Auch der „Kaiser“ verlässt das Schiff
FUSSBALL. Abgang Nummer sechs bei der SpVgg Bayreuth: Auch Benjamin Demel, der seit 1999 bei den Altstädtern tätig war, verlässt den Verein und wechselt zum FC Schweinfurt 05.
„In Schweinfurt ergibt sich für mich die Chance, weiter mit Fußball Geld zu verdienen“, machte der 28-Jährige, bei den Altstädtern auch gerne „Kaiser“ genannt, aus seinem Herzen im KURIER-Gespräch keine Mördergrube. Der defensive Mittelfeldspieler war auch beim VfL Frohnlach im Gespräch, „aber die haben mir kein direktes Angebot mehr gemacht“.
Der Vertrag mit den Schweinfurtern, die derzeit acht Punkte vom rettenden Ufer entfernt an letzter Stelle der Bayernliga rangieren, läuft erst einmal bis zum Ende dieser Saison. Falls die „Schnüdel“ den Klassenerhalt schaffen sollten, verlängert er sich um ein Jahr.
Rückkehr nicht ausgeschlossen
Demel, im wahrsten Sinne Altstädter „Urgestein“, wollte nicht ausschließen, im ungünstigsten Fall, sprich dem Abstieg der Unterfranken, wieder zurückzukehren. Immer vorausgesetzt, wie und in welcher Form es in Bayreuth weiter gehen wird. Gestern hüllte man sich von Seiten der Insolvenzverwaltung nach wie vor in Schweigen.
Demel ist nach Teamkollege Visar Rushiti und Sebastian Kneißl der dritte Neuzugang der Schweinfurter. Kneißl war zuletzt beim Bayernliga-Spitzenreiter SpVgg Weiden aktiv, kann als Stürmer oder als Mittelfeldspieler eingesetzt werden. Der Vertrag ist für eineinhalb Jahre und für die Bayernliga gültig, soll heißen, es gelten die gleichen Konditionen wie bei Demel. Der 25-Jährige stand bis 2005 fünf Jahre lang beim FC Chelsea London unter Vertrag. Ursprünglich ging der 1,82 Meter große, einstige Vize-Europameister der deutschen U19-Nationalmannschaft aus der Nachwuchsarbeit der Frankfurter Eintracht hervor, von der er im Jahr 2000 auf die Insel wechselte und damals in einem Atemzug mit den heutigen Nationalspielern Robert Huth und Thomas Hitzlsperger genannt wurde. Letzten Sommer schloss er sich nach Stationen unter anderem in Burghausen und Düsseldorf den Weidenern an, stand in 18 Partien der Oberpfälzer auf dem Rasen, schoss immerhin drei Tore.
Bayernligist SpVgg Bayern Hof meldet die Verpflichtung eines Spielers, den der Tabellensechste schon länger auf dem Zettel hatten: Nämlich den Ex-Altstädter Michael Bock. Statt eines geplanten Wechsels nach der laufenden Saison kommt der 25-Jährige nun schon im Winter aus Weiden auf die Grüne Au. Nachdem sich Bock von Bayreuth ans Wasserwerk verändert hatte, warfen den Mittelfeldspieler gleich zwei Achillessehnenrisse zurück. Mit Fleiß und Disziplin kämpfte er sich zurück, spielte aber in den Überlegungen von Trainer Gino Lettieri offenbar keine Rolle mehr.
„Eigentlich wollte ich ihn auch nach Schweinfurt lotsen, aber dann hat Michael doch in Hof unterschrieben“, erzählte Benjamin Demel. st.
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