Benefizspiel für M. Kittner in LIF

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schorschla
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Beitrag von schorschla »

http://www.np-coburg.de/sport/ueberregi ... id=1033528

BENEFIZ-FUSSBALLSPIEL ZUGUNSTEN VON MARTIN KITTNER
„In der Not sieht man, was möglich ist“





LICHTENFELS – 600 Zuschauer, 3500 Euro Spenden, ein Gesamterlös von 4887 Euro, die komplett Martin Kittner zu Gute kommen werden. Soviel zu den nackten Zahlen des Benefiz-Spieles zwischen einer Stadt-Auswahl aus Lichtenfels und der SpVgg Bayreuth am Mittwochabend auf dem Sportplatz der Hauptschule Lichtenfels.
16:0 gewannen die Bayreuther, aber das „Randgeschehen“ auf dem grünen Rasen stand für die Wenigsten im Vordergrund. Die Menschen waren gekommen um dem 28 Jahre jungen Martin Kittner zu helfen, der beim Mannschaftskampf gegen die RWG Mömbris-Königshofen II einen folgenschweren Bruch zweier Halswirbel erlitt. Der anfängliche Verdacht einer Querschnittslähmung wurde mittlerweile zur traurigen Gewissheit.

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Schock stand
in die Gesichter
geschrieben

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Der Schock über diesen tragischen Unfall war in die Gesichter vieler Anwesender gemeißelt, die Stimmung war gedrückt. Auch bei Kittners Vater Herbert und Bruder Markus, die am Rande des Spiels Auskunft über Martins derzeitigen Zustand gaben, sich aber über die Hilfsbereitschaft der Menschen etwas freuen konnten.

Die wenigsten der 1200 Augen verfolgten über 90 Minuten das Fußballspiel. Es wurde viel geredet, kaum gelacht. An der Bratwurstbude bildete sich während der ersten Halbzeit eine schier endlose Schlange. Darin leisteten Mannschaftsführer Jürgen Lieb und der ehemalige Vorsitzende des FC Lichtenfels und Leiter des Jugendamtes der Stadt, Martin Gernlein, Akkordarbeit. Eine Selbstverständlichkeit für die Beiden, wie für alle Helfer an diesem Abend. Diese rekrutierten sich nicht nur aus Kittners Verein, dem AC Lichtenfels, sondern aus allen beteilligten Lichtenfelser Sportvereinen – 1. FC, DJK, ESV und SV Borussia Siedlung. Diese vier Klubs hatten auch die Spieler gestellt.

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Freude über
„überwältigende
Solidarität“

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Jürgen Lieb freute sich über die überwältigende Solidarität: „Wir haben gestern das Training abgesagt, damit wirklich alle heute dabei sein konnten. Dass soviele Zuschauer kommen, habe ich nicht erwartet.“

Nicht nur in Lichtenfels, wo Dank der Unterstützung der Weismainer Brauerei Püls, der Metzgerei Voll und dem Getränkevertrieb Hort Bergmann der Erlös der Benefizveranstaltung auf die besagten 4887 Euro aufgestockt werden konnte, wird für Kittner gesammelt. Beim Bundesliga-Heimkampf des SV Johannes Nürnberg spendeten die 500 Zuschauer über 1400 Euro, die schon auf das Treuhandkonto überwiesen sind. Mehr als 400 Zahlungseingänge gab es bisher. Auch in Zirndorf (Ringer-Landesliga) und anderswo wird für Martin Kittner gespendet.

In über 500 Einträgen auf 36 Seiten wünschen Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet auf der Internetseite des AC Lichtenfels dem 28-Jährigen alles Gute. Am 27. Oktober wird es in der Stadthalle Lichtenfels ein Benefiz-Konzert geben. Vier DJs und drei oder vier Bands werden auftreten, das Personal wird von drei ortsansässigen Kneipen kostenfrei zur Verfügung gestellt, die Brauerei Leikeim will die Getränke spendieren. Weitere Aktionen der Raiffeisen-Bank, der Sparkasse und der Baur AG sind in Planung.

„In der Not sieht man, was alles möglich ist“, sagte der erste Vorsitzende des AC Lichtenfels Dominik Rischawy, „das schweißt zusammen.“ Er war beeindruckt vom Zuschauerzuspruch am Mittwochabend.

