Aus'm Kurier, besonders für sam
Coach Lettieri setzt auf Trotzreaktion
25.11.2005 17:01
SpVgg Bayreuth sucht heute gegen den SV Darmstadt 98 Distanz zur Zitterzone / Spiel nicht in Gefahr
Fussball
Von Siegfried Zerrenner
Das Heimspiel ist trotz des Wintereinbruchs nicht in Gefahr. „Wir werden den Platz wenige Stunden vor dem Spiel entsprechend bearbeiten und ich gehe fest davon aus, dass gespielt wird”, meinte Sportamtsleiter Christian Möckel auf KURIER-Anfrage.
Davon geht auch der Altstädter Trainer Gino Lettieri aus. Die Tatsache, dass der letzte Dreier schon sechs Wochen zurück liegt (4:0 gegen Bayern München II) und seither in fünf Spielen nicht gewonnen wurde, bringt ihn nicht aus der Ruhe: „Wir haben dabei gegen Spitzenmannschaften gespielt und nur einmal verloren. Mit unserer Bilanz nach 16 Spieltagen dürfen wir als Aufsteiger durchaus zufrieden sein.” Gleichwohl ließ er durchblicken, dass das Nahziel vor Abschluss der ersten Halbserie einen Punktstand von 23 Zählern bedeutet, ehe es in einer Woche zum Rückrundenstart zum Schlusslicht und Mitaufsteiger FC Eschborn geht.
Dennoch nahm die Aufarbeitung und die Analyse vom Auftritt in Augsburg nach Ansicht von Lettieri und seines Co-Trainers Alexander Hofmann einen gewissen Zeitraum in den letzten Tagen der Vorbereitung ein. „Uns sind dabei Fehler im taktischen Bereich unterlaufen, die wir unbedingt abstellen müssen”, erklärte Lettieri. „Ich hoffe meine Spieler haben bei der Besprechung genau zugehört und können es dementsprechend umsetzen.”
Umstellungen möglich
Ob er an Umstellungen innerhalb seiner Mannschaften denke? Lettieri: „Möglicherweise, aber die Entscheidung treffe ich erst wenige Stunden vor dem Spiel. Ich möchte dabei auch meine letzten Eindrücke berücksichtigen.”
Auch die heutigen Platzverhältnisse sind nach Ansicht des Trainers bei der Mannschaftsaufstellung ein erheblicher Faktor. Das Abschlusstraining fand übrigens gestern auf Schneeboden statt. „Das war für meine Spieler im Moment noch ungewohnt und ich bin mir nicht sicher, ob diese Bodenverhältnisse für uns ein Vorteil sind, denn wir gehören auch zu den Teams, die spielerisch etwas leisten.” Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Markus Goller und Andreas Deffner steht voraussichtlich der komplette Altstädter Kader zur Verfügung.
Für Lettieri zählt der SV Darmstadt 98 trotz des 7-Punkte-Rückstands auf den Tabellenzweiten TuS Koblenz zu den Spitzenmannschaften, wobei er große Stücke vom spielerischen Potenzial der Schützlinge von Ex-Nationalspieler Bruno Labbadia hält.
„Die Gäste haben auf allen Positionen starke Leute stehen, so dass meine Truppe über 90 Minuten voll gefordert ist.” Sonderstellung nehmen Torhüter Thomas Richter, Innenverteidiger Abdoul Thiam und die Mittelfeldachse mit Stefan Leitl und Jürgen Kramny ein, während sich im Sturm Markus Beierle und Matias Cenci jeweils sechs Mal in die Torschützenliste eintrugen. Nach letzten Informationen müssen die Lilien auf Zivojin Juskic (Knie- und Wadenprobleme) sowie auf Ivo Ilicevic (Oberschenkelprellung) verzichten, während Kapitän Michael Anicic nach mehrwöchiger Pause (Infektionen) wieder zur Verfügung steht.
Übrigens: Letztmals kämpften beide Vereine am 14. Januar 1978 um Punkte: Im damaligen Spitzenspiel der 2. Bundesliga Süd feierten die Darmstädter vor 13 000 Besuchern einen 1:0-Sieg über den damaligen Spitzenreiter SpVgg Bayreuth und schafften die Weichenstellung für den Bundesliga-Aufstieg fünf Monate später. Bei den Hessen zählt dieses Duell noch heute zu den unvergessenen Klassikern.

Auf die langjährige Erfahrung im Profifußball setzen die Darmstädter bei ihrem zweikampfstarken Mittelfeldspieler Jürgen Kramny (rechts), der nicht nur für spielerische Akzente zuständig ist. Foto: dpa
Also gut, einigen wir uns auf unentschieden.