Grenier: Ein Punkt ist in Ordnung
Wie die Akteure von TuS Koblenz das 1:1 bei der Spielvereinigung Bayreuth erklären - Wenig Struktur im Aufbau
Es war ein Tag, an dem wenig zusammenlief bei TuS Koblenz. Weil für den Fußball-Regionalligisten dennoch ein 1:1 bei Aufsteiger Bayreuth heraussprang, bleibt die Mannschaft von TuS-Trainer Milan Sasic seit nunmehr neun Runden ohne Niederlage.
BAYREUTH. Schnell waren sie alle im warmen Bus verschwunden, die TuS-Spieler. Bloß nicht noch eine Erkältung holen, das hätte noch gefehlt nach dem mühevollen 1:1 der Koblenzer Regionalliga-Kicker bei der Spielvereinigung Bayreuth. Einhelliger Tenor der Beteiligten: Mit dem einen Punkt war man gut bedient, zumal der Gegner phasenweise kräftig aufgedreht hatte.
"Eine starke Mannschaft, diese Bayreuther", lobte denn auch TuS-Abwehrspieler Joshua Grenier erst einmal die Franken, ehe er auf eigene Versäumnisse zu sprechen kam. Warum die TuS zum Beispiel fast über 90 Minuten kaum einen strukturierten Angriff vollendete, war dabei eines der vorherrschenden Themen. "Wir haben kaum einen zweiten Ball geholt", meinte Grenier und sprach damit das grundlegende Übel an. Weil sich die Koblenzer mit Kombinationen nur selten vom Druck der Bayreuther befreien konnten, wählte die TuS die grobe Variante: lange Bälle nach vorn und hinterher. Eigentlich gar nicht mal verkehrt, zumal die Bayreuther Abwehr inklusive Torwart Thomas Gebauer bei allen Aktionen für reichlich Nervenkitzel unter den 3050 Zuschauern sorgte.
Dumm nur, dass die unpräzisen Schläge erst gar nicht ankamen oder nicht entsprechend nachgesetzt wurde. "Was helfen die weiten Bälle, wenn keiner da ist", umschrieb Grenier seine Form des Spielaufbaus. Konsequenz: Das Leder kam postwendend wieder zurück, die TuS-Akteure waren bereits im Mittelfeld bei den Zweikämpfen zumeist zweiter Sieger. "Bayreuth war in allen Belangen besser", resümierte daher Torwart Michael Gurski nach einem für ihn arbeitsreichen Tag. Unerklärlich für den Keeper: "Einige von denen sind nur 1,70 Meter groß, gewinnen aber trotzdem die Kopfbälle."
Dabei hatte Trainer Milan Sasic eigentlich eine eher defensive Variante gewählt, um dem erwarteten Sturmlauf des Aufsteigers Herr zu werden. Durch die Verletzung von Anthony Tiéku rückte Brenny Evers von rechts auf die linke Defensiv-Seite, Ralf Klingmann musste mit vermutlich dickem Hals draußen bleiben. Vor der Abwehr sollten Rüdiger Ziehl und Dubravko Kolinger die Reihen schließen. Das klappte nur bedingt, weil die TuS zu wenig Kontrolle in die eigenen Aktionen bekam und deshalb die gefährlichen Aktionen der Hausherren förmlich heraufbeschwor. Selbst als bei den Bayreuthern die Beine schwer wurden, half die TuS mit ihren Unzulänglichkeiten dem Gegner auf die Sprünge. "Gut, dass wir noch unentschieden gespielt haben", meinte daher auch Sasic, "da fällt mir die Analyse leichter."
Letztlich dürfte seine Kritik allerdings moderat ausfallen, denn mit einem Kontrahenten wie den "Altstädtern" aus Bayreuth hatte man es in dieser Saison noch nicht oft zu tun. "Die können oben mitspielen", meinte Grenier, und auch in den Worten von Gurski schwang reichlich Respekt mit: "Den Punkt hier nehmen wir uns gerne mit."
Sven Sabock
Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 14.11.2005, Seite 24.
Weitere Lobeshymne auf unsere Jungs, außerdem ziemlich beeindruckende Präsenz der TuS in der örtlichen Presse.

Hier gibt's noch mehr Berichte, falls es jemanden interessiert:
http://www.tuskoblenz.de/presse.php
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.