Bayernliga-Tagung in Bayreuth

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Jean S.
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Bayernliga-Tagung in Bayreuth

Beitrag von Jean S. »

Halbzeit-Tagung der Bayernliga
Datum: 18.12.2004


Gemeinsam für den Fußball eintreten

BFV-Präsident Dr. Rainer Koch fordert bei Bayernliga-Tagung Geschlossenheit.



Für Dr. Rainer Koch, den Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes, gibt es für die künftige Zusammenarbeit einen zentralen Begriff. Bei der Halbzeittagung der Bayernliga betonte er immer wieder, dass Vereine und Verband nur gemeinsam etwas erreichen können. "Gemeinsam müssen war auch am Image der Bayernliga arbeiten, gemeinsam müssen wir überlegen, was wir in Zukunft verbessern können", so der Poinger, der im Kreis der bayerischen Amateur-Elite seinen 46. Geburtstag feiern durfte.

Glückwünsche waren Dr. Koch dafür sicher, doch viel wichtiger ist für den neuen Präsidenten, "dass wir miteinander reden und zuallererst intern nach Lösungen suchen. Dabei darf durchaus kritisch vorgegangen werden. Negativschlagzeilen und das öffentliche Anschwärzen des Verbandes bringt jedoch niemand etwas. Schließlich brauchen die Vereine den Verband als Partner und umgekehrt." Genauso wie die Amateurklubs die Profivereine bräuchten - und die Profis auf die Amateure als Basis des Fußballs nicht verzichten könnten. Deshalb will Dr. Koch bei den Einsatzbestimmungen für Profis in den Amateurmannschaften derzeit keine neuen Regelungen vorantreiben. "Sicher ist es wichtig, dass für die reinen Amateurvereine eine Chancengleichheit im Wettbewerb vorhanden ist, andererseits müssen die Profiklubs ihren Talenten Spielpraxis in möglichst hohen Spielklassen verschaffen. Das kann nicht in einer eigenen Nachwuchsrunde geschehen."

Für Schlagzeilen hatte zuletzt das "Oldenburger Urteil" gesorgt, als das dortige Landgericht die Rechtmäßigkeit von Ablösesummen bei Vertragsspielern als ungerechtfertigt ansah. "Ich bin überzeugt, dass dies in der Berufung aufgehoben wird", so der Berufsrichter Dr. Koch, "denn das aktuelle System erzeugt wenig Streitigkeiten und genießt eine hohe Akzeptanz selbst bei kleinen Vereinen." Außerdem betonte Dr. Koch, dass dieses Urteil für Bayern keine Gültigkeit habe. "Sollte ein Verein aber an der Rechtmäßigkeit Zweifel haben, bin ich zu einer Kompromisslösung bereit. Dann ruht das Geld auf einem Treuhandkonto, bis ein endgültiges Urteil gefällt ist."

Aufgrund des "Falls Schweinfurt" (siehe eigene Story) sprach Bayernliga-Spielleiter Armin Klughammer von einer "Problem beladenen Saison, die andererseits im Frühjahr sowohl im Titelrennen als auch Abstiegskampf viel Spannung verspricht." Verbands-Schiedsrichterobmann Rudi Stark nahm seine jungen Referees in Schutz, "die zur Elite der 14.000 Schiedsrichter in Bayern gehören und schon erstaunlich gute Leistungen zeigen. In Zukunft werden sogar noch jüngere Talente zum Einsatz kommen." Derzeit beträgt der Altersschnitt im bayerischen Oberhaus 28,3 Jahre - mit sinkender Tendenz. Ein Lob sprach Heinz Ferber vom Sportgericht der Bayernliga aus, "denn bei den 53 Sportfällen waren sehr viele harmlose dabei. Die Fairness überwiegt, in der Bayernliga geht es ausgesprochen gesittet zu." Bernhard Schütz, stellvertretender BFV-Geschäftsführer, konnte über unveränderte Wechselbestimmungen berichten - und zwei Namensänderungen. Nicht-Amateure ohne Lizenz, die früher Vertragsamateure hießen, werden künftig als Vertragsspieler bezeichnet; Nicht-Amateur mit Lizenz heißen jetzt wieder Lizenzspieler. "Damit haben wir die Wortungetüme beseitigt", so Schütz, der außerdem darauf hinwies, dass ausländische Lizenzspieler nur noch eingeschränkt Spielrecht für die Amateurmannschaften der Profiklubs erhalten. "Nur wenn bei der Arbeitsaufenthaltsgenehmigung ausdrücklich vermerkt ist, dass das Spielrecht nicht nur für die 1. und 2. Bundesliga gilt, dürfen diese Spieler in den Amateurklassen eingesetzt werden."

