Überdachung muss warten
Im Hans Walter Wild-Stadion soll vorerst nur Toilettenanlage neu gebaut werden
14.06.2006 12:41
Die finanzielle Situation der Spielvereinigung (SpVgg) Bayreuth und die verwehrte Regionalliga-Lizenz haben jetzt möglicherweise auch Folgen für den Ausbau des Hans Walter Wild-Stadions.
In der jüngsten Bauausschusssitzung bat der städtische Baureferent Jürgen Dohrmann das Gremium, sich noch einmal mit der Frage der teilweisen Überdachung der Gegengerade im Stadion auseinander zu setzen - gerade diese, rund 150 000 Euro teure Maßnahme hatte bei den Haushaltsberatung Anfang des Jahres für erheblichen Wirbel gesorgt.
Nach Dohrmanns Angabe sei die rund 80 000 Euro teure Toilettenanlage „inzwischen ausgeschrieben und wird auch kommen bis zur neuen Saison. Der Oberbürgermeister und die Verwaltung sind jedoch der Ansicht, dass man die Überdachung noch zurückstellen sollte, bis über die Lizenzvergabe entschieden ist”.
Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl sagte, man sei „nicht der Meinung, dass der Grund für die Überdachung plötzlich weggefallen ist. Es wird ja weiter Fußball gespielt im Stadion, aber wir sollten die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, in der nächsten Bauausschusssitzung darüber noch einmal zu reden”.
Diese Sitzung findet übrigens am 20. Juni statt - just an dem Tag, an dem die deutsche Nationalmannschaft ihr drittes Vorrundenmatch gegen Ecuador zu bestreiten hat. Hohl, der in den entsetzten Gesichtern einiger Stadträte zu lesen schien, sagte jedoch: „Wir fangen um 14 Uhr an, und ich verspreche, dass wir spätestens um 16 Uhr vor dem Fernseher sitzen werden.” wah
Überdachung muss warten
Im Hans Walter Wild-Stadion soll vorerst nur Toilettenanlage neu gebaut werden
14.06.2006 12:41
Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl sagte, man sei „nicht der Meinung, dass der Grund für die Überdachung plötzlich weggefallen ist. Es wird ja weiter Fußball gespielt im Stadion, aber wir sollten die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, in der nächsten Bauausschusssitzung darüber noch einmal zu reden”.
Das ist doch mal eine vernünftige Aussage! Er hat ja auch Recht! Wenn man es jetzt nicht durchzieht, wird es wahrscheinlich ewig dauern, bis wieder etwas in das Stadion investiert wird. Der Investitionsstau würde noch größer. Wer weiß, ob im nächsten oder übernächsten Jahr das Geld vorhanden wäre. Also: das Dach muss kommen! Das wäre auch mal ein Zeichen von Seiten der Stadt.
Ich bin nicht der Meinung, dass die Stadt als erstes am Zug ist, wenn jetzt "Zeichen gesetzt" werden sollen. Zunächst mal ist der Verein gefordert, Zeichen für die Zukunft zu setzen.
Wenn Wicklein der Oldschdod einen Gefallen tun möchte, dann legt er jetzt endlich die Karten auf den Tisch. Der Stadionausbau hat dann eine Chance, wenn ein tragfähiges Konzept für eine erfolgreiche Bayernligasaison mit Perspektive nach oben besteht. Ist dies finanziell nicht darstellbar, dann ist auch eine Entscheidung pro Stadionausbau schwer in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Also: Nochmals eine Frist, die ab jetzt läuft. Herr Wicklein, handeln sie zum Wohle des Vereins - jetzt!
muss mich jetzt mal ganz kurz einklinken, meine damen und herren egal welcher politischer coleur.
es geht beim ausbau des daches imho nicht um die oldschdod. oder isses dann verantwortlich, dass ich in der bayernliga 80000 euro komfortabler schiffen darf?
es geht dabei um den komfort im stadion an sich. und stimmungstechnisch wirkt sich das bei der oldschdod sicherlich auch aus. aber ich will die begeisterung auch mal bei einem u21-spiel, einem damenländerspiel oder sonstwo haben....
und wenn ich als kommunalpolitisches gremium solche beschlüsse fasse, dann sollte ich soviel weitblick haben, es dann auch durchzuziehen. um zu vermeiden, dass es sich ewig zieht. übers flutlicht reden wir seit zwanzig jahren. hätte es die evo damals gebaut, wär der käs gegessen... es wäre da
imho hat sich der bauausschuß in dem fall an seinen beschluß zu halten. schon alleine aus glaubwürdigkeitsgründen. oder würdet ihr nachvollziehen können, wenn in st. georgen oder mayersberch ein kinderspielplatz beschlossen wird (was sicher auch wählerstimmenpotzenzial hat) und sechs monate später heißt es dann: "ach bei den geburtsraten in st. georg oder maierschberg brauchen wir den doch nicht".
So einfach kann man es sich nicht machen. Der Stadionausbau basierte ganz klar auf der in Aussicht gestellten Etablierung der Oldschdod in der dritten Liga. Ich gehe jede Wette ein, dass der Antrag, 150 TEuro ins Stadion zu investieren, wenn wir noch in der Landesliga kicken würden, allenfalls ein müdes Gähnen im Bauausschuß ausgelöst hätte.