So wie Vater Herbert und Bruder Markus Kittner: „Wir möchten uns im Namen der gesamten Familie bei den beteilligten Vereinen und bei allen, die gekommen sind, bedanken. Vor allem beim Geschäftführer der SpVgg Bayreuth, Wolfgang Mahr, der die Idee hierzu hatte.“ Herbert Kittner wirkt sehr gefasst. Er ist sich sicher, sein Sohn wird diesen Schicksalsschlag meistern. Die ganze Familie wisse, dass er ein Kämpfer ist und nie aufgibt. Das habe Martin nicht zuletzt auf der Matte gezeigt, als er seine Kämpfe sehr oft in letzter Minute zu seinen Gunsten entschied.

Am Dienstag gegen 13 Uhr wurde Martin Kittner aus dem Klinkum in Schweinfurt in das Gelenkzentrum für Querschnittsgelähmte „Hohe Warte“ in Bayreuth verlegt.

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„Er bekommt
Schmerz- und
Schlafmittel“

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Dort befindet er sich noch auf der Intensivstation: „Er bekommt Schmerz- und Schlafmittel“, berichtet Herbert Kittner. Dass er viel schläft, sei wichtig, so habe er keine Gelegenheit nachzudenken. Kittner kennt seine Diagnose bereits. Der fünfte und sechste Halswirbel waren gebrochen, Nummer vier und sieben wurden stabilisiert. Martin trägt seit gestern eine Halskrause, er hatte den Kopf zuviel bewegt.

Seine Familie hofft, dass er irgendwann zumindest beide Arme wieder bewegen kann: „Die Ärzte sagen, das sei berechtigt. Mit dem rechten hat er uns schon begrüsst, als wir ihn besucht haben“ – Markus spricht leise, das Schicksal seines Bruders nimmt ihn mit. Und doch, die Familie ist sich einig, alle wollen für Martin kämpfen, auch seine Freundin Birgit, die fast rund um die Uhr in Schweinfurt nicht von seiner Seite gewichen ist. Sie studiert in Würzburg Medizin, war geschockt, als sie von der Diagnose der Ärzte erfuhr.

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„So wie es
kommt, so
nehmen wir es“

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Die ganze Familie – auch Schwester Daniela war aus München gekommen – sei nach dem Unfall im Bewusstsein, dass es etwas ganz Schlimmes ist, nach Schweinfurt gefahren. „Wir haben uns allen gesagt: So wie es kommt, so nehmen wir es“, sagt der 63-jährige Vater, der selbst jahrelang als Ringer auf der Matte stand. hro

Statistik des Spiels


Stadtauswahl Lichtenfels – SpVgg Bayreuth 0:16.

Stadtauswahl Lichtenfels: Titze, Suenkel, Utzmann, Grau, Freche, Wildner, R. Krappmann, Kellner, T. Krappmann, Tischer, Ebert, Roder, Popp, Habermann, Fleissner, Karch.

SpVgg Bayreuth: Schmidt, Demel, Mayr, Lempke, Seufert, Wurster, Steinmann, Vlaovic, Sleenica, Arancino, Heckenberger, Fuchs, Soner, Kossmann, Hassler.

Tore: Vlaovic (4), Kossmann (3), Sleenica (3), Fuchs (3), Arancino (2), Hassler (1).

Manfred Pittrof, genannt „Huuzy“ (Humor und Zylinder-Schorsch), ein fußballverückter Bayreuther „Texte- und Witze-Macher“, war auch nach Lichtenfels gekommen: „Martin wird ja noch einige Zeit in der Klinik verbringen. Und die ist nur etwa 300 Meter von mir entfernt. Wenn er will, würde ich gerne was mit ihm schreiben, damit ihm nicht so langweilig ist.“ FOTO: ROSENBUSCH
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Soosa
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Beitrag von Soosa »

„Er war immer ein Kämpfer”
13.10.2006 17:46
Familie von Martin Kittner zuversichtlich / Per Hubschrauber nach Bayreuth verlegt


ringen
Von Andreas Bär
Das Sportliche hatte beim 16:0-Sieg der SpVgg Bayreuth im Benefizspiel bei einer Lichtenfelser Auswahl nur statistischen Wert.

Weit wichtiger waren die Spenden, die zugunsten der vom AC Lichtenfels initiierten Aktion für den bei einem Kampf schwer verunglückten Ringer Martin Kittner. Wie berichtet, brachte das Benefizspiel allein 3500 Euro an Spenden. „Dafür gilt unser ausdrücklicher Dank den beiden Vereinen. Das ist eine ganz tolle Sache” so Martins Bruder Markus.

Am Rande berichteten Herbert Kittner, Vater des 28-Jährigen, und Markus, dass der Zustand von Martin sich weiterhin stabil präsentiert. Am Dienstag wurde er mit dem Hubschrauber von Schweinfurt nach Bayreuth ins Krankenhaus Hohe Warte verlegt. „Ohne Komplikationen” wie Bruder Markus erzählt.

