungen konstruktiv zusammenzuarbeiten. Auch besteht Bereitschaft diese wieder in das Verzeichnis der Fanclubs aufzunehmen, wenn die formellen Voraussetzungen hierfür, wie insbesondere die Vorlage einer aktuellen Mitgliederliste, erfüllt werden.
Die Mitglieder der Fanorganisationen werden im Übrigen Jahreskarten für diese Saison erhalten. Ausgenommen natürlich solche Personen, die im Zuge der Ermittlungen wegen oben genannter Vorfälle eines strafbaren Verhaltens oder eines anderen vereinsschädigenden Verhaltens überführt werden.
Ein besonderer Dank der FC Bayern München AG und der Fanorganisationen geht an Günter Koch, der für die Leitung des Gesprächs aus Nürnberg angereist war. Als engagierter Vermittler hat er maßgeblich zu dem positiven Ergebnis beigetragen.
FC Bayern München AG Club Nr. 12 e.V.
Der Vorstand
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Immerhin, die AG nimmt zwar ihre Fehler nicht zurück (aber wer hätte das erwartet) aber wenn man sich mit der Sache beschäftigt hat merkt man, dass schwerwiegende Fehler seitens des Vorstandes begangen wurden, und zwar bewusst um Kritiker loszuwerden. Durch die vermeintliche gemeinsame Presse-Erklärung zieht man sich wunderbar aus der Affäre, wenn man bedenkt was Hoeneß noch vor einigen Wochen in Sport Bild u. auf der Saisoneröffnungs-PK gesagt hat:
http://free.pages.at/redhiasl/transkript.html
Trotzdem haben die Solidaritätsbekundungen aus ganz Deutschland was gebracht, ebenso der leider etwas misslungene Protest am Freitag gegen Frankfurt (Support erst ab Minute 70. -> Hoeneß hat Aumann sogar in der Kabine zusammengeschissen, warum er die Fanclubs pauschal verboten hat usw. und er war entsetzt darüber, das die Südkurve die Unterstützung verweigert. Nur warum er sich nicht mal an die eigene Nase fasst, muss man sich schon fragen)
Presseerklärung Club Nr. 12 / FC Bayern
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flo
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