Meldung vom 14.09.2005, 11:56 Uhr
"Mir geht es um den Jahn"
REGENSBURG (ohr). Aussagen nach dem Spiel sind meist ungeschminkt. Vor allem, wenn sie direkt nach klaren Niederlagen gemacht werden. Deshalb war am Samstag nach dem 0:4 gegen Augsburg auch klar: Mario Basler (36) meint es wohl bitter ernst, mit seinem Rücktrittsangebot. Nach einer Bedenkzeit nahm der Teamchef des Fußball-Regionalligisten SSV Jahn Regensburg gestern jedoch Abstand von seiner Absicht, das Handtuch zu werfen. Die MZ-Sportredaktion wollte nun u. a. von ihm wissen, was ihn zum Verbleib bewegt, was sich ändert und wie er sich die sportliche Zukunft vorstellt.
Herr Basler, es geht nun weiter in der Zusammenarbeit mit dem SSV Jahn. Was hat Sie zu dem Entschluss letztlich bewogen?
Mario Basler: Es geht hauptsächlich um den Verein, der mir inzwischen viel bedeutet. Also bin ich zu dem Entschluss gelangt, dass ich weiter kämpfe und es bis zum Saisonende durchziehen werde. Ich werde meinen Vertrag erfüllen, vorausgesetzt natürlich, das Präsidium hat später nichts dagegen.
War für ihren Entschluss maßgeblich auch entscheidend der Vertrauensbeweis des Präsidiums und der Mannschaft, die sie um eine Unterredung bat?
Zweifellos. Doch geredet ist nun genug geworden. Nun müssen wir Taten folgen lassen. Wir müssen die Ärmel hoch krempeln und schauen, dass wir von der Schieflage weg kommen.
Bedeutet das, harte Zeiten brechen an fürs Team?
Es wird sicherlich härter. Es treten Änderungen ein. Was bisher vielleicht selbstverständlich war und üblich, muss sich die Mannschaft von nun redlich erarbeiten.
Den wohl zu gutmütigen Mario Basler, der dem Team beinahe jeden Wunsch erfüllt, gibt's künftig dann wohl nicht mehr, oder?
Nein. Ich versuche meine Einstellung gegenüber den Spielern schon zu ändern. Trotzdem: Sie sollen nicht mir etwas zurück geben, sondern dem Verein, der alles für sie tut.
Was machen Sie jetzt, nachdem durch die Kernspintomographie ein Kreuzbandanriss in ihrem rechten Knie festgestellt wurde?
Fußballspielen kann ich wohl derzeit nicht, aber in meiner Arbeit als Trainer wird mich das nicht groß behindern.
Quelle:
http://www.donau.de/nachrichten/sport/j ... z&id=47229
Vorstände und Team froh: Mario Basler macht weiter
Präsident Nerb hofft auf Ruck und Neuanfang / "Beste für Verein"
Von Heinz Reichenwallner, MZ
REGENSBURG. Mario Basler hat nun doch nicht kapituliert und bleibt Teamchef des Fußball-Regionalligisten SSV Jahn Regensburg. Wie der Verein mitteilte - Präsident Franz Nerb: "Ich habe diese Entscheidung von Basler grundsätzlich erwartet" - wird der ehemalige Nationalspieler seinen bis zum 30. Juni 2006 datierten Vertrag erfüllen. Basler hatte sich am Samstag unmittelbar nach der 0:4-Heimpleite im Prestigeduell gegen den FC Augsburg und nur drei Punkten aus sechs Spielen selbst in Frage gestellt. "Ich werde mit dem Präsidium klären, ob es überhaupt Sinn hat, dass ich weitermache." Indes sprach ihm die Vorstandschaft schon zu diesem Zeitpunkt das volle Vertrauen aus. "Wir stehen geschlossen hinter Basler."
Dass sich der Teamchef nun für eine Fortsetzung seiner Arbeit in Regensburg entschieden hat, sieht Vizepräsident Gerhard Süß als positives Zeichen. "Das ist natürlich ganz in unserem Sinne und das Beste für den Verein", sagt der 45-Jährige namens seiner Vorstandskollegen. Präsident Nerb meint: "Wir hoffen jetzt, dass damit auch ein Ruck durch die Mannschaft geht und ein erfolgreicher, sportlicher Neuanfang gestartet werden kann."
Warum Basler nach dem Fehlstart gleich öffentlich seinen Rücktritt anbot, kann sich Süß derweil nur so erklären: "Vielleicht hat der Coach das gebraucht, um zu beweisen, dass er gehen kann, wann er will." Nerb zeigt indes Verständnis für Baslers Reaktion. "Es ist wohl normal, dass man in dieser Situation nervös wird." Ohne Zweifel: Der Teamchef Basler hat nicht anders gehandelt als der ehemalige Spieler Basler. Auch da ließ er an seinen Denkprozessen stets die Öffentlichkeit teilhaben, was ihm dann nicht immer Freunde einbrachte.
Das offene Naturell hat sich Basler bewahrt. So konnte er jüngst nicht verstehen, dass ihm der DFB kein Spielrecht für die Regionalliga erteilte und er erst die Trainer-A-und B-Lizenz nachholen muss, um zum Fußballlehrer-Lehrgang zugelassen zu werden. Die Aussage, "ich weiß nicht, was ich denen beim DFB getan habe, dass die mir immer Steine in den Weg legen", saugten alle Medien gierig auf - ebenso seine Rücktrittsabsichten und nun, dass er davon Abstand genommen hat.
Für diesen Entschluss war sicherlich auch ein Gespräch mit entscheidend, das Kapitän Erol Sabanov und dessen Kollegen aus dem Mannschaftsrat, Jan Hoffmann, Grover Gibson, Fabrizio Hayer und Christian Alder, am Montagabend noch mit Basler geführt haben. "Wir haben eine gute und lange Unterredung gehabt", verriet Sabanov. "Wir wollten Mario Basler zu erkennen geben, dass das Team zu ihm steht und er weitermachen soll." Die Unterredung hatte Erfolg: Denn das hat Mario Basler nun auch getan.
Quelle:
http://www.donau.de/nachrichten/sport/j ... z&id=47226
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.