Wie sich die körperliche Verfassung des Goldkronachers entwickelt, darüber wird erst in einiger Zeit Näheres zu sagen sein. Die Hoffnung, dass der in der Druckerei des Vaters arbeitende Martin eines Tages wieder ein verhältnismäßig normales Leben führen wird, ist bei den Angehörigen groß. „Martin war immer ein Kämpfer” meint sein Vater. Viel hängt davon ab, inwieweit der Bewegungsapparat eingeschränkt bleibt. „So etwas lässt sich so kurz nach der Operation noch nicht sagen”, klärt Markus auf. „Aber unsere Hoffnung ist, dass Arme und Hände wieder funktionsfähig sein werden.” Geistig jedenfalls ist der Ringer offensichtlich voll auf der Höhe, wenn er wach ist. Noch wird er intubiert, was das Sprechen erschwert. Auch in dem Bereich ist aber Besserung in Sicht.

Und es ist die Vergangenheit von Martin, die seine Familie und seine Freundin für die Zukunft hoffen lässt. „Kurz vor der Verletzung”, erzählt Markus, „haben wir Fußball in der Bindlacher Halle gespielt.” Drei Mal pro Woche waren die Brüder in der Halle, denn Markus ist beim dortigen ASC mit Martins Coach und bestem Freund Matthias Fornoff als Trainer tätig. Und wie lief das Fußballspiel? „Eigentlich wollten wir 15 Minuten kicken”, so Markus schmunzelnd. Am Ende wurde es weit über eine Stunde. Warum? Ganz einfach: Martin lag mit seiner Mannschaft zurück. Und er mag nichts weniger, als zu verlieren. Am Ende gewann er. Dann erst war das Spiel beendet. „Er war auch immer der letzte, der von der Matte ging”, erinnert sich der große Bruder an frühere Zeiten.

Traum von Olympia-Reise

Markus hegt auch einen großen Wunsch für den jüngsten in der Familie: „Ich will, dass er 2008 in Peking bei den Olympischen Spielen dabei ist.” Nicht auf der Matte natürlich, wie es eigentlich geplant und absehbar war. Aber als Zuschauer. Um das zu realisieren, sind allerdings einige finanzielle Mittel nötig. Da diese nicht aus der Spendenaktion des AC Lichtenfels gezogen werden sollen, plante der Bruder für diesen Zweck ein eigenes Spendenkonto. „Das ist keineswegs als Gegenmaßnahme zum Spendenaufruf des AC Lichtenfels zu sehen”, betont er auf seiner Internetseite. „Über diesen Schritt des AC bin ich sehr dankbar”. Vielmehr sollen die auf dem Konto 808 225 443 bei der VR-Bank Bayreuth (BLZ 773 900 00) eingehenden Spenden (Betreff: Martin Kittner) ausschließlich dazu dienen, Martins China-Reise zu finanzieren.

Mehr dazu unter www.mister-world-fitness.de/unfall_martin_kittner.htm
Die ideale Frau,sieht aus wie ein Engel,vögelt wie der Teufel und nach dem Sex verwandelt sie sich in zwei gute Kumpels und eine Kiste Bier!

http://www.bsc-saas.net
Ground Hopper
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Beitrag von Ground Hopper »

Gestern wurde die SpVgg Bayreuth ja mal im Blickpunkt Sport erwähnt. Vom Vater Martin Kittners. Eine wirklich sehr gelungene Aktion des Vereins und von Wolfgang Mahr, die sicherlich einige Sympathien für die SpVgg einbringt. Es kann jedenfalls nicht schaden, wenn die SpVgg öfters mal in den überregionalen Medien in sehr positiver Form auftaucht. Der Kontext, in dem das in Zukunft geschehen wird, wird sicher nicht wieder so traurig und tragisch sein.
R. Beckmann beim Spiel GER-ARG, vor dem 1-1: "Wann endlich trifft Klose mal in einem K.O.-Spiel?"
Nach dem 1-1: "Endlich hat Klose (schon mit 28 Jahren!) den Fluch besiegt, nicht gegen große Mannschaften zu treffen!"
schorschla
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Beitrag von schorschla »

Das aktuelle Interview (I)




Schicksale




Bildergalerie: Blickpunkt Sport-Promiparade
Von Magath bis Makaay - wer war in den vergangenen Sendungen zu Gast?
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Martin Kittner, Weltklasseringer des AC Lichtenfels, das Olympia-Ticket für Peking 2008 in greifbarer Nähe – bis zum 30.09. diesen Jahres. Beim Kampf in der 2. Bundesliga Südost seines Vereins gegen Mömbris-Königshofen stürzt der 28-Jährige bei seinem Kampf unglücklich auf den Kopf, bricht sich zwei Halswirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt. Sein Bruder Markus, Jugendtrainer beim ASC Bindlach, und sein Vater Herbert, der Martins Karriere intensiv begleitet hat und nun täglich an seinem Krankenbett wacht zu Gast bei Blickpunkt Sport.

