von jahn1907.de
Herzlichen Glückwunsch, SSV Jah... Freier TuS natürlich! PDF
22.11.2006
Wettbergs quicklebendige Jahn-"Traditionself" schmeißt den SSV Jahn 2000 aus dem Pokal!
Bayernligist SSV Jahn 2000 hat am Mittwoch Abend im Viertelfinale des Toto-Pokals eine herbe 0:1 (0:1)-Niederlage gegen den Freien TuS Regensburg hinnehmen müssen. Beim ins Jahnstadion verlegten Stadtderby reichte dem Landesliga-Dritten gegen eine enttäuschende "Jahn-Elf" eine kämpferisch starke, aber keineswegs überragende Leistung zum verdienten Sieg.
Die Frage, wer da am Mittwoch Abend wahrlich "Jahn" und wer nicht wa(h)r, ist ohnehin schwer zu beantworten. Wenn man sich einmal die Aufstellung ansieht, die Trainer Karsten Wettberg aufs Spielfeld schickte, könnte man ins Zweifeln geraten, ob der "Jahn" heute nicht zufällig in blauen Trikots gespielt hat - oder, ob es nicht besser wäre, wenn dieses Team in Zukunft wieder die rot-weißen Farben präsentieren würde. Alle Spieler, die in den letzten Jahren an der Prüfeningerstraße aktiv waren und nach und nach weggemobbt und im realitätsfernen Übermut durch Spieler ersetzt wurden, die zwar selten besser, dafür aber stets teuerer waren, hieße nahezu die gesamte Aufstellung samt "Einwechsler" des TuS aufzuzählen. Aber auch ein Teil derer, die hinter den Kulissen lange erfolgreich wirkten, mit dem beginnenden Größenwahn an der Prüfeningerstraße aber entweder selbst die Konsequenzen zogen oder schlichtweg abserviert wurden, haben an der Schillerwiese zum Aufwärtstrend der letzten Jahre entscheidend beigetragen. Allen voran Abteilungsleiter Gerd Aumer, der - im Herzen immer noch ein Jahnler - bei keinem Bayernliga-Heimspiel fehlt, und Trainer Karsten Wettberg, unter denen, nur zur Erinnerung, seinerzeit der Durchmarsch in die Regionalliga geschaffen wurde. Es ist nicht nur absolut unverständlich, sondern inakzeptabel, dass sich ein Mann wie Karsten Wettberg (und es gibt in der Geschichte höchstens drei, vier Jahn-Trainer, die sich in Verdiensten um den Verein mit diesem Übungsleiter messen können) im Jahnstadion Anfeindungen ausgesetzt sehen muss, wie am Mittwoch geschehen. Er und sein Team haben auf dem Platz die entsprechende Antwort gegeben...
Etwa Klaus Seißenberger - auch ein Ehemaliger, wenn auch "nur" in der Zweiten: es wäre schön, wenn einer unserer aktuellen Keeper, zumindest ein Mal in dieser Saison eine solch tadellose Leistung gezeigt hätte, wie er im Pokalspiel gegen den SSV Jahn 2000. In der ersten Halbzeit nur zwei Mal echt geprüft (10., 40.), hielt der Keeper in "Jahns" einziger echter Drangphase - zu Beginn der zweiten Halbzeit - den Sieg fest. In der 53. und 55. Minute und noch zwei Mal im späteren Spielverlauf war der TuS-Torwart souverän Herr der Lage (75., 77.). Dass nach 15 und 81 Minuten die Querlatte rettete, darf man getrost als das "Glück des Tüchtigen" verbuchen. Gut möglich, dass dies von Seiten des SSV Jahn 2000 über die Medien als das "Pech" deklariert werden wird, das zum Erfolg gefehlt hat, doch diese Interpretation ist einfach unzulässig...