Flott ging die Planung der Restsaison vonstatten. Bereits am 19. Februar hat Klughammer die ersten Nachholspiele angesetzt, die Runde endet am 28. Mai. Die Saison 2004/05 wird bei der Sommertagung am 26. Juni in Unterhaching geplant, das offizielle Auftaktspiel findet voraussichtlich am 29. Juli beim 1. FC Passau statt. Derbygegner soll dann der 1. FC Kötzting sein.

Den restlichen Spielplan der Saison 2004/05 gibt es hier...

Wirtschaftlichkeitsprüfung vorerst kein Thema
Der "Fall Schweinfurt" war selbstverständlich das beherrschende Thema bei der Halbzeittagung. Schließlich hatte es in der bald 42-jährigen Geschichte des bayerischen Oberhauses noch nie den Fall gegeben, dass gegen einen Klub das Insolvenzverfahren eröffnet wird und damit alle Partien aus der Wertung genommen werden müssen. Und auf diesen zweifelhaften Ruhm hätte auch Stefan Funk nur allzu gerne verzichtet. Der Schweinfurter Stadtrat, der dem neuen Führungsteam des 1. FC Schweinfurt 05 angehört, richtete deshalb selbstkritische Worte an die Konkurrenz. "Ich kann mich für die hausgemachte Situation unseres Vereins nur entschuldigen. Was da alles abgelaufen ist, ist eher ein Thema für den Fasching denn für die Bayernliga. Die alte Vereinsführung um den beratungsresistenten Präsidenten Hertlein hatte jegliche Bodenhaftung verloren und realitätsfremd gehandelt. Allein für diese Saison waren 1,15 Millionen Euro Personalkosten eingeplant, der Schuldenstand war innerhalb von eineinhalb Jahren von 800.000 auf 2,3 Millionen Euro angewachsen", so Funk, "weshalb die Insolvenz letztlich nicht zu vermeiden war."

Dass die Spiele gegen die bereits als Absteiger feststehenden Schweinfurter ausgetragen werden müssen, damit die Unterfranken im Falle eines positiv zu Ende gebrachten Insolvenzverfahrens nächste Saison in der Landesliga Nord einen Neuanfang starten können, stellte BFV-Präsident Dr. Rainer Koch klar. Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Vereine, wie es beispielsweise im hessischen Oberhaus üblich ist, hält der 46-Jährige derzeit für wenig sinnvoll. "Dadurch entstehen für die Vereine nur immense Kosten und die eigentlichen Probleme bekommen wir nicht in den Griff", so Dr. Koch, und appellierte: "Die Vereine müssen der wirtschaftlichen Situation viel mehr Rechnung tragen und dürfen gerade im Bereich der Regional- und Oberliga keine utopischen Gehälter zahlen. Ich fordere hier die Eigenverantwortung ein. Außerdem könnten wir mit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung seitens des Verbands nicht verhindern, dass zugesagte Sponsorengelder aus diversen Gründen plötzlich nicht mehr fließen."

Bereits im Keime erstickte Dr. Koch die Gedanken, dass Vereine sich in der Frühjahrsrunde die Kosten für die Fahrt nach Schweinfurt sparen: "Schweinfurt müssten die Reisekosten für das Hinspiel erstattet werden, außerdem wird eine zusätzliche Strafe bis zu 5000 Euro fällig!" Dass Fürstenfeldbrucks Abteilungsleiter Gerhard Knöchel ankündigte, nur mit der Senioren-Mannschaft anzutreten, lasse sich dagegen nicht verhindern. "Doch ob das sinnvoll ist, nachdem die Trainer doch sofort wieder über fehlende Wettkampfpraxis klagen werden", merkte Bayernliga-Spielleiter Armin Klughammer zu diesem Thema an.

Walter Brugger
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sam
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Re: Bayernliga-Tagung in Bayreuth

Beitrag von sam »

Jean S. hat geschrieben:Dass Fürstenfeldbrucks Abteilungsleiter Gerhard Knöchel ankündigte, nur mit der Senioren-Mannschaft anzutreten, lasse sich dagegen nicht verhindern. "Doch ob das sinnvoll ist, nachdem die Trainer doch sofort wieder über fehlende Wettkampfpraxis klagen werden", merkte Bayernliga-Spielleiter Armin Klughammer zu diesem Thema an.

Lasst das bloß nicht den Gino hören, der aktiviert noch unsere alten Herren! :wink:
Seele: "Ich bin viel zu übergewichtig, und des merk ich aa an mir selber."
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