Aus der Mainpost
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Dem Heißsporn läuft die Zeit davon
Stürmer Perparim Gashi droht dem WFV auch heute gegen Bayreuth auszufallen
Für den Würzburger FV geht es in den drei noch verbleibenden Etappen um den Klassenerhalt in der Bayernliga – Stürmer Perparim Gashi spielt dabei auch um seine Zukunft: Denn nur dann, wenn der Klub aus der Zellerau dem Abstieg entgeht, wird er sich den Angreifer überhaupt noch leisten können. „Ich will der Mannschaft aus der Patsche zu helfen“, sagt Gashi vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen seinen Ex-Klub SpVgg Bayreuth (18.30 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage).
Diesen Tag hat er nicht vergessen, auch wenn er ihn nur allzu gerne aus seinem Gedächtnis gelöscht hätte. Dieser erste Samstag im März 2009 war nicht der Tag des Perparim Gashi – und trotzdem werden viele erst seitdem den gebürtigen Kosovaren beim Namen kennen. Immerhin waren mehr als 4000 Zuschauer gekommen, um sich das Derby zwischen den Kickers und dem WFV am Dallenberg anzusehen. Für Gashi war dieser Arbeitstag im WFV-Dress nach nur 16 Minuten auf Geheiß von Schiedsrichter Karl Valentin aus dem oberbayerischen Taufkirchen beendet. Er zeigte dem 26 Jahre alten Stürmer aus dem oberfränkischen Bayreuth Rot, schickte ihn nach einer Tätlichkeit vom Rasen. Was anderes blieb dem Unparteiischen auch nicht übrig. Gashi war hernach in aller Munde, bei jeder Analyse spielte sein Name hernach eine gewichtige Rolle. Die meisten sahen in dem Platzverweis den Grund für die am Ende deutliche 2:5-Pleite der Zellerauer. Das war am 7. März – und dem WFV drohte der Absturz in die Landesliga. Neun Spiele, vier Siege, drei Unentschieden und 69 Tage später hält der Klub aus der Zellerau wieder alle Trümpfe selbst in der Hand. „Jetzt könnten wir mit einem Sieg gegen Bayreuth vorlegen und die Konkurrenz unter Druck setzen“, meint Gashi.
Die Erinnerung an den 7. März holt Gashi (9 Saisontore) jetzt wieder ein. „Ich habe der Mannschaft damals sehr geschadet“, sagt er heute. Noch auf dem Heimweg nach Bayreuth kramte Gashi seinerzeit das Handy hervor und entschuldigte sich per SMS beim Trainer. „Ich hoffe, dass ich es eines Tages wieder gutmachen kann“, stand es um 17.08 Uhr auf dem Display von Coach Michael Hochrein. Viel Zeit bleibt nicht mehr, sie droht davonzulaufen. Das Team aber bräuchte Gashi, den heißspornigen Alleinunterhalter im Sturm, jetzt ganz dringend. „Ich habe es der Mannschaft versprochen, jetzt will ich uns allen aus der Patsche helfen.“ Dabei dürfte es nicht leicht werden, denn immer dann, wenn Emotionen im Spiel sind, gilt Gashi als unberechenbar. Das war im Derby bei den Kickers so. Das könnte jetzt gegen Bayreuth, wo Gashi einst in der Regionalliga spielte und noch heute wohnt, wieder der Fall sein. „Nein“, schüttelt Gashi mit dem Zeigefinger, „das darf mir nicht mehr passieren. Ich habe meine Nerven im Griff.“ In bis dato 24 Partien sah der Stürmer zwölfmal Gelb, wurde zweimal vom Platz gestellt. Die wenigsten Verwarnungen gab es für Foulspiele, Gashi hadert nun mal gerne – mit sich, dem Gegenspieler und dem Referee.
„Umso wichtiger ist es, dass erfahrene Spieler wie ich dem Rest des Teams jetzt nicht durch irgendwelchen Unfug schaden“
WFV-Stürmer Perparim Gashi
Jetzt unterstreicht er seine guten Vorsätze mehrmals, die Voraussetzungen für das Match gegen die Altstädter sind aber alles andere als gut: Die linke Ferse macht dem Stürmer Probleme, zuletzt kam er nicht zum Einsatz, jetzt soll ein eigens gefertigtes Luftpolster für Entlastung im Fuß sorgen. „Es könnte gehen. Ich will treffen. Für diese junge Mannschaft wäre der Klassenerhalt eine Riesensache“, weiß Gashi, der aber seit 344 Spielminuten nicht mehr getroffen hat. Für den Verein steht der Klassenerhalt auf dem Spiel, der 26-Jährige, an dem sich die Geister scheiden, stürmt ganz nebenbei noch um seine Zukunft: „Ich würde sehr gerne hier beim FV bleiben.“ Den Luxus eines Stürmers vom Format Gashi, der vom Fußball leben muss, wird sich der WFV in der Landesliga nicht erlauben können. „Das geht, wenn überhaupt, nur in der Bayernliga“, sagt der stellvertretende WFV-Vorsitzende Reinhard Peter ohne Umschweife.
Gashi weiß das, blendet die Zukunft aber bewusst aus: „Darüber zerbreche ich mir jetzt keinen Kopf. Im Vordergrund steht der Klassenerhalt mit dem WFV. Sollten wir das mit dieser jungen Mannschaft schaffen“, meint Gashi, der über die SpVgg Bayern Hof und die SpVgg Weiden den Weg nach Würzburg gefunden hat, „dann wäre das wie eine Meisterschaft. Diese Leistung wäre gar nicht hoch genug einzuschätzen. Umso wichtiger ist es, dass erfahrene Spieler wie ich dem Rest des Teams jetzt nicht durch irgendwelchen Unfug schaden.“
Daten & Fakten
Die personelle Situation des WFV
Nach dem Abschlusstraining deutet einiges darauf hin, dass Perparim Gashi wie schon beim 2:1-Sieg über Ismaning auch jetzt gegen Bayreuth (14./33) nur auf der Bank des WFV (4./54) sitzen wird. „Ansonsten sind alle Mann an Bord“, sagt WFV-Trainer Michael Hochrein: „Für uns steht das nächste Endspiel an. Eines ist klar: Wer auf der Zielgeraden die Nerven verliert, steigt ab.“ Wie zuletzt gegen Ismaning setzt Hochrein wieder auf die Willensstärke seiner Schützlinge: „Bayreuth ist sicherlich noch schwerer zu spielen. Umso wichtiger wird es sein, dass jeder wieder das Maximum abruft.“
Schade wenn Gashi nicht spielt... dann haben wir ja gar nichts zu lachen und WÜ würde gleich ernst spielen.
Damals nach der Auswechslung gewannen die ja auch noch. (ohne Gashi)