Dass einige von "oben" als Kritiker verschriene Jahnler, die sich von den klaren Erfolgen über Frohnlach und (schon nicht mehr so sehr) gegen Fürstenfeldbruck nicht blenden ließen, auf dem engen Platz an der Schillerwiese mit Problemen gerechnet hatten, ist einleuchtend, wenn man sich so manche Vorstellung der Jahn-Mannschaft in den zurückliegenden Monaten in Erinnerung ruft. Dass die - im besten Sinne - Amateur-Elf vom Freien TuS aber auf dem ungewohnt "großen" Spielfeld an der Prüfeningerstraße 90 Minuten lang absolut ebenbürtig wäre und konditionell zu keinem Zeitpunkt einbrechen würde, hielten selbst die größten Pessimisten vor dem Spiel für unmöglich.
In einer enttäuschenden Jahn-Mannschaft am Mittwoch noch einer der Besseren: Petr Stoilov (hier gegen Fürstenfeldbruck) Foto: G. Staudinger
Schon in den ersten Minuten wurde jedoch klar, dass es eine ganz schwere Aufgabe werden würde. Die mit Ausnahme von Mersad Selimbegovic in "Bestbesetzung" angetretene Mannschaft von Trainer Günter Güttler, dessen "Präsenz" wieder einmal schmerzlich vermisst wurde, machte von Beginn an einen unkonzentrierten Eindruck, wovon selbst der sonst über alle Zweifel erhabene Dennis Grassow nicht unbeleckt blieb. Und wenn man zu Chancen kam, dann war entweder TuS-Keeper Seißenberger (wie oben erwähnt) zur Stelle oder der Jahn-Angreifer verstolperte. Demgegenüber stand die altbekannte und in den Jahren 1998 bis 2001 alle Jahnler so begeisternde Wettberg-Schule. Die erreichte am Mittwoch Abend zwar nicht die Brillianz vergangener Tage, für das aktuelle Jahn-Team hat das flinke Passspiel des Freien TuS aber ausgereicht. Die Torschüsse nach 15 und 30 Minuten wurden vom heute ganz passabel haltenden Andreas Lengsfeld beherrscht, die Großchancen nach 36 und 38 Minuten flogen knapp am Jahn-Gehäuse vorbei. Das 1:0 für den TuS schien fällig, als Dominik Schmitt in der Nachspielzeit alleine auf das Jahn-Tor zumarschierte und beim Rettungsversuch durch die Jahn-Abwehr im Strafraum zu Fall kam. Florian Dieterle, früher ein herausragendes Jahn-Talent, das leider nie wirklich eine Chance im Seniorenbereich an der Prüfeningerstraße erhielt, aber wie seine Kollegen Ralf Huber, Veit Schaidinger (durch ihn kam das Jahnstadion wieder einmal zu einem Besuch des Oberbürgermeisters), Samuel Bachmaier, Markus Segerer, Klaus Seißenberger und andere Ehemalige eine echte Verstärkung im Bayernliga-Team des SSV Jahn 2000 darstellen würde, trat den folgenden Foulelfmeter sicher in die Maschen. Der Sparkassen-Angestellte war es auch, der nach 62 Minuten die erste TuS-Chance der zweiten Hälfte knapp neben den linken Torpfosten setzte. Kaum zwei Minuten später tauchte der ganz in Blau gekleidete Landesliga-Dritte wieder vor dem Kasten auf, der auch für den Rest der Spielzeit stets für einen weiteren Treffer gut schien.
Nach dem Schlusspfiff eilten bis auf zwei Akteure alle aktuellen Jahn-Spieler schnellstens in die Kabine, während die Ehemaligen sehr sympathisch und ganz ohne Häme ihren verdienten Sieg feierten. Zurück blieben ratlose Fans, die sich fragen, wie so eine Leistung mit angezogener Handbremse (knapp zehn Tage vor dem nächsten Pflichtspiel) zustandekommen kann. Neben dem Imageverlust - aber wie ist es bei allenfalls 800 Zuschauern überhaupt mit dem Regensburger Fußball bestellt? - kann der DFB-Pokal als mögliche Geldquelle (spätere Qualifikation vorausgesetzt) für 2007 zudem abgeschrieben werden... W.O.
keine handbreit den rassisten.