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FCE-Insolvenz: Entscheidung am Wochenende?
05.05.10 Von: Timo Stöhr
Schulden Finanziell steht dem FC Eintracht das Wasser bis zum Hals. Der dreiköpfige Vorstand will am Wochenende die Entscheidung fällen, ob der Insolvenzantrag eingereicht werden muss. In dieser Woche dürfte der Schritt zum Amtsgericht noch ausbleiben, denn die Vorstandskollegen warten auf Vorsitzenden Holger Eckert.
Gerüchte, dass der Gang zum Insolvenzgericht "unmittelbar" bevorstehe, werden schon seit Wochen verbreitet, bewahrheitet haben sie sich bislang aber nie.
Rund 200 000 Euro Schulden plagen den Verein eigenen Angaben zufolge. Die Summe setzt sich zusammen aus einem Bankdarlehen sowie Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Auftragnehmern. Viel Geld ist das zwar nicht - verglichen mit anderen pleitegegangenen Fußballklubs. Aber trotzdem steht dem FC Eintracht damit das Wasser bis zum Hals, denn vor allem jedes Heimspiel im Stadion ist ein weiteres Draufzahlgeschäft. Nicht etwa, weil die Spielergehälter zu hoch seien; die Fußballer treten auch an, obwohl sie schon länger kein Gehalt mehr überwiesen bekommen haben. Vielmehr kosten Mieten, Pflicht-Dienstleistungen und Auflagen, die der DFB vorgibt, den Regionalligisten an die 10 000 Euro pro Heimspiel.
Und eine fest eingeplante Haupteinnahmequelle wollte einfach nicht sprudeln: Statt der kalkulierten 1500 Zuschauer pro Heimspiel kamen gerade 500. Die Differenz von 1000 multipliziert mit 10 Euro pro Besucher und mit 17 Heimspielen ergäbe eine Summe von 170 000 Euro. Das ist annähernd der Betrag, der akut fehlt.
Informationen fehlen
Niemand will sich nun in der aktuellen, schwierigen Lage wegen Insolvenzverschleppung strafbar machen. Dass kein Geld da ist, ist klar, aber zumindest bis Mittwoch hat man noch auf hohe Einnahmen hoffen können. Allein der Einzug ins bayerische Pokalfinale wird mit 100 000 Euro Prämie honoriert. Welchen Erfolg Retteraktionen und Sponsorensuche der letzten Wochen hatten, muss nun schleunigst ausgewertet werden.
Seit Ostern, so Schatzmeister Wolfgang Böhmelt gegenüber unserer Zeitung, stünden viele Fragen hinsichtlich der Planungen für die neue Saison offen, was Spielerverträge, Sponsoring oder Verträge mit der Stadt betreffen. "Die Planungen des Managers Jan Vetter für die neue Saison liegen bei einem Vereinsetat von 1,3 Millionen Euro. Bisher gab es noch keine Gelegenheit, bei der der Manager den dreiköpfigen Gesamtvorstand über die Deckung dieser Summe informieren konnte", sagte Böhmelt. Vereins-Vorsitzender Holger Eckert befinde sich beruflich bedingt noch bis Freitag in Spanien. Wenn er wieder zurück ist, werde man intensiv beraten.
"Wir als Verantwortliche möchten zum Wohle des Vereins erst alle Möglichkeiten ausschöpfen, bevor wir so einen schwerwiegenden Schritt wie einen Insolvenzantrag gemeinsam gehen müssen. Da bis heute Akquisitionen mit möglichen Sponsoren noch nicht abgeschlossen sind und Einnahmen aus der Pokalrunde möglich waren, kann erst nach einem verantwortungsvollen Abwägen von Für und Wider eine Entscheidung getroffen werden", meint Böhmelt. Sein Vorstandskollege, Schriftführer Andre Kleilein, fügt hinzu: "Das muss im Rahmen einer Zusammenkunft passieren, bei der nicht nur der Schatzmeister und ich dabei sind, sondern auch der Erste Vorsitzende".
Kleilein, der auch Teammanager ist, bewertet die Kassenlage des Vereins zwar als "dramatisch", weist aber voreilige Vorwürfe zurück: "Das Pokalspiel haben wir eigens an die Breitenau verlegt, weil uns dort nicht die Kosten in Höhe von knapp 10 000 Euro entstehen, die uns jedes Spiel im Stadion kostet. So komisch das klingen mag, aber Auswärtsspiele kommen uns viel günstiger als Heimspiele; deshalb können wir uns auch das Spiel in Wiesbaden am Samstag noch leisten."
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