Dreifache Unterstützung für die Aufstiegsambition
Mit den drei Profis Martin Driller, Marco Sejna und Thorsten Horz bekommt der Kader des FC Ingolstadt erfahrenen Zuwachs
Von unserem Redakteur Norbert Roth
Ingolstadt (DK) Es war im Berliner Olympiastadion, in der Saison 1990/1991. Marco Sejna bestreitet als 18-Jähriger bei Hertha BSC Berlin sein erstes Bundesligaspiel. Gegen Borussia Dortmund. Beim Revierklub steht Stürmer Martin Driller neben Spielern wie Thomas Helmer und Michael Rummenigge auf dem Feld. Fünfzehn Jahre ist das her, und als Sejna und Driller sich beim Pressetermin des FC Ingolstadt daran erinnern, müssen beide lachen. "Mensch ich hab` keine Ahnung, ob du damals gegen mich getroffen hast", beginnt Sejna und Driller verspricht sofort: "Das finden wir raus, auf jeden Fall."
Diese Begebenheit ist nur ein Beleg dafür, dass die insgesamt drei Neuverpflichtungen, mit denen der FC Ingolstadt den Regionalliga-Aufstieg packen will · Thorsten Horz ist der Dritte im Bunde · einiges an Erfahrung in den Kader des ambitionierten Bayernligisten einbringen.
Allen voran natürlich Martin Driller, der neben 138 Erstligapartien auch schon 167 Spiele in der 2. Bundesliga gemacht hat, dennoch aber nach Ingolstadt kommt "um eineinhalb Jahre zu lernen", wie er sagt. Auch wenn für den Spieler Driller der Aufstieg erstes Ziel ist, so will sich der 35-Jährige parallel insbesondere im kaufmännischen Bereich fortbilden. "Von einem Sportökonom wie Manfred Paula kann ich einiges lernen", sagt Driller. Während der kommenden Saison soll dann der A-Schein in Angriff genommen werden, um auch im Trainerbereich die Perspektiven zu verbessern. Denn genau die beruflichen Aussichten waren der Grund weshalb Driller nach Ingolstadt kommt.
Deshalb hat er die "gerade Mal vierstellige Ablöse" an Bayreuth auch selber übernommen.
Eine neue Perspektive suchen auch Sejna und Horz. So berichtet Sejna von zum Teil chaotischen Zuständen bei seinem bisherigen Klub, dem Nord-Ost Oberligisten Yesilyurt Berlin. "Wenn man da die medizinische Abteilung gesehen hat oder die Disziplin in der Mannschaft, war klar, das wir keinen Erfolg haben konnten". Als Aufstiegsanwärter in die Saison gestartet, liegt der Klub nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg auf dem 13. Rang. Klar, dass Torwart Sejna, der davon ausgeht, dass er im Konkurrenzkampf mit Michael Lutz gute Chancen besitzt, in Ingolstadt auf die sportliche Erfolgsschiene zurück will. "Sonst braucht man mich nicht aus Berlin zu holen."
Thorsten Horz macht derweil eine frühe Rotsperre, und eine langwierige Magen-Darm-Grippe dafür verantwortlich, dass er bei seinem alten Klub, dem Regionalligisten Rot-Weiß Essen "einen richtig miesen Start" hatte. Bis für ihn die Saison anfing, hatte sich die Mannschaft längst eingespielt, so dass der 27-Jährige Mittelfeldspieler (drei Einsätze) irgendwann "viel zu weit weg vom Kader war". Logische Folge: die Auflösung seines Vertrages zum 30. November. Jetzt hofft der defensive Mittelelfeldakteur, der sich selbst als "intelligenten Spieler" bezeichnet, der das Tempo vorgeben und auf dem Platz auch mal laut werden kann, auf einen besseren Einstieg. Und denkt auch schon etwas weiter: "Ich fühle mich jung genug, um auf dem Weg nach oben mit dem FC vielleicht auch noch ein bisschen mehr zu erreichen", meint er selbstbewusst, und kann dabei eigentlich nur die 2. Bundesliga gemeint haben.
Apropos Bundesliga: Die Premiere von Sejna endete übrigens mit einem 2:2. Und Martin Driller, der in der Saison 90/91 in 17 Spielen zwei Mal traf, blieb seinerzeit gegen seinen neuen Teamkameraden ohne Torerfolg.
20.12.2005 21:00
Quelle:
http://www.donaukurier.de/sport/fcingol ... 75047.html
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.