Von einer Investition kann man ohnehin nicht wirklich sprechen. Investitionen ziehen für den Investor in der Regel erhöhte Gewinne oder zumindest vermiedene Aufwendungen nach sich. Wo wären die für die Stadt Bayreuth denn zu sehen? Außer in der Tatsache, dass die Betonstehränge weniger Wind und Wetter ausgesetzt sind und damit weniger abgenutzt werden, gibt es erst mal keinen. Oder muß die Oldschdod dann eine erhöhte Stadionmiete wegen der baulichen Verbesserungen zahlen? Zur Erinnerung: Die Oldschdod zahlt NICHTS. Ach ja: Dächer ziehen in der Regel erhöhte Instandhaltungsaufwendungen nach sich. Das Argument von einem "Investitionsstau" zieht hier also beim besten Willen nicht.
Um keine Míßverständnisse aufkommen zu lassen: Ich bin klar für die Überdachung. Auch in der Bayernliga. Aber was wäre wohl, wenn die Stadt Bayreuth 150 TEuro Steuergelder investiert und wir anschließend wegen der glanzvollen Finanzpolitik von Herrn Wicklein Insolvenz anmelden müssen?
Das wäre dann, als würde man eine teure Autobahnbrücke bauen, um hinterher festzustellen, dass der Rest der Autobahn nicht fertiggestellt wird. Das wäre für mich unglaubwürdiges Handeln. Eine Verwaltung muß die Umsetzung ihrer Entscheidungen von sich wandelnden Rahmenbedingungen abhängig machen können.
Deshalb gehören - aus "Glaubwürdigkeitsgründen" - Zahlen und Zukunftsperspektiven auf den Tisch. Wenn ich für den Umgang mit Steuergeldern Verantwortung zu tragen hätte, würde ich einen Verein, zu dessen Gunsten eine Investition getätigt wird (wieviele Nutzungstage des Stadions entfallen denn bitte auf die Oldschdod und wieviele auf sonstige Veranstaltungen? Open Air - Konzerte finden doch nicht im 2 Wochen-Rhythmus statt!) und der ohnehin nichts für die Nutzung bezahlt, erst mal bitten, seine Zukubftspläne offenzulegen. Nur wenn der Hauptnutzer weiß, wo er hinwill, nehme ich Geld in die Hand.
Übrigens hätte ich auch kein Verständnis dafür, wenn in Meyernberg ein Kondergarten gebaut werden würde, nur weil das einmal so beschlossen wurde - und kurz vor Baubeginn würde festgestellt, dass im gesamten Stadtviertel vorrangig Rentner leben.
Die Stadt Bayreuth hat in Zeiten von Sparzwängen Argumente nötig, keine plumpe Wiederholung von Forderungen. Und diese Argumente haben gefälligst vom Präsidenten des Vereins zu kommen, der das Stadion hauptsächlich zu nutzen gedenkt.
So ist es! Vor allem das von "schorschla" gebrachte Kindergarten-Beispiel hat mich auch überhaupt nicht überzeugt. Wenn man merkt, daß man eine falsche Entscheidung getroffen hat (Kindergartenbau ohne Kinder), dann sollte man diese Entscheidung doch revidieren! Und das Geld sinnvoller einsetzen! Die frühere Entscheidung hat doch keinen Wert an sich, den man schützen müßte.
Ist das eher ein Ja zur Überdachung oder eher ein Nein, mir kommt es eher wie ein Nein vor.
Ein Rückzug in Sachen Überdachung wäre ein Schlag ins Gesicht eines jeden Bayreuther Fussball Fans und ein weiterer heftiger Schlag gegen die SpVgg Bayreuth. Desweiteren stellt es den Zweck von Ausschüssen komplett in Frage, wenn danach dann eh wieder alles über den Haufen geschmissen wird.
Für mich stellt sich auch die Frage: Es wurde doch angekündigt der SpVgg helfen zu wollen? Mit "in der Bayernliga" unnötigen Toiletten schafft man das sicherlich nicht, mit einer Überdachung hingegen würde man in einem Schritt das Stadion aufwerten und gleichzeitig eine weitere überlebenswichtige Einnahmequelle für die SpVgg schaffen: DIE "XY" FAN-TRIBÜNE. Solche Tribünen sind mittlerweile bei Sponsoren weit beliebter als Trikotsponsoring oder Bandenwerbung, weil man direkt seine Zielgruppe, also die Fans unterstützen kann und danach von deren positiven Feedback profitiert. Damit könnte ein weiteren wirtschaftlichen Pfeiler geschaffen werden, welcher uns positiver in die Zukunft blicken lassen könnte.
Wie gesagt, mit so einer Überdachung würde die Stadt Bayreuth wirklich effektiv helfen und sich nebenbei z.B. für Länderspiele eine bessere Ausgangslage zu schaffen.
Würde der Abstieg den Wegfall der Überdachung bedeuten, wäre dies ein weiterer sehr trauriger Gesichtspunkt der ganzen Misere...