FK 06-SÜDRING STORNIERT VERTRAG Gastspiel des Zweitligisten abgesagt
Finanzielles Risiko zu groß: Aue doch nicht nach Selb
Wenig Glück mit seinen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr hat der FK 06-Südring Selb. Erst kam bei Sarah Connor die Schwangerschaft dazwischen, dann mussten mangels Teilnehmern das Firmenturnier und das Fußball-Camp für Kinder abgesagt werden. Vorläufiger Höhepunkt: Das für kommenden Mittwoch geplante Gastspiel des Zweitbundesligisten FC Erzgebirge Aue wurden von den Verantwortliche des FK 06-Südring abgeblasen.
Ein fußballerischer Leckerbissen sollte es werden, das Gastspiel des einzigen Proficlubs in Sachsen beim FK 06-Südring. Warum es nun nicht dazu kommt, dass die „Veilchen“ in Selb antreten, erklärt Vorstandsvorsitzender Reinhold Wolf in einer Pressemitteilung:
„Auf Grund des 100. Jubiläums unseres früheren TSV Selb 06 hat sich der Verein bemüht, ein attraktives Fußball-Angebot für Selb und die nähere Umgebung zu präsentieren. Mit dem VFC Plauen und der SpVgg Bayreuth holten wir am vergangenen Wochenende die höchstklassigst spielenden Mannschaften, die es weit und breit gibt (Bayreuth in der Bayernliga, bisher Regionalliga beziehungsweise Plauen in der Oberliga). Leider fanden sich dazu außer unseren Vereinsfunktionären kaum Zuschauer ein.
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Außer Funktionäre kaum Zuschauer
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Daraus mussten wir zwangsläufig den Schluss ziehen, dass beim Auftritt des Zweitbundesligisten FC Erzgebirge Aue ebenfalls nur mit wenig Zuspruch gerechnet werden kann, so dass wir nicht mit Kostendeckung kalkulieren können, obwohl uns Aue auf Grund der schwierigen Lage in Selb in der Preisfrage sehr entgegen gekommen ist.
Auf Grund dieses mangelnden Zuschauerzuspruches haben wir uns nach langen Überlegungen entschlossen, dieses sicher sehr interessante Freundschaftsspiel gegen Aue abzusagen. Wir bedauern dies sehr, müssen jedoch die bisher unbefriedigende Zuschauerresonanz zur Kenntnis nehmen und für unsere zukünftigen Pläne anders berücksichtigen.
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Seit Jahren
wenig Interesse
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Wir stellten dieses mangelnde Interesse bereits in den vergangenen Jahren fest – auch zu Zeiten, als wir in der Bezirksliga noch im vorderen Tabellendrittel spielten. Man muss sich fragen, warum andere, wesentlich kleinere Orte, insbesondere im Bayreuther Bereich, deutlich mehr Zuschauer zu ihren Heimspielen registrieren können als wir. Neigt unser Einzugsgebiet wirklich dazu, aufwändige Vereinsarbeit und Bemühungen um gute Angebote einfach zu ignorieren? Diese Frage gilt leider auch für unsere eigenen Vereinsmitglieder.
Wenn dies so ist, dann müssen wir Verantwortlichen, die wir unsere wertvolle Freizeit für die Vereinsarbeit einbringen, dies zur Kenntnis nehmen und künftig anders handeln. Eigentlich schade, denn wir wollten für Sportinteressierte und unsere Stadt etwas Besonderes bieten. Doch es ist im Verein nicht anders als im Wirtschaftsleben: Wenn wirklich interessante Angebote nicht angenommen werden, müssen wir daraus die Konsequenzen ziehen und umdenken. Hoffentlich geht damit in der Stadt Selb nicht etwas verloren, das wir alle im Sinne von Idealismus, Gemeinschaftsgeist, Zusammenhalt und positivem Denken nach vorne eigentlich nötig hätten.
Schade auch, dass die Euphorie der WM 2006 offensichtlich bei uns nicht konserviert werden konnte. Dem FC Erzgebirge Aue herzlichen Dank für sein sportliches Entgegenkommen bei der Vertragsstornierung.“