Kämpfen für Martin

Markus Kittner fallen die Worte schwer, wenn er über das Schicksal seines Bruders spricht: „Dass er jetzt dort liegt und nichts machen kann, das ist ganz schwer zu verstehen. Vor zwei Wochen haben wir noch gemeinsam trainiert, jetzt kann er gerade einmal eine Schulter bewegen. Dennoch hat sich sein Zustand schon sehr verbessert, er hat große Fortschritte gemacht, ist wieder bei vollem Bewusstsein und ansprechbar. Mir selbst fällt es sehr schwer, über dies alles zu reden, aber es muss sein. Es hilft Martin nicht, wenn man nicht darüber spricht. Wir haben uns nach dem Unfall zusammengesetzt und überlegt, was wir jetzt tun. Es gab den Gedanken, alles hinzuwerfen, aber das wäre nicht im Interesse von Martin. Wie soll er stark sein, wenn wir schwach sind? Ich bin dann am nächsten Tag zum Training mit den Kindern gegangen und habe die wohl schwersten Sätze meines Lebens gesagt. Ich habe gesagt: „Gebt nicht auf, macht weiter, es ist Martins größte Freude, wenn er wieder an der Matte ist und euch siegen sieht.“ Es sind sogar mehr Kinder, als je zuvor gekommen. Sie alle wollen für Martin kämpfen.“

Traum von Peking

Martin Kittners größter Traum war die Teilnahme an den olympischen Spielen in Peking 2008, Markus Kittners größtes Versprechen an seinen Bruder ist, dass er dort sein wird: „Ich habe ihm versprochen, dass er 2008 in Peking ist, an der Matte, als Zuschauer. Das ist mein großes Ziel.“


“Etwas Schlimmes passiert“

Vater Herbert Kittner saß direkt an der Matte, als der verhängnisvolle Unfall passierte: „Er ist genau auf mich zu gefallen, es ist direkt vor mir passiert. Mein erster Gedanke war, „Mensch, das hat weh getan.“ Als dann die Sanitäter kamen, Martin sich nicht mehr bewegte, da wusste ich, es ist etwas Schlimmes passiert. Mir persönlich haben die Ärzte geraten, offensiv mit dem Unfall umzugehen, darüber zu reden, wenn Menschen Fragen haben und das tue ich auch. Es gibt eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft, die SpVgg Bayreuth hat bereits ein Fußball-Freundschaftsspiel in Lichtenfels ausgetragen, es werden T-Shirts gedruckt, überall wird geholfen und es gehen Unmengen an guten Wünschen ein.“

Wenn Sie für Martin Kittner spenden wollen, nutzen Sie bitte die unten stehende Bankverbindung:

Bankverbindung:
AC Lichtenfels, Spendenkonto Martin Kittner
Konto Nr. 90 94 855
Bankleitzahl 783 500 00 – Sparkasse Lichtenfels
Verwendungszweck: Martin Kittner
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Kollege
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Wohnort: Bayreuth

Beitrag von Kollege »

Hat zwar nix mit dem Spiel zu tun, aber mit dem Kittner


„Den rechten Arm kann er bewegen”
26.10.2006 16:38
Goldkronacher Martin Kittner hat die Intensivstation verlassen / Neuer Lebensmut

ringen
Von Herbert Steininger

Einen guten Monat ist es nun her - das tragische Unglück des Goldkronachers Martin Kittner im Rahmen des Zweitliga-Kampfs zwischen dem AC Lichtenfels und der RWG Mömbris-Königshofen. Nach vier Wochen zwischen Bangen und Hoffen zeigt sich ein kleiner Silberstreif am Horizont. Der 28-Jährige, der querschnittgelähmt bleiben wird, konnte mittlerweile die Intensivstation verlassen.

Die Freude darüber ist im Hause Kittner und bei Martins Freundin natürlich riesengroß. „In den ersten 14 Tagen mussten wir noch um sein Leben fürchten”, erinnert sich Vater Herbert, „doch mittlerweile kann er schon wieder selbst atmen, hat wieder neuen Lebensmut gefasst. Weil Martin merkt, das er seinen rechten Arm bewegen kann”, so Kittner senior. „Und im linken Arm spürt er auch schon etwas. Nur was mit den Fingern wird, kann man noch nicht sagen.” Diese positiven Signale seines Körpers sorgen dafür, dass der 28-Jährige nach den Worten seines Vaters „derzeit gut drauf ist. Er ist kaum zu bremsen, will selbst etwas für seine Reha tun.” Und das macht er auch - im Rahmen seiner Möglichkeiten. Starke Schmerzmittel bekommt er nicht mehr verabreicht. „Man hat ihm statt dessen ein Morphiumpflaster auf die Haut geklebt”, weiß sein Vater. Über die Haut gelangt das Morphium dann ins Blut und verteilt sich im Körper.

Auf der Station im Klinikum Hohe Warte in Bayreuth, auf der Kittner gerade liegt, soll er sich erst einmal weiter erholen, um dann in etwa sechs Wochen die Reha-Maßnahmen zu beginnen. Wo das sein wird, konnte Vater Herbert noch nicht sagen. „Wir müssen erst noch einige Gespräche mit den Verantwortlichen führen und entscheiden uns dann. Wir haben viel Zeit.”

Und Zeit wird sich vor allem Martin nehmen müssen. „Er war immer schon einer, der es kaum abwarten konnte”, meinte Herbert Kittner. „Ich habe ihm aber gesagt, dass er nicht in Stunden und Tagen denken soll, sondern in Wochen und Monaten.”

Seine Familie tut jedenfalls alles, um ihm die Zeit nicht all zu lange werden zu lassen. Und seine Wünsche werden ihm von den Augen abgelesen. „Sein erstes Leberkäsbrötchen hat er schon gegessen”, schmunzelte sein Vater, der ihm gestern mit einem Paar Bratwürsten und einem Hamburger größte Freude bereitete.

Heute Benefizkonzert

Die Welle der Hilfsbereitschaft ebbt nicht ab. Auf den beiden Spendenkonten sind in den letzten Wochen schon viele Überweisungen eingegangen, und nach dem Benefizspiel der SpVgg Bayreuth gegen eine Lichtenfelser Stadtauswahl am 11. Oktober findet heute Abend in der Lichtenfelser Stadthalle ab 20 Uhr ein Benefizkonzert für Martin Kittner statt. Auch hier kommt der Erlös gänzlich dem 28-Jährigen zu Gute.
Bild
Erste kleine Siege nach seinem schweren Unfall durfte der schwer verunglückte Goldkronacher Ringer feiern: Der 28-Jährige hat die Intensivstation verlassen dürfen und kann sogar seinen rechten Arm bewegen. Foto: Archiv

Quelle:
http://www.nordbayerischer-kurier.de/ne ... ls_136.htm
Spielvereinigung Bayreuth 1921 e.V. :!:
Markus_Kulmbach
Beiträge: 157
Registriert: 07 Mai 2005, 12:00

Beitrag von Markus_Kulmbach »

Hoffnung für gelähmten Ringer
Von SEBASTIAN KAYSER


Das tragische Schicksal des gelähmten Ringers Martin Kittner (28). Am 1. Oktober fiel er bei einem Kampf so unglücklich auf den Kopf, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist.

Nun, nach fünf Wochen, schöpft er wieder Hoffnung. Zum ersten Mal konnte er die Finger seiner rechten Hand fühlen.

Vater Herbert Kittner: „Fasst man an den Daumen, weiß er, dass es der Daumen ist.“ Sogar in der Brust fühlt er mittlerweile Leben. „Seine Brustwarzen reagieren wieder.“ Beides vor Tagen noch undenkbar.

Wie weit kann die positive Entwicklung gehen?

Dr. Rainer Abel, Chefarzt der Klinik für Querschnittsgelähmte „Hohe Warte“ in Bayreuth: „Er kann schon stabil atmen, dazu die Sache mit den Fingern. Das sind riesige Fortschritte für ihn. Aber Martin hat einen dornigen Weg vor sich.“

Sechs bis neun Monate bleiben die Patienten im Krankenhaus. Vor 30 Jahren utopisch. Abel: „Da wäre Martin nach 14 Tagen tot gewesen.“

Doch nun die Verbesserung. „Sogar Hamburger muss ich ihm in die Klinik mitbringen“, so Papa Kittner. Martin hat den Kampf angenommen